Jules van Dongen gibt zu, dass er sich in den letzten 18 Monaten durch eine Formkrise geschleppt hat - und nun denkt der Niederländer ernsthaft darüber nach, sich ganz vom Sport zurückzuziehen, zumindest für eine Weile.
"Sobald dieser Lauf vorbei ist, kommen die Darts zurück in den Koffer", sagte Van Dongen gegenüber Sportnieuws.nl vor den US Darts Masters 2025. "Es ist Zeit für einen kompletten Reset".
Ringen um den Funken
Der "holländische Drache" Van Dongen versucht, den Madison Square Garden mit so wenig Druck wie möglich anzugehen. Seine Leistungen haben nachgelassen, und er hat mit Zweifeln gerungen, ob er überhaupt antreten soll.
"An einem Tag sage ich, dass ich nicht spiele, am nächsten bin ich wieder dabei - aber im Moment stehe ich da oben auf der Bühne", scherzte er. "Die Erwartungen sind jetzt niedriger, und das hilft tatsächlich. Bei den UK Open war nicht jedem klar, wie schlecht es läuft. Jetzt ist es ziemlich klar."
Van Dongen in Aktion bei den US Darts Masters im letzten Jahr
Emotionale Heimreise für Van Dongen
Die diesjährigen US Darts Masters sind für Jules van Dongen mehr als nur ein weiteres Turnier – sie sind ein zutiefst persönlicher Moment. Zum ersten Mal werden seine Eltern live im Publikum dabei sein. "Sie versuchen schon seit drei Jahren zu kommen", erklärt Van Dongen. "Zuerst hat uns Covid einen Strich durch die Rechnung gemacht, dann wurde mein Vater positiv getestet, und im letzten Jahr erhielt meine Mutter eine Krebsdiagnose. Zum Glück hat sie sich vollständig erholt. Das allein macht diese Veranstaltung für mich unverzichtbar."
Neben seinen Eltern werden auch seine Kinder in New York dabei sein – eine emotionale Premiere. "Es könnte das letzte Mal sein, dass sie mich hier spielen sehen. Deshalb muss ich alles geben."
Humor, Rivalität und ein letzter großer Auftritt?
Mit sieben Premier-League-Spielern – darunter Michael van Gerwen – sowie Damon Heta unter den Favoriten ist die Konkurrenz gewaltig. Doch Van Dongen blickt der Aufgabe mit klarem Blick und einem Hauch Ironie entgegen. Auf die Frage nach einem Wunschgegner sagt er schmunzelnd: "Danny Lauby wäre ideal. Es wäre schön, wenn wir uns für unser frühes Ausscheiden beim World Cup of Darts revanchieren könnten."
In der ersten Runde treffen die nordamerikanischen Qualifikanten traditionell auf Topgesetzte – und Van Dongen schreckt davor nicht zurück. "Van Gerwen ist in Ordnung", sagt er mit einem Augenzwinkern.
Der niederländische Landsmann Vincent van der Voort meldet sich lachend zu Wort: "Das sind die Lahmen gegen die Blinden!" Van Dongen kontert trocken: "Dann gehen wir nachher ein Bier trinken – wir werden beide eins brauchen."
Ob es Van Dongens letzter Auftritt im Rampenlicht sein wird, bleibt offen. Doch eines steht für ihn fest: Wenn es so weit ist, dann zu seinen Bedingungen – mit seiner Familie im Publikum und einem ruhigen Moment inmitten des Trubels im Madison Square Garden. "Kein Druck, keine Erwartungen – nur ich, meine Familie und die Bühne im The Garden."
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