„Er ist im Moment ein klein wenig verkrampft“ – Van der Voort sieht Van Veen mit der Form ringen

PDC
Samstag, 25 April 2026 um 16:30
Gian van Veen (5)
Gian van Veen zeigte in dieser Woche mit einem Sieg über Gerwyn Price in der Premier League Darts am zwölften Spieltag in Liverpool, dass am Ende des Tunnels wieder Licht zu sehen ist.
Dennoch findet Vincent van der Voort, dass der junge Niederländer in der vergangenen Zeit klar unter seinem Niveau gespielt hat. Laut dem Ex-Profi ist Van Veen seit seiner Operation wegen Nierensteinen kaum noch er selbst.
Van Veen erwischte zu Beginn dieses Jahres eine starke Phase und etablierte sich als feste Größe in der Weltspitze. Seit seinem Krankenhausaufenthalt, der Operation und der anschließenden Genesung ist sein Spiel jedoch unberechenbarer geworden.
Auch körperlich und mental scheint der 23-jährige Niederländer noch nicht vollständig zurück zu sein. Im Podcast Sportnieuws.nl Darts Draait Door gab Van der Voort seine Sicht auf die Lage. „Bei ihm fehlt dieses Funkeln“, stellte er fest.

Großer Unterschied zum Van Veen von vor einigen Monaten

Nach Ansicht von Van der Voort ist der Kontrast zum Van Veen von vor einem halben Jahr auffallend groß. Während der Dartspieler zuvor energiegeladen, entspannt und sichtbar fröhlich auftrat, sieht er nun einen Akteur, der kämpft.
„Letztes Jahr war er flotter unterwegs und hat mehr Späße gemacht und so. Ich merke schon, dass er ein bisschen mitgenommen ist“, so Van der Voort, der in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen während der Premier League und auf der Euro Tour mit Van Veen sprach.
Auch auf der Bühne erkennt er Signale, dass es derzeit nicht von selbst läuft. „Er hat wieder kein gutes Match gespielt und seine Pfeile stecken im Moment auch nicht gut. Wenn man das als Spieler hat, ist das sehr unangenehm. Man ist geneigt, den Wurf umzustellen, um es wieder hinzubekommen. Das hast du nicht im Handumdrehen zurück und das nagt an dir. Das sieht man ihm auch an.“

Zu schnelle Rückkehr nach der Operation

Van der Voort hält es noch für verfrüht, sich ernsthafte Sorgen um Van Veen zu machen, auch angesichts seines jungen Alters und seiner nachgewiesenen Qualitäten. Er glaubt jedoch, dass der Niederländer sich womöglich keinen Gefallen getan hat, indem er so schnell auf das höchste Niveau zurückgekehrt ist.
„Diese Operation dürfen wir auch nicht vergessen. Er sagt, er habe keine Beschwerden mehr, aber die hatte ich nach meiner Blinddarm-OP auch nicht. Doch wieder so zu spielen wie zuvor, das ist dann noch mal etwas ganz anderes.“
Dabei verweist Van der Voort auf Van Veens Comeback beim Premier-League-Abend in Berlin, kurz nach dem medizinischen Eingriff. „Ich denke, er hat einen Fehler gemacht, indem er zu schnell wieder nach Berlin zur Premier League gefahren ist. Er sagte, dass er drei Tage vorher nach zehn Minuten noch völlig platt war.“
Laut Van der Voort wirkt sich die schwierige Phase mittlerweile auch darauf aus, wie Van Veen am Oche steht. Während der Niederländer zuvor befreit warf, sieht er nun einen Spieler, der suchend ist.
„Man sieht bei Spielern, bei denen es nicht rund läuft, dass die Anspannung geradezu überspringt. Man merkt, dass er nicht locker ist, und genau das will man ihm mitgeben: Er muss so locker wie möglich werfen. Ich denke, er ist im Moment ein klein wenig verkrampft.“

Mehr Floor-Turniere als Lösung

Van Veen möchte laut Van der Voort wieder Rhythmus und Vertrauen aufbauen, indem er mehr Players Championship-Turniere spielt. Eine logische Entscheidung, findet der ehemalige Topdarter. „Er ist ein vernünftiger Junge und rennt nicht kopflos in jedes Risiko. Er denkt durchaus nach und macht keine verrückten Sachen.“
Gleichzeitig weiß Van der Voort aus Erfahrung, wie belastend eine solche Phase mental sein kann. „Aber es frisst an dir. Dann fängst du an zu grübeln und liegst im Bett und überlegst, was anders werden muss. Es ist ziemlich ermüdend, herauszufinden, woran es liegt. Ich hoffe, dass er es bald wieder hinbekommt.“
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