„Er saß weinend am Telefon und entschuldigte sich immer wieder“ – Manager Mac Elkin hält weiterhin zu Dom Taylor trotz Drogenvergehens

PDC
Dienstag, 12 Mai 2026 um 9:00
Dom Taylor
Dom Taylor arbeitet hart an seinem Comeback in der Dartswelt, nachdem er in den vergangenen Monaten in einen schweren persönlichen Kampf geraten war. Der 28-jährige Engländer, Spitzname „The Tower“, ist inzwischen seit über hundert Tagen clean, nachdem er im Anschluss an seine Dopingsperre einen Entzug abgeschlossen hat.
Taylor erhielt Anfang dieses Jahres eine Sperre von sechs Monaten, nachdem er bei der WM Darts 2026 positiv auf Kokain und Cannabis getestet worden war. Die Darts Regulation Authority (DRA) bestätigte damals, dass der Engländer den Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln eingeräumt hatte.

Nachricht schlug ein wie eine Bombe

Die Nachricht schlug in der Dartswelt ein wie eine Bombe. Taylor galt jahrelang als eines der größten Talente seiner Generation und schien auf dem besten Weg zu einem festen Platz in der PDC-Spitze. Der positive Test bedeutete jedoch einen herben Rückschlag für seine Karriere und sein Privatleben.
Als wäre das noch nicht genug gewesen, war es zudem bereits sein zweiter Verstoß in kurzer Zeit. Ende 2024 hatte Taylor nämlich schon eine frühere Sperre von einem Monat wegen eines anderen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln erhalten. Nach den geltenden UK Anti-Doping-Bestimmungen folgte daher automatisch eine härtere Sanktion.
Nun gibt es langsam mehr Klarheit über die schwierige Zeit, die Taylor hinter sich hat. Sein Manager Mac Elkin sprach im Podcast Weekly Dartscast offen über die Situation des Engländers und die Auswirkungen auf ihre Beziehung. „Jegliches Vertrauen hat einen enormen Schlag bekommen“, sagte Elkin. „Ich war von der Nachricht wirklich völlig am Boden zerstört. Es dauerte drei oder vier Wochen, bis ich überhaupt wieder mit Dom reden konnte. Ich war unheimlich enttäuscht.“

Ernstes Problem

Laut Elkin spielte sich hinter den Kulissen weit mehr ab als nur ein Regelverstoß. Der Manager bestätigte, dass Taylor mit einem ernsten Problem zu kämpfen hatte. „Dom hatte ein Problem, und wir mussten etwas unternehmen“, so Elkin. „Nach dem ersten Verstoß dachten wir ehrlich gesagt, dass alles unter Kontrolle sei. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dem nicht so war. Wir haben nicht bemerkt, dass er wieder konsumierte.“
Der Manager betonte dabei, dass es seiner Ansicht nach um Freizeitdrogenkonsum außerhalb der Dartswelt ging. „Soweit ich weiß, hat er niemals während Turnieren oder Matches Drogen genommen. Als er mir das sagte, habe ich ihm sofort geglaubt.“
Die Situation sorgte nicht nur emotional für Spannungen, sondern hatte auch finanzielle Folgen. Elkin hatte bereits verschiedene Reisen, Hotels und Flüge für die neue Darts-Saison gebucht, darunter Trips nach Deutschland zu Players Championship-Turnieren. „Ich hatte alles schon organisiert“, sagte Elkin. „Hotels, Flüge, alles drum und dran. Ich hatte ihm sogar Business Class als Überraschung gebucht. Und dann passiert das. Das war natürlich extrem frustrierend.“
Dom Taylor im Ally Pally
Dom Taylor wurde positiv auf Kokain und Cannabis getestet

„Er weinte am Telefon“

Dennoch entschied sich Elkin schließlich, seinen Spieler nicht fallen zu lassen. Als er wieder Kontakt zu Taylor aufnahm, sah er vor allem jemanden, der Hilfe brauchte. „Als ich mit ihm sprach, weinte er am Telefon“, berichtete Elkin. „Er entschuldigte sich immer wieder. Natürlich war ich wütend und enttäuscht, zumal es schon das zweite Mal war. Aber am Ende dachte ich: Ich werde ihn dafür nicht als Mensch verurteilen. Er hat ein Problem, und das müssen wir lösen.“
Daraufhin schaltete sich auch die Professional Darts Players Association (Spielergewerkschaft PDPA) ein, um Taylor zu unterstützen. Über die Organisation kam der Engländer zu Sporting Chance, einer Einrichtung, die Sportlern bei psychischen Problemen und Suchterkrankungen hilft.
Taylor verbrachte schließlich 28 Tage in einer Entzugsklinik und scheint seitdem große Fortschritte gemacht zu haben. Laut Elkin ist der Dartspieler mittlerweile seit mehr als hundert Tagen clean. „Er trinkt nicht mehr, nimmt nichts mehr und trainiert weiterhin ganz normal“, sagte der Manager. „Er freut sich riesig auf Juli, wenn er wieder wettkampfmäßig spielen darf.“

WDF-Turniere im Blick

Die ersten Schritte in Richtung Comeback scheinen inzwischen vorsichtig abgesteckt. Nach Ablauf seiner Sperre möchte Taylor laut seinem Manager einige Turniere der World Darts Federation spielen, um Rhythmus zu sammeln. Unter anderem wird ein mögliches Antreten in Gibraltar genannt.
Für Taylor wird es nicht nur eine sportliche Rückkehr, sondern vor allem ein persönlicher Neustart. In der Dartswelt wird seine Situation mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einerseits überwiegt die Enttäuschung über die Dopingverstöße, andererseits gibt es auch Respekt für die Offenheit, mit der er und sein Umfeld nun mit seiner Suchtproblematik umgehen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Taylor seiner Karriere tatsächlich neues Leben einhauchen kann. Fest steht jedenfalls, dass der Engländer derzeit an einem viel wichtigeren Sieg arbeitet als an irgendeinem Titel am Dartboard.
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