Mit seinem Triumph bei den
Baltic Sea Darts Open 2026 hat
Luke Woodhouse nicht nur den ersten European-Tour-Titel seiner Karriere gewonnen, sondern sich auch einen bemerkenswerten Platz in den Statistikbüchern gesichert.
Der Engländer setzte sich am Sonntagabend in Kiel
mit 8:4 gegen Ryan Joyce durch und krönte seinen Erfolg mit einem spektakulären 160er-Finish. Nach seinem ersten Titel auf der Players-Championship-Tour vor nicht einmal zwei Wochen war es bereits der zweite Ranglistensieg innerhalb kürzester Zeit – und einer, der eine äußerst seltene Besonderheit mit sich bringt.
Eine außergewöhnliche Statistik
Wie der
Weekly Dartscast berichtet, ist Woodhouse erst der zweite Spieler überhaupt, der ein European-Tour-Turnier gewinnen konnte, ohne auf dem Weg zum Titel einen einzigen gesetzten Spieler zu besiegen.
Luke Woodhouse feierte in Kiel nicht nur seinen ersten European-Tour-Titel, sondern stellte dabei auch eine außergewöhnliche Bestmarke auf
Bislang galt
Joe Cullen als einziger Profi, dem dieses Kunststück gelungen war. Der Engländer gewann 2022 die Hungarian Darts Trophy, ohne im Verlauf des Turniers einen gesetzten Gegner auszuschalten.
Im Fall von Woodhouse wird die Geschichte sogar noch ungewöhnlicher. Bei der ursprünglichen Bekanntgabe des Teilnehmerfeldes gehörte der Engländer noch nicht zu den gesetzten Spielern. Erst durch mehrere Absagen rückte er nachträglich auf Position 14 der Setzliste vor und profitierte damit von einem veränderten Turnierbaum.
So entstand die kuriose Konstellation, dass Woodhouse als gesetzter Spieler ins Turnier ging, auf seinem Weg zum Titel jedoch keinem weiteren gesetzten Akteur gegenüberstand.
Woodhouse nutzt die sich bietende Chance konsequent
Am Wert seines Erfolges ändert diese Statistik allerdings nichts. Auch ohne Duelle gegen gesetzte Gegner musste Woodhouse in Kiel zunächst seine Aufgaben erfüllen – und das gelang ihm eindrucksvoll.
In der Finalsession setzte er sich zunächst mit 6:3 gegen den Niederländer Jimmy van Schie durch. Anschließend ließ er Ricky Evans beim klaren 7:2-Erfolg im Halbfinale kaum eine Chance.
Im Endspiel gegen Ryan Joyce übernahm Woodhouse früh die Kontrolle. Mit einem brillanten 140er-Finish stellte er auf 3:0 und legte damit den Grundstein für den späteren Erfolg.
Joyce kämpfte sich zwar zunächst auf 2:3 heran und verkürzte später noch einmal auf 3:4, doch immer wenn das Finale enger zu werden drohte, fand Woodhouse die passende Antwort.
Ein wichtiges Checkout brachte ihn mit 6:3 in Führung, ehe er sich mit einem 76er-Finish bis auf ein Leg an den Titel heranarbeitete. Die Entscheidung fiel schließlich im zwölften Leg. Joyce verpasste die Doppel-16 zum möglichen 108er-Checkout und damit die Chance, das Finale noch einmal spannend zu machen.
Woodhouse ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Mit 160 Punkten Restscore trat er ans Oche und beendete das Turnier mit einem spektakulären Highfinish.
Dass die
Baltic Sea Darts Open in diesem Jahr einen neuen European-Tour-Champion hervorbringen würden, stand bereits mit dem Finaleinzug von Woodhouse und Joyce fest. Am Ende sorgte Woodhouse jedoch nicht nur für einen neuen Titelträger, sondern auch für eine statistische Besonderheit, die in der Geschichte der
European Tour bislang nur ein weiteres Mal vorgekommen ist.
Damit reiht sich sein Lauf in Kiel neben Joe Cullens Titelgewinn bei der Hungarian Darts Trophy 2022 als eine der seltensten Erfolgsgeschichten der European Tour ein.