„Heute hat es einfach nicht sollen sein“: Ryan Joyce verpasst ersten European-Tour-Titel in Kiel

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 01 Juni 2026 um 11:00
Ryan Joyce (2)
Ryan Joyce hat den ersten European-Tour-Titel seiner Karriere erneut knapp verpasst. Im Finale der Baltic Sea Darts Open 2026 in Kiel musste sich der Engländer seinem Landsmann Luke Woodhouse mit 4:8 geschlagen geben und blieb damit auch bei seinem zweiten Endspiel auf der European Tour ohne Titelgewinn.
Woodhouse nutzte die große Chance dagegen eiskalt. Mit einem Average von 98,61 Punkten, wichtigen Checkouts in den entscheidenden Momenten und einem spektakulären 160er-Finish zum Abschluss sicherte sich der 37-Jährige den bislang größten Titel seiner Karriere auf der European Tour.

Joyce kämpft sich mehrfach zurück

Trotz eines Average von 94,46 Punkten gelang es Joyce nicht, die Partie umkämpfter zu gestalten. Nachdem Woodhouse früh auf 3:0 davongezogen war, kämpfte sich der Spieler aus Newcastle zunächst auf 2:3 heran.
Ryan Joyce in Aktion.
Ryan Joyce musste sich im Finale der Baltic Sea Darts Open Luke Woodhouse geschlagen geben, zollte seinem Landsmann anschließend aber großen Respekt
Die Vorentscheidung fiel schließlich in der Schlussphase. Nachdem Woodhouse mit einem 76er-Checkout auf 7:4 gestellt hatte, bot sich Joyce die Chance, mit einem 108er-Finish noch einmal Druck aufzubauen. Der Dart auf die Doppel-16 verfehlte jedoch knapp sein Ziel.
Wenig später trat Woodhouse mit 160 Punkten Restscore ans Oche und machte den Titel mit einem brillanten Finish perfekt.

„Er ist sehr verlässlich und konstant“

Im Anschluss zeigte sich Joyce als fairer Verlierer. Im Gespräch auf der Bühne mit Master of Ceremonies Philip Brzezinski erklärte er, dass es aus seiner Sicht keinen einzelnen Schlüsselmoment gegeben habe, der das Finale entschieden habe.
„Nein, nicht wirklich. Ich denke, er war einfach früh ziemlich gut und er ist ein sehr solider Spieler“, sagte Joyce.
„Er ist sehr verlässlich, sehr konstant, und gegen ihn ist es schwer zu spielen. Also ja, ich wusste, dass es ein wirklich hartes Finale wird. Ich habe mein Bestes gegeben, aber heute hat es einfach nicht sollen sein.“
Es war eine bemerkenswert abgeklärte Analyse nach einer weiteren bitteren Finalniederlage auf der European Tour. Zuvor hatte Joyce im Halbfinale eines der spannendsten Spiele des Abends überstanden und Damon Heta mit 7:6 bezwungen. Der Australier hatte dabei die große Chance auf den Sieg vergeben, als er einen Matchdart auf das Bullseye verpasste.
Joyce nutzte die Gelegenheit konsequent aus. Mit einem 80er-Finish erzwang er zunächst das Entscheidungsleg, bevor er sich mit einem eiskalten 96er-Checkout den Einzug ins Finale sicherte. Gegen Woodhouse blieb die späte Aufholjagd jedoch aus.
Der spätere Turniersieger erwischte den deutlich besseren Start. Nach einem 13-Darter zum Hold nahm er Joyce direkt den Anwurf ab und erhöhte anschließend mit einem 140er-Finish auf 3:0.
Zwar antwortete Joyce mit einem 82er-Checkout auf Doppel-16 und holte sich das Break zurück, doch Woodhouse schlug unmittelbar zurück und nutzte einen vergebenen Dart seines Gegners auf Doppel-18, um den alten Abstand wiederherzustellen.
Beim Stand von 4:3 wurde das Finale noch einmal spannend, nachdem Joyce die Doppel-20 getroffen hatte. Doch erneut fand Woodhouse die passende Antwort. Ein weiteres Break sowie eine 180 im neunten Leg brachten ihn mit 6:3 in eine komfortable Position.
Joyce verkürzte noch einmal auf 4:6, ehe Woodhouse mit dem erwähnten 76er-Finish den nächsten wichtigen Nadelstich setzte und sich endgültig auf die Siegerstraße brachte.

Joyce hebt Woodhouses Doppelstärke hervor

Nach dem Finale wurde Joyce auch auf das Niveau des Endspiels angesprochen. Beide Spieler hatten in der entscheidenden Partie höhere Averages erzielt als über weite Strecken ihrer vorherigen Matches am Abend.
Für Joyce lag ein wesentlicher Grund dafür in der starken Doppelquote seines Gegners.
„Ich denke, mein Average ist gestiegen, weil er die Doppel jedes Mal mit ein oder zwei Darts nimmt“, erklärte Joyce.
„Also ja, das Lob gebührt ihm, dass er meinen Average ein Stück nach oben gedrückt hat.“
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