„Er spielt nicht einmal sein bestes Spiel und gewinnt trotzdem alles“ – John Part warnt Konkurrenz nach Luke Littlers UK-Open-Triumph

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 11 März 2026 um 9:00
Luke Littler
Luke Littler hat erneut Geschichte geschrieben. Der junge Engländer gewann die UK Open 2026 mit einem 11:7-Finalsieg über James Wade. Damit verteidigte er seinen Titel in Minehead erfolgreich und krönte sich zum erst vierten Spieler überhaupt, dem dieses Kunststück gelang.
Mit diesem Erfolg reiht sich Littler in eine exklusive Liste ein. Zuvor hatten nur Raymond van Barneveld, Phil Taylor und Michael van Gerwen die UK Open erfolgreich verteidigt. Ex-Weltmeister John Part, der heute als Experte und Kommentator für Sky Sports arbeitet, erkennt darin ein klares Warnsignal für den Rest der Darts-Welt.

Titel trotz B-Game

Obwohl Littler bei den jüngsten UK Open nicht durchgehend sein absolutes Topniveau zeigte, überzeugte der junge Star erneut mit einer seiner größten Stärken: der Fähigkeit, Matches zu gewinnen. Genau das hält Part für das vielleicht beunruhigendste Signal für die Konkurrenz.
John Part sieht in Luke Littlers UK-Open-Triumph ein Warnsignal für die Konkurrenz – selbst ohne Topform gewinnt der junge Engländer weiterhin große Titel
John Part sieht in Luke Littlers UK-Open-Triumph ein Warnsignal für die Konkurrenz – selbst ohne Topform gewinnt der junge Engländer weiterhin große Titel
„Es ist in gewissem Sinne ein bedrohliches Zeichen, dass er einfach alles weiter gewinnt“, erklärte Part im Love The Darts-Podcast von Sky Sports. „Er spielt nicht einmal sein allerbestes Darts, jedenfalls nicht konstant, und holt trotzdem die Titel.“
Während des Turniers erlebte Littler mehrere Phasen, in denen sein Spiel nicht vollständig ins Rollen kam. Dennoch schlug er immer wieder im richtigen Moment zu. Laut Part ist genau diese Fähigkeit ein Merkmal absoluter Topspieler.
„Ich bewundere, wie er Matches kontrolliert und genau die richtigen Darts wirft, wenn es darauf ankommt“, sagte Part. „Gleichzeitig wirkt er aber auch regelmäßig unsauber. Das macht es eigentlich noch beeindruckender, dass er trotzdem weiter gewinnt.“
Nach Ansicht des Kanadiers zeigt das deutlich, wie hoch Littlers Grundniveau bereits ist. Selbst wenn er nur mit seinem sogenannten B-Game spielt, kann ihm die Konkurrenz kaum das Wasser reichen. Sollte er wieder dauerhaft sein absolutes Topniveau abrufen, könnte der Abstand zum Rest der Dartswelt sogar noch größer werden.

Harter Weg zum Titel

Der Weg zum Titel war in Minehead alles andere als einfach. Littler musste eine Reihe starker Gegner ausschalten, um die Trophäe erneut in die Höhe stemmen zu können.
Unter anderem setzte er sich gegen Damon Heta, Kevin Doets, Gary Anderson, Danny Noppert und Josh Rock durch, bevor er im Finale erneut auf Wade traf.
Besonders das Duell mit Rock entwickelte sich zu einem echten Krimi. Der Nordire ging zwischenzeitlich sogar deutlich in Führung und schien kurz davor zu stehen, für eine Überraschung zu sorgen. Am Ende drehte Littler die Partie jedoch wieder zu seinen Gunsten.
„Als er gegen Josh spielte, dachte ich wirklich, dass es hätte fatal enden können“, räumte Part ein. „Ich weiß eigentlich nicht einmal genau, wie Josh in Führung ging, aber das sind die Momente, in denen ihn jemand erwischen könnte.“

Konkurrenz wittert Chancen

Gleichzeitig erkennt Part auch eine andere Seite dieser weniger dominanten Siege. Weil Littler seine Gegner nicht in jedem Match komplett vom Board fegt, behalten viele Spieler den Glauben, ihn schlagen zu können.
„Die Spieler, gegen die er das macht, werden sich daran erinnern“, erklärte Part. „Beim nächsten Mal gehen sie mit dem Gefühl auf die Bühne, dass sie eine Chance haben, weil sie nicht komplett überrollt wurden.“
Normalerweise ist das laut Part nicht das Szenario, auf das eine Nummer eins der Welt abzielt. In Bestform lässt ein dominanter Spieler seinen Gegnern kaum Möglichkeiten auf ein Finish.
„Wenn du wirklich in Bestform bist, gibst du deinen Gegnern vielleicht eine Chance auf ein 161er-Finish oder so etwas. Dann spielst du wirklich großartig“, sagte Part.
Dennoch könnte diese Situation letztlich sogar Littler in die Karten spielen. Solange ihm niemand eine deutliche Niederlage zufügt, wächst sein Selbstvertrauen immer weiter.
„Wenn ihn niemand wirklich trifft und sein Vertrauen erschüttert, dann wird dieses Vertrauen nur noch größer“, warnte Part. „Er wird denken: Ich spiele nicht einmal mein bestes Spiel und gewinne trotzdem alles.“

Wade zeigt starke Form

Im Finale traf Littler wie im Vorjahr auf James Wade, der einen starken Start in die Saison hingelegt hat. Viele Experten waren der Meinung, dass „The Machine“ durchaus gute Chancen auf einen Platz in der Premier League Darts gehabt hätte. Letztlich erhielt er jedoch keine Einladung.
Part glaubt, dass genau diese Enttäuschung sogar eine zusätzliche Motivation gewesen sein könnte.
„Ich denke, er hatte eigentlich ein kleines Argument, in der Premier League Darts dabei zu sein“, sagte er. „Aber man kann sich auch fragen: Würde er jetzt so spielen, wenn er dort mitgemacht hätte?“
Der Kanadier vermutet, dass die Absage Wade zusätzliche Energie verliehen hat.
„Vielleicht ist es die Reaktion, die Empörung oder das Gefühl von Ungerechtigkeit, das ihn antreibt. Als Hobbypsychologe denke ich, dass es am Ende gut für ihn ausgehen kann.“
Sollte Wade seine aktuelle Form halten, erwartet Part weitere starke Resultate. Ein Major-Titel im Jahr 2026 würde ihn sehr wahrscheinlich wieder in den Fokus für zukünftige Premier-League-Teilnahmen bringen.
„Wenn er so weiterspielt, sehe ich nicht, wie man an ihm vorbeikommt, falls er dieses Jahr ein Major gewinnt“, sagte Part abschließend. „Bei dem Niveau, das er jetzt zeigt, wirkt es logisch, dass irgendwann ein großer Titel kommt.“
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