„Er war der Meister der psychologischen Spielchen“ – Adrian Lewis erklärt, warum Taylor auch heute noch gegen Littler im Vorteil wäre

PDC
Donnerstag, 19 März 2026 um 15:30
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Laut dem zweimaligen Weltmeister Adrian Lewis hätte Phil Taylor selbst in der heutigen Ära weiterhin die Oberhand gehabt – auch gegen Senkrechtstarter Luke Littler. Nicht nur wegen seiner unvergleichlichen Klasse, sondern auch dank seiner berüchtigten psychologischen Spielchen.
Littler hat sich in rasantem Tempo zur dominierenden Kraft im Darts aufgeschwungen. Mit unter anderem zwei Weltmeistertiteln, aufeinanderfolgenden Triumphen bei der UK Open und dem Sieg in der Premier League hat er das Niveau in der Dartswelt auf neue Höhen gehoben. Trotzdem ist Lewis überzeugt: Wäre Taylor noch aktiv, wäre er immer noch der Mann, den es zu schlagen gilt.

„Er gewann schon, bevor du die Bühne betreten hast“

Im Gespräch mit dem Double Tops-Podcast erklärt Lewis, dass Taylor seine Gegner oft schon mental brach, bevor überhaupt ein Pfeil geworfen wurde. „Er hatte allerhand Tricks, um dich zu bezwingen, noch bevor du die Bühne betreten hast“, so Lewis. „Aber ehrlich gesagt: Er war so gut, dass es eigentlich gar keinen Unterschied machte.“
Laut Lewis wird heute häufig behauptet, das Niveau sei höher als je zuvor, damit ist er aber nicht ganz einverstanden. „Alle sagen, das Niveau sei jetzt besser, aber schau dir die Averages an: Die sind sogar niedriger als vor zehn bis fünfzehn Jahren.“
Was Taylor laut Lewis auszeichnete, war seine eiserne Konstanz. „Phil war so konstant. Würde er heute noch spielen, wäre er immer noch der Favorit auf jeden Titel.“ Und selbst gegen das aktuelle Phänomen Littler hat Lewis keinen Zweifel: „Luke ist ein fantastischer Spieler, aber ich würde mein Geld ohne jeden Zweifel immer noch auf Phil setzen.“
Als Beispiel führt Lewis ein Halbfinale beim Grand Slam gegen Taylor an – ein Match, das Bände spricht. „Ich spielte einen 117er Average und lag trotzdem 8:9 hinten. Was sollst du da noch machen? Ich warf praktisch in jedem Leg zweimal 180 und verlor trotzdem.“
Luke Littler und Phil Taylor posieren nebeneinander mit verschränkten Armen.
Phil Taylor und Luke Littler werden häufig als die besten Dartspieler aller Zeiten miteinander verglichen.

Meister der psychologischen Spielchen

Der inzwischen 65-jährige Taylor war nicht nur für seine Leistungen bekannt, sondern auch für seine psychologische Kriegsführung. Lewis erinnert sich an unzählige Momente, in denen „The Power“ versuchte, seine Gegner aus der Konzentration zu bringen – oft mit scheinbar kindischen Streichen.
„Er war der absolute Meister der psychologischen Spielchen. Es gab wenig, was er hinter den Kulissen nicht tat.“ So konntest du laut Lewis plötzlich dein Dartcase vermissen, wenn du kurz zur Toilette gingst. „Du kamst zurück und dein Case war verschwunden. Er liebte solche kindischen Späße, nur um dich verrückt zu machen.“
Auch abseits der Bühne machte Taylor mit seinen Streichen weiter. Auf einem Business-Class-Flug nach Australien geriet es sogar leicht aus dem Ruder. „Er warf mir ständig Erdnüsse zu. Irgendwann sagte ich: ‚Wenn noch eine Erdnuss in meine Richtung kommt, kippe ich dir die ganze Schale über den Kopf.‘“
Kurz darauf schlief Taylors Manager Bob Glenn ein – und auch dann nutzte Taylor wieder seine Chance. „Wenig später schaute ich rüber und Phil hatte sich zwei Erdnüsse in die Nasenlöcher gesteckt. Das war typisch Phil. So was hat er gemacht. Wir haben zusammen unglaublich viel gelacht“, schließt Lewis mit einem Lächeln.
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