„Meine Partnerin Amanda und ich ziehen selbst Assistenzhunde auf“ – Alan Soutar stellt sich dem London-Marathon für den guten Zweck

PDC
Donnerstag, 19 März 2026 um 17:00
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Alan Soutar steht vor einer der größten körperlichen Herausforderungen seiner Karriere – und das abseits des Oche. Der Schotte bereitet sich intensiv auf den London-Marathon vor, doch persönliche Bestzeiten oder sportlicher Ruhm treiben ihn nicht an. Soutar läuft für den guten Zweck. Sein Ziel: Spenden für Guide Dogs UK sammeln – eine Organisation, die Blindenführhunde ausbildet und Menschen mit Sehbeeinträchtigung ein selbstbestimmteres Leben ermöglicht.
„Ehrlich gesagt habe ich richtig Spaß daran“, sagt Soutar offen. „Aber es geht um mehr als nur diesen Marathon. Es geht darum, was du damit bewirken kannst.“ Während die PDC-Tour mit dichtem Turnierkalender läuft, hat Soutar seinen Alltag radikal umgestellt. Wo früher Erholung im Hotel dominierte, bestimmt jetzt das Lauftraining seinen Tagesbeginn.

Ein Anliegen, das unter die Haut geht

„Normalerweise bleibst du morgens im Hotel, bis es zur Halle geht“, erklärt Soutar. „Jetzt schnüre ich zuerst meine Laufschuhe.“ Egal ob Leicester, Hildesheim, Wigan oder Milton Keynes – Soutar nutzt jede Gelegenheit für seine Vorbereitung. Die Veränderung zeigt Wirkung: „Du kommst zurück, duschst, isst vernünftig und startest ganz anders in den Tag. Du fühlst dich frischer.“ Gerade auf der Tour, wo Spieler oft stundenlang in Innenräumen verbringen, sorgt das Training für neue Energie.
Alan Soutar winkt dem Publikum zu.
Alan Soutar engagiert sich seit mehreren Jahren für Assistenzhunde.
Der Hintergrund seines Engagements macht den Marathon für Soutar zu einer Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit seiner Partnerin Amanda zieht er seit Jahren Assistenzhunde groß. „Wir sind mittlerweile bei Welpe Nummer acht“, erzählt er. Die Hunde kommen im Alter von acht Wochen zu ihnen und bleiben rund ein Jahr. In dieser Zeit lernen sie den Alltag kennen und bereiten sich auf ihre spätere Aufgabe vor.
„Diese Hunde werden ein Teil deines Lebens“, sagt Soutar. „Und dann kommt der Moment, in dem du sie abgeben musst.“ Ein emotionaler Einschnitt – doch für einen guten Zweck. „Du weißt, wofür du es tust. Und wenn du siehst, was diese Hunde später leisten, gibt dir das unglaubliche Motivation.“
Die Idee, den Marathon überhaupt anzugehen, kam von seinem Manager Paul von Big Five Management. „Er ist eigentlich kein Läufer“, sagt Soutar lachend. „Eher jemand fürs Fitnessstudio.“ Trotzdem ließen sich beide auf das Abenteuer ein – und wurden Teil des offiziellen Charity-Programms.
Die gemeinsame Vorbereitung schweißt zusammen. „Wir verbringen ohnehin viel Zeit miteinander, reisen gemeinsam und teilen Hotels. Aber dieses Ziel hat uns noch enger verbunden“, erklärt Soutar. Neben dem sportlichen Aspekt zeigen sich auch körperliche Veränderungen: „Wir sind fitter, haben Gewicht verloren und fühlen uns besser. Und das merkt man auch am Board.“

Neue Disziplin zahlt sich auch sportlich aus

Die Umstellung wirkt sich direkt auf Soutars Leistung als Profi aus. „Dein Mindset verändert sich komplett“, betont er. „Du achtest mehr auf Ernährung, Regeneration und deinen gesamten Lebensstil.“ Diese neue Disziplin überträgt sich auf sein Spiel – und kommt zu einem idealen Zeitpunkt.
Soutar präsentiert sich auf der Pro Tour in starker Form. Mit Blick auf die kommenden Major-Turniere zeigt er sich zufrieden: „Wenn mir jemand zu Saisonbeginn gesagt hätte, wo ich jetzt stehe, hätte ich sofort unterschrieben.“ Der Marathon bleibt dabei ein zusätzlicher Antrieb. „Er hält mich fokussiert. Du kannst nicht nachlassen, weil du ein klares Ziel hast.“
Neben der sportlichen Herausforderung verfolgt Soutar auch ein ambitioniertes Spendenziel. Für die Teilnahme am Charity-Programm musste er mindestens 2000 Pfund sammeln – eine Marke, die er längst übertroffen hat. „Jetzt peilen wir die 5000 an“, sagt er. Dahinter steckt ein besonderer Anreiz: Wer diese Summe erreicht, darf einem Welpen einen Namen geben. „Das ist etwas ganz Besonderes. So hinterlässt du wirklich einen bleibenden Eindruck.“
Die Unterstützung aus der Dartszene beeindruckt ihn nachhaltig. „Die Community ist unglaublich“, sagt Soutar. „Sobald ich das Projekt veröffentlicht habe, kamen die Spenden.“ Nicht nur Fans engagieren sich, auch die PDC und zahlreiche Spieler tragen ihren Teil bei – etwa durch Preise für Charity-Aktionen.
Am Ende bleibt für Soutar eine klare Botschaft: „Wenn wir mit dem Ganzen auch nur ein einziges Leben verbessern können, hat sich jede Anstrengung gelohnt.“
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