Es war ein Abend, von dem
Josh Rock noch seinen Enkelkindern erzählen wird. Vor eigenem Publikum in Belfast spielte der Nordire am vierten Spieltag der
Premier League Darts 2026 ein perfektes Leg –
ein 9-Darter, der die SSE Arena erschütterte. Zwar verlor der Nordire sein Viertelfinale mit 6:2 gegen
Gian van Veen, doch über das Ergebnis sprach anschließend kaum noch jemand. Dieses eine Leg überstrahlte alles.
Die SSE Arena war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Rock sein Debüt in seiner Heimatstadt gab. Vom ersten Schritt auf die Bühne trugen ihn die Fans. Die Erwartungen waren enorm. Was sich jedoch im vorletzten Leg abspielte, übertraf selbst Rocks kühnste Vorstellungen.
Perfektion unter Druck
Mit zwei Maximums stellte sich Rock 141 Rest. Der erste Pfeil landete sicher in der Triple-20, der zweite in der Triple-19. Die Zuschauer hatten ihre Sitzplätze längst verlassen, als er auf die Doppel-12 zielte. Rock blieb zielsicher, setzte zu einem jetzt schon legendären Jubelsturm an und die Arena explodierte.
Josh Rock explodierte nach seinem 9-Darter mit einem emotionalen Jubelsturm, wie man ihn im Dartsport nur selten sieht
Nach dem Match stand Rock sichtbar zitternd vor den Kameras. „Mein Körper ist komplett im Overdrive. Ich stehe hier buchstäblich zitternd“,
sagte er gegenüber der PDC. „Das ist wirklich ein wahr gewordener Traum. Ich habe immer gesagt: Wenn ich jemals die
Premier League Darts spielen darf, will ich in Belfast einen
9-Darter werfen.“
Die 6:2-Niederlage gegen van Veen rückte für ihn in den Hintergrund. „Anscheinend bin ich derzeit sehr konstant darin, mit 6:2 zu verlieren“, witzelte er. „Aber einen 9-Darter vor meinem eigenen Publikum zu werfen, ist in meinen Augen eine enorme, enorme Leistung.“
Rock gab offen zu, dass er kurz zögerte, bevor er zum Wurf auf die Doppel-12 ansetzte. „Die Doppel-12 war in den letzten sechs Monaten nicht mein bester Freund. Als die Triple-20 und die Triple-19 fielen, dachte ich nur: Bitte, geh rein. Und als er saß, konnte ich meine Emotionen nicht mehr zurückhalten. Dieses Publikum … wow. Sogar Gian war am Jubeln.“
Goldene Darts für den perfekten Moment
Titelsponsor BetMGM setzte auch in dieser Saison einen besonderen Anreiz: Jeder Spieler, der einen Neundarter wirft,
erhält ein maßgefertigtes Set massiver goldener Darts im Wert von 30.000 Pfund. Direkt nach dem Match überreichte man Rock seine goldenen Pfeile – ein zusätzlicher Glanzpunkt dieses Abends. „Diese goldenen Darts bekommen einen besonderen Platz in meiner Trophäensammlung“, sagte er stolz.
Der Moment hatte für Rock eine weitere emotionale Ebene. Vor Jahren saß er selbst als Zuschauer in derselben Halle, als Adrian Lewis einen 9-Darter gegen James Wade warf. „Als ich das erste Mal hier war, sah ich Adrian Lewis ein perfektes Leg gegen James Wade spielen. Und jetzt, beim ersten Mal, dass ich selbst hier auf der Bühne stehe, mache ich es auch. Das ist doch nicht zu fassen?“
Er ergänzte: „Ich kann eigentlich nicht erklären, was ich jetzt fühle. Natürlich ist es etwas Besonderes, in der Premier League Darts einen 9-Darter zu werfen, aber dass es ausgerechnet hier in Belfast passiert, macht es noch viel spezieller.“
Sportlich weiter ohne Punkte
In der Tabelle wartet Rock weiterhin auf seine ersten Punkte in dieser Premier-League-Saison. Die Niederlage gegen van Veen bedeutete erneut ein frühes Aus. Doch dieser Abend wird nicht wegen des Resultats in Erinnerung bleiben, sondern wegen dieses perfekten Legs.
In der kommenden Woche bietet sich die nächste Chance. In Cardiff trifft Rock in der Utilita Arena auf den amtierenden Weltmeister Luke Littler. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch mit dem Selbstvertrauen eines historischen 9-Darter reist der Nordire mit breiter Brust nach Wales.
Unabhängig vom weiteren Saisonverlauf steht fest: Josh Rock hat sich in Belfast unsterblich gemacht. Und wie er selbst sagte: „Ehrlich gesagt ist es mir egal, wenn ich in meinem Leben nie wieder einen 9-Darter werfe.“