„Es ist natürlich immer etwas Besonderes, gegen so jemanden zu spielen“ – Niko Springer fiebert Zweitrunden-Duell mit Gary Anderson entgegen

PDC
Samstag, 18 April 2026 um 9:30
Niko Springer (2)
Der Einzug in Runde zwei ist perfekt, doch die Selbstanalyse fällt schonungslos aus. Niko Springer hat beim European Darts Grand Prix seine Auftaktaufgabe gemeistert, wirkt nach dem Match aber alles andere als euphorisch. „Vom Ergebnis ja, aber spielerisch würde ich nicht sagen, dass es ein großer Fortschritt war“, ordnete der Deutsche seinen Auftritt nüchtern ein.
Dabei knüpft Springer an Erfahrungen aus den vergangenen Wochen an. Bereits beim German Darts Grand Prix 2026 in München hatte er ähnliche Probleme angesprochen. „Ich hatte eine ähnliche Situation wie letzte Woche und konnte es nicht ganz so umsetzen, wie ich es mir vorgenommen habe“, erklärte er. Immerhin: „Letztendlich habe ich gewonnen und das ist das, was zählt.“

Doppel als Lebensversicherung – Springer hadert trotz Sieg

Der Blick auf die Statistiken sorgte nach der Partie für Überraschung – zumindest bei Springer selbst. „Ich war ein bisschen überrascht vom Average“, gab er zu und machte gleichzeitig deutlich, wie anders sich das Match auf der Bühne angefühlt hatte. „Das Gefühl war überhaupt nicht gut.“
Niko Springer (3)
Springer trifft in der zweiten Runde auf Gary Anderson
Vor allem auf die Doppel konnte sich der 24-Jährige verlassen. In den entscheidenden Momenten war er zur Stelle und nutzte seine Chancen konsequent. „Ich würde behaupten, dass die Doppel mich so ein bisschen gerettet haben“, sagte Springer offen.
Auch der Gegner trug seinen Teil zu einem intensiven Match bei. „Er hat das schon wirklich richtig gut gemacht“, lobte Springer den deutschen Debütanten, der ihn phasenweise unter Druck setzte. Umso wichtiger war die eigene Stabilität in den entscheidenden Phasen. Trotzdem bleibt die Kritik an sich selbst bestehen. „Letztendlich bin ich einfach mit meiner Leistung nicht so zufrieden.“

Favoritenrolle als mentale Herausforderung

Ein zentrales Thema bleibt für Springer die noch ungewohnte Rolle als Favorit. Gegen Debütanten oder nominell schwächere Gegner erwartet die Öffentlichkeit inzwischen Siege. Für den Deutschen ist das Neuland. „Ich versuche noch ein bisschen daran zu wachsen“, erklärte er.
Besonders deutlich wird der Unterschied im direkten Vergleich. „Ich glaube, es ist sehr offensichtlich, dass es mir deutlich leichter fällt, gegen jemanden zu spielen, der über mir steht“, sagte Springer. In solchen Duellen kann er befreit aufspielen, den Gegner „kitzeln“ und über sich hinauswachsen. Anders sieht es aus, wenn er selbst der Gejagte ist. „Da tue ich mich noch schwer. Das ist für mich eine ungewohnte Situation“, gab er zu.
Dass sein Name im Feld längst respektiert wird, zeigt auch eine Aussage aus dem Checkout Podcast. Dort hatte ein Kollege vor dem Turnier erklärt, möglichst nicht gegen Springer antreten zu wollen. Der Deutsche nahm das mit einem Lächeln zur Kenntnis. „Das ist ein Stück weit auch eine Anerkennung. Natürlich ist es schön, so etwas zu hören. Es motiviert mich ein bisschen.“

Duell mit Legende Gary Anderson – Springer will sich steigern

In Runde zwei wartet nun eine ganz andere Kategorie. Mit Gary Anderson trifft Springer auf einen der ganz Großen des Sports. Der zweifache Weltmeister gehört seit Jahren zu den prägenden Figuren im Darts und genießt bei Spielern wie Fans gleichermaßen höchsten Respekt.
Für Springer ist das Duell dennoch vor allem eine sportliche Herausforderung. „Ich bin auf jeden Fall sehr motiviert“, betonte er. Gleichzeitig ist ihm bewusst, was auf ihn zukommt. „Ich erwarte ein hochklassiges Spiel von seiner Seite. Deswegen muss ich mich deutlich steigern.“
Trotz aller Wertschätzung versucht Springer, den Fokus klar auf sich zu richten. „Ich versuche, auf mich zu schauen. Ich will gewinnen“, sagte er. Der Blick auf den großen Namen des Gegners soll keine Rolle spielen. „Wenn ich zu sehr darauf schaue, gegen wen ich spiele, bin ich schon wieder vom Kopf beeinflusst.“
Gleichzeitig ist ihm die Bedeutung des Moments bewusst. „Gary ist eine Legende des Sports. Es ist natürlich immer etwas Besonderes, gegen so jemanden zu spielen“, erklärte Springer. Nach dem etwas holprigen Auftakt bietet sich ihm nun die Chance, ein echtes Ausrufezeichen zu setzen.
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