„Es ist nicht glamourös, in einem Hotelzimmer zu sitzen und Müll zu essen“ – Ritchie Edhouse über die Kehrseite des Lebens als Dartspieler
PDC
Für viele Dartsfans wirkt das Leben eines Profis wie eine Abfolge aus vollen Hallen, großen Bühnen und Preisgeld. Laut Ritchie Edhouse sieht die Realität jedoch deutlich weniger verlockend aus. Die Nummer 27 der Weltrangliste zeichnet ein nüchternes Bild vom Dasein auf der Tour und betont, dass der Großteil der Arbeit abseits der Bühne stattfindet.
Der Engländer weiß, wovon er spricht. Edhouse reist nahezu wöchentlich durch Europa zu ProTour-Turnieren, Euro Tours und Majors, doch von Luxus ist seiner Aussage nach selten die Rede. „Jeder denkt, es sei glamourös, aber wir verbringen die meiste Zeit auf Bahnhöfen, in Autos oder an Flughäfen“, sagte Edhouse. Damit räumt er zugleich mit dem romantischen Bild auf, das viele Außenstehende vom Darts haben.
Leben zwischen Hotels und Fast Food
Nach Edhouse besteht das Leben auf der Tour vor allem aus Warten und Reisen, mit wenig Platz für Komfort oder Struktur. Das wirkt sich auch auf den Lebensstil der Spieler aus.
„Es ist nicht glamourös, in einem Hotelzimmer zu sitzen und Mist zu essen, ganz ehrlich. Ich wünschte, es wäre so“, gab er zu. „Man hat hin und wieder seine Momente, aber neunzig Prozent der Zeit ist es überhaupt nicht glamourös.“
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Diese Realität steht in starkem Kontrast zu dem, was Fans im Fernsehen sehen. Auf der Bühne geht es um Spektakel, hohe Averages und Highfinishes, doch hinter den Kulissen ist es laut Edhouse vor allem eine Frage von Disziplin und Durchhaltevermögen.
Die ständigen Ortswechsel erschweren zudem einen festen Rhythmus. Gesunde Ernährung und genügend Ruhe sind nicht selbstverständlich, wenn Spieler vom Flughafen ins Hotel und vom Hotel in die Spielstätte pendeln.
Zähes Saisonjahr
Sportlich erlebte Edhouse ein schwieriges Saisonjahr. Auf der ProTour erreichte er nur einmal das Viertelfinale, und auch bei den großen TV-Turnieren blieben die Ergebnisse aus.
In diesem Jahr gelang dem Engländer bei einem Major noch kein Sieg, wenngleich er auf dem Floor Anzeichen von Formverbesserung zeigte. So erreichte er bei zwei Players Championship-Turnieren das Achtelfinale.
„Madhouse“ und die Ultras
Die meisten Dartspieler haben einen Spitznamen, und der von Edhouse lautet „Madhouse“. „Er ist durch ein paar Freunde entstanden“, erklärte er. „Irgendwann war ich im Rechnen nicht so gut. Wenn ich 15 Rest hatte, warf ich zum Beispiel 13 und Doppel 1.“
Diese unorthodoxen Wege brachten ihm nicht nur verwunderte Blicke ein, sondern letztlich auch seinen Spitznamen. „Er reimt sich auf meinen Namen und blieb einfach hängen. Ich hatte danach noch andere Spitznamen, aber dieser ist geblieben.“
Seine Fangruppe, die sich selbst die ‚Edhouse Ultras‘ nennt, trägt diesen Namen inzwischen mit Stolz und sorgt regelmäßig für Stimmung, wenn der Engländer antritt.
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









