Max Hopp nennt zwei Landsleute als potenzielle Premier-League-Spieler für die Zukunft: „Sie können an einem guten Tag Spieler wie Humphries und Littler schlagen“
PDC
Max Hopp kehrte 2025 nach einigen Jahren Abwesenheit auf die PDC Pro Tour zurück. Der „Maximiser“ blickt inzwischen ein Jahr später mit neuer Energie sowohl auf sein eigenes Spiel als auch auf die Entwicklung des deutschen Darts. In einem offenen Gespräch mit Viaplay sprach er über den Premier-League-Abend in Berlin, reflektierte seine eigenen Erfahrungen auf der größten Bühne und analysiert, warum Deutschland auf Majorebene noch auf den großen Durchbruch wartet.
Max Hopp über Comeback, Premier League in Berlin und die Zukunft des deutschen Darts
Der Premier-League-Abend in Berlin ist für Hopp eines der absoluten Highlights des Jahres. „Die Premier League ist immer ein großartiges Event. Die acht besten Spieler gehören da einfach hin“, sagt er. Zugleich sieht er jedes Jahr Diskussionspunkte: „Man kann immer über Namen sprechen, die dabei sein sollten oder nicht, wie James Wade oder Danny Noppert in diesem Jahr.“
Was ihm besonders auffällt, ist, wie unterschiedlich Spieler in diesem einzigartigen Format auftreten. „Jemand wie Josh Rock zeigt Großartiges auf der European Tour und auf der Pro Tour, aber in der Premier League scheint es eine Art Blockade zu geben. Während ein Spieler wie Jonny Clayton dort stets über sich hinauswächst.“ Für das deutsche Publikum ist der Abend in Berlin besonders. „Es ist schlicht das größte und schönste Darts-Event in Deutschland.“
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Rückblick auf seine eigene Premier-League-Erfahrung
Hopp weiß wie kaum ein anderer, wie es sich anfühlt, dort auf der Bühne zu stehen. Als „Contender“ spielte er einst in einer ausverkauften Arena gegen Raymond van Barneveld. „Es waren rund 12.000 Menschen in der Halle. Das ist wirklich gigantisch“, erinnert er sich. „Ich wusste auch, was auf dem Spiel stand. Wenn ich ihn an dem Abend geschlagen hätte, hätte das große Auswirkungen auf seine Position gehabt.“
Am Ende wurde es eine Niederlage, doch das Erlebnis hinterließ Eindruck. „Das Publikum ist dreimal so groß wie bei einer Euro Tour. Du stehst dort und denkst: Das ist wirklich ein anderes Level.“
Die Magie der Premier League liegt für Hopp nicht nur im Publikum, sondern vor allem in der nötigen mentalen Umstellung. „Der Walk-on ist großartig, das genießt man. Aber danach muss man sofort den Schalter umlegen“, erklärt er. „Du schaust in die ganze Arena, bekommst neun Aufwärmdarts und dann geht’s los.“
Laut Hopp ist das der Unterschied zu anderen Turnieren. „Man ist noch voll Adrenalin und Eindrücken, aber man muss sofort fokussiert sein. Das gilt für alle, egal wie viel Erfahrung man hat.“ Über seinen Gegner an jenem Abend ist er eindeutig: „Raymond war voll fokussiert. Für mich bleibt es jedoch ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“
Wer wird der erste deutsche Premier-League-Spieler?
Wenn es um die Zukunft des deutschen Darts geht, sieht Hopp klare Kandidaten für den Durchbruch. „Ich denke, es geht zwischen Martin Schindler und Niko Springer“, sagt er. „Sie haben die Scoring-Power und können an einem guten Tag auch Spieler wie Luke Humphries und Luke Littler schlagen.“
Dahinter sieht er eine breite Mittelklasse mit Namen wie Gabriel Clemens, Ricardo Pietreczko und ihm selbst. „Eine starke Gruppe, aber noch nicht auf Premier-League-Niveau.“
Schindler steht auf Platz 16 der Order of Merit und ist damit der bestplatzierte Deutsche.
Trotz der wachsenden Zahl deutscher Tour-Card-Inhaber bleibt ein großer Titel bislang aus. Hopp ist in seiner Analyse ehrlich. „Es ist schwer zu sagen, woran das liegt. Wenn wir die Antwort wüssten, hätten wir es schon geändert“, sagt er mit einem Lächeln. Dennoch sieht er klare Faktoren. „Wir müssen kritisch zu uns selbst sein. In Matches müssen wir mehr Durchsetzungsvermögen zeigen.“
Zudem verweist er auf die internationale Konkurrenz. „Schau nach Niederlande, mit Spielern wie Michael van Gerwen und dieser neuen Generation. Das ist einfach ein höheres Niveau.“ Es spielt seiner Meinung nach auch etwas Mentales mit. „Der erste Deutsche, der ein Major gewinnt, bekommt einen besonderen Status. Das kann motivieren, aber auch eine Blockade sein. Man spürt diesen Druck.“
Sein eigenes Comeback: „Ich bin wieder hungrig“
Nach einer Phase außerhalb der Tour ist Hopp zurück und sichtlich zufrieden mit seiner Entwicklung. „Das vergangene Jahr war gut. Ich habe mich wieder für die WM qualifiziert und dort auch ein Match gewonnen. Das war wichtig für mich, um zu zeigen, dass ich noch da bin.“
Seine Zahlen untermauern dieses Gefühl. „Meine Averages liegen jetzt konstant um die Neunzig. Im Februar habe ich sogar einen Neundarter geworfen.“ Dennoch bleibt er realistisch. „Ich liege aktuell um Platz 70 der Weltrangliste. Mein Ziel ist es, Richtung Top 64 und Top 50 zu gehen.“
Auffällig ist vor allem seine erneuerte Motivation. „Ich habe keine Glaskugel, aber ich bin motiviert, alles rauszuholen. Ich will die beste Version meiner selbst erreichen. Dann sehen wir, wo das endet.“
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








