Für
Gian van Veen hätte sein erster Auftritt in der
Premier League Darts in Rotterdam zum Höhepunkt seiner Saison werden müssen. Stattdessen überwog vor allem Enttäuschung. Der Niederländer war Luke Humphries nicht gewachsen und musste an einem Abend, von dem er jahrelang geträumt hatte, eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen.
Van Veen hatte sich wochenlang auf seinen Heimabend in Rotterdam gefreut. Vor zehn Jahren saß er noch als Fan auf der Tribüne, als die Premier League erstmals in Ahoy Station machte. Nun stand er selbst auf der Bühne, als Spieler und Teil des Elitefeldes. Doch diese besondere Kulisse konnte die sportliche Enttäuschung nicht lindern. „Es war schön, das mitzuerleben, und es ist eine Erinnerung, die für immer bleibt“, aber eine schöne war es nicht, sagte er anschließend bei Viaplay.
Van Veen spielte einen Average von 93 Punkten, kam jedoch im Verlauf der Partie gegen Humphries zu kurz. Vor allem seine Scoring-Power bereitet ihm Sorgen. Der Niederländer gab nach dem Match ehrlich zu, dass sein aktuelles Niveau schon länger nicht genügt. „Das ist in letzter Zeit nun mal mein Niveau. Beim Scoring ist es nicht gut genug. Das ärgert mich. Ich arbeite hart, aber es zahlt sich noch nicht aus.“
Für einen Spieler, der monatelang auf den großen Bühnen beeindruckte, ist das eine harte Feststellung. Van Veen zählt zu den größten niederländischen Talenten und hat mit seiner WM-Finalteilnahme bereits bewiesen, dass er mit der Weltspitze angekommen ist. Gerade deshalb trifft der aktuelle Rückschlag besonders.
Probleme nach Operation
Die Formdelle scheint mit den körperlichen Problemen zusammenzuhängen, mit denen Van Veen zuletzt zu kämpfen hatte. Vor einigen Wochen musste er den Spieltag in Dublin wegen einer Operation an den Nierensteinen auslassen. Seitdem läuft es zäh.
An vier Spieltagen nach seiner Rückkehr verlor er dreimal direkt sein Auftaktmatch. Er selbst sieht einen klaren Zusammenhang zwischen dem Eingriff und seinen aktuellen Leistungen. „Es passiert nun seit ein paar Wochen, seit der Operation ist es nicht besser geworden. Das ist nicht Premier-League-würdig.“
Dass der Niederländer sich öffentlich so streng bewertet, sagt viel über seinen Antrieb und seine Ambitionen aus. Van Veen will nicht nur an der
Premier League Darts teilnehmen, er will sich dort auch zeigen. Genau deshalb schmerzt ihn die aktuelle Situation so sehr.
„Das tut mir sehr weh. Wenn du eine Einladung für die Premier League bekommst, willst du alles zeigen und dein bestes Spiel zeigen. Die ersten Wochen lief es gut, die Wochen danach deutlich weniger. Aber das gehört dazu, und ich kämpfe weiter. Ich gebe mein Bestes, und es wird schon werden.“
Obwohl Van Veen weiß, dass Erholung Zeit braucht, spürt er auch, dass die Dringlichkeit wächst. Die Liga nähert sich der entscheidenden Phase, und Punkte werden immer wichtiger. Dadurch wird das Warten auf Besserung schwieriger. „Ich gönne mir die Zeit, aber es wird langsam Zeit, dass es besser läuft.“