„Es war genau das, was ich erwartet hatte, die Buhrufe und Pfiffe“ – Littler trotzt feindseligem Empfang in Rotterdam

PDC
Freitag, 17 April 2026 um 10:30
Luke Littler (4)
Für Luke Littler wurde der Premier-League-Darts-Abend in der Rotterdamer Ahoy-Arena zu einem mit mehreren Gesichtern. Der amtierende Weltmeister erhielt im Vorfeld den Empfang, über den seit Tagen gesprochen wurde: Buhrufe und Pfiffe aus dem Publikum. Dennoch ließ sich der Engländer nicht aus dem Konzept bringen und erreichte das Finale, in dem er sich schließlich Jonny Clayton beugen musste.
Nach dem viel diskutierten Vorfall mit Gian van Veen in Manchester lag vor Littlers Rückkehr auf niederländischen Boden bereits Spannung in der Luft. In der Ahoy-Arena machten die Fans sofort deutlich, dass sie den Vorfall nicht vergessen hatten. Littler bekam während seines Walk-ons und auch im Verlauf des Abends spürbaren Gegenwind von den Rängen.
Der 19-jährige Engländer gab im Anschluss zu, dass der Empfang genau so ausfiel, wie er es erwartet hatte. Zugleich betonte er, dass es ihn kaum beeinträchtigte, sobald das Spiel einmal begonnen hatte. „Es war genau das, was ich erwartet habe, die Buhrufe und die Pfiffe“, sagte Littler gegenüber Sky Sports. „Aber ich wusste, dass ich, sobald ich auf der Bühne stand, einfach meinen Job machen konnte.“
Diese Haltung spiegelte sich auch auf der Bühne wider. Littler blieb in der Anfangsphase des Abends bemerkenswert ruhig, zeigte später in seinem Duell mit Luke Humphries jedoch mehr Emotionen. Mehrfach gestikulierte er in Richtung Publikum, es möge sich beruhigen, was die Stimmung in der Halle zusätzlich anfachte.

Mardle erkennt alte Bravour wieder

Ex-Topspieler und Experte Wayne Mardle sah während der Übertragung eine andere Version von Littler. Seiner Ansicht nach zog der junge Engländer gerade Energie aus der Konfrontation mit dem Publikum. „Littler sagte, er würde nicht auf das Publikum reagieren, aber genau das tat er dort, und das mögen sie nicht“, sagte Mardle während des Kommentars.
Laut dem Experten fiel vor allem auf, dass Littler wieder mit Überzeugung und Ausstrahlung auf der Bühne stand. „Ich denke, er hatte es satt, nicht zu reagieren. Er bewegt sich wieder mit Bravour und zeigt sich nun wirklich. Wenn er diesen Swagger hat, ist er schwer zu schlagen. Er zeigt das komplette Repertoire. Ich mag das.“
Luke Littler jubelt
Luke Littler zeigte in Rotterdam am Ende doch noch einige Emotionen

Kritik schleppt sich weiter

Die Reaktionen in Rotterdam kamen nicht aus dem Nichts. Das Nachspiel des Vorfalls mit Gian van Veen in Manchester blieb in der vergangenen Woche Gesprächsthema. Littler stellte später klar, dass er mit seinen Gesten nicht in Richtung Van Veen reagierte, sondern zu seiner Freundin Faith und ihrer Familie auf der Tribüne.
Diese Erklärung sorgte jedoch nicht für vollständige Ruhe. Im Gegenteil, die Diskussion flammte erneut auf und erhielt im Vorfeld von Rotterdam zusätzliche Aufmerksamkeit. Mardle versteht, dass die Situation für Littler inzwischen zur Belastung wird.
„Man muss sagen, dass es Dinge gibt, die er hervorragend macht, aber auch Aspekte, die besser hätten laufen können“, so Mardle. „Auch bei der WM gab es Momente, in denen er sich mit bestimmten Bemerkungen das Publikum zum Gegner gemacht hat.“
Auch zur Situation gegen Van Veen wurde er deutlich. „Was gegen Gian van Veen passiert ist, dabei wurde er erwischt. Er wurde erwischt, wie er das Publikum aufpeitschte, und sagte danach, es sei seine Familie gewesen. Am Ende spielt das vielleicht nicht einmal eine Rolle, aber jetzt ist es eben ein Thema.“

Zeit, die Geschichte zu beenden

Nach Mardles Ansicht ist die Lösung simpel: gewinnen und weitermachen. Der Engländer müsse verhindern, dass Nebenthemen weiter die Hauptrolle spielen. „Er muss das jetzt beenden. Wirklich. Er muss hierherkommen und einfach Darts spielen. Hoffentlich gewinnt er dann einen Abend, und die Geschichte erledigt sich von selbst. Dann läuft sie sich tot.“
Mardle verwies dabei auf Gerwyn Price, der in der Vergangenheit ebenfalls häufig Zielscheibe von Publikum und Kritik war, dieses Image später aber abstreifen konnte. „Das ist bei Gerwyn Price auch passiert“, sagte Mardle. „Nur bei Gezzy und Luke ist es anders, denn die kitzeln etwas im jeweils anderen hervor.“
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