Michael van Gerwen und das Rotterdam Ahoy erweisen sich seit der Einführung des neuen Premier-League-Formats im Jahr 2022 weiterhin als keine glückliche Kombination. Zum vierten Jahr in Folge schied der Niederländer vor heimischem Publikum sofort aus, was bei ihm sichtbar für Frust sorgte.
Bereits vor dem Spieltag ließ „Mighty Mike“ durchblicken, dass Auftritte im eigenen Land stets zusätzlichen Druck bedeuten. Und die Ergebnisse der vergangenen Jahre scheinen das zu bestätigen. Gestern Abend lief es erneut schief in seinem Auftaktmatch gegen Jonny Clayton, gegen den er chancenlos mit 6:2 verlor.
Clayton bestraft Aussetzer gnadenlos
„Ich bin hier total bedient“, reagierte Van Gerwen direkt nach seinem Match vor den Kameras von Viaplay. Beim Stand von 1:1 vergab der Niederländer zwei Darts zur Führung, anschließend verlor er vier Legs in Serie und geriet in eine hoffnungslose Lage. „Wenn du dir da eine gute Chance herausspielst, musst du sie nutzen. Dann musst du selbstkritisch sein, dass du es gegen einen Clayton in dieser Form hast liegen lassen. Das ärgert mich.“
Clayton startete den Abend in Rotterdam als Nummer eins der Tabelle und reiste entsprechend mit viel Selbstvertrauen an. Mit einem Scoring-Average von rund 125 Punkten zog er schnell auf 5:1 davon, und nachdem Van Gerwen noch ein Leg zurückholte, beendete „The Ferret“ die Partie stilvoll mit einem phänomenalen 170-Finish. Darauf hatte sich Van Gerwen im Vorfeld bereits eingestellt. „Du weißt, dass du es mit einem Clayton zu tun hast, der gut drauf ist und in einem Flow steckt. Das versuchst du zu durchbrechen, und das ist nicht leicht.“
„Tut meinen Augen weh“
Obwohl Van Gerwen eine deftige Niederlage kassierte, spielte er selbst keineswegs schlecht. Genau deshalb schmerzte das Resultat umso mehr. „Ich bin so enttäuscht, weil ich mich so gut fühle. Und dann zeige ich nicht, was ich kann. Ich denke, ich spiele ein okayes Match, aber ich bin so viel besser als das. Manchmal tut es mir einfach in den Augen weh.“
Dennoch muss sich „MVG“ wieder aufrappeln, denn trotz seines frühen Aus liegt er mit Rang vier in der Tabelle virtuell weiterhin auf Play-off-Kurs. Mit noch fünf Spielwochen in dieser
Premier League hat der Niederländer also noch alles, wofür es sich zu spielen lohnt. Nächsten Donnerstag steht Woche 12 in Liverpool auf dem Programm, und dann trifft Van Gerwen in seinem ersten Match auf das Schlusslicht der Tabelle, Josh Rock.