Gian van Veen richtet den Blick klar nach oben. Der 24-jährige Niederländer steht aktuell auf Rang drei der
PDC Order of Merit und wittert seine Chance, sich in den kommenden Monaten auf Platz zwei vorzuschieben. Der Rückstand auf
Luke Humphries ist zwar deutlich, doch die Ausgangslage spricht für den Europameister.
Van Veen liegt derzeit £252.000 hinter dem Engländer, profitiert jedoch von einer günstigen Konstellation im Ranking. Während er selbst nur 12,3 Prozent seines Preisgeldes verteidigen muss, steht Humphries unter deutlich größerem Druck. Der Weltranglisten-Zweite muss satte 44,3 Prozent seines erspielten Betrags bestätigen – ein klarer Vorteil für den Niederländer.
Günstiger Spielplan und starke Form als Trumpf
Auch sportlich zeigt die Formkurve bei Van Veen klar nach oben. Der Niederländer spielte eine starke erste Saisonhälfte und erreichte das Finale der Darts WM. Zudem stand er im Halbfinale der World Masters und etablierte sich damit endgültig in der Weltspitze.
Van Veen könnte Humphries möglicherweise schon nach diesem World Matchplay als Nummer zwei der Welt ablösen.
Ein Blick auf den Turnierkalender verstärkt die Hoffnung zusätzlich. Vor zwei Jahren schied Van Veen beim
World Matchplay, World Grand Prix, der European Championship sowie den Players Championship Finals jeweils früh aus. Lediglich beim Grand Slam of Darts gelang ihm ein tiefer Lauf bis ins Viertelfinale. Entsprechend wenig Preisgeld muss er in den kommenden Monaten verteidigen – eine ideale Ausgangslage, um Boden gutzumachen.
Van Veen kennt diese Zahlen genau und ordnet sie realistisch ein. Nach der WM wurde ihm bewusst, dass er in dieser Saison deutlich freier aufspielen kann. Frühe Niederlagen bei großen Turnieren aus der Vergangenheit eröffnen ihm nun die Chance, ohne großen Druck anzugreifen. Lediglich beim Grand Slam of Darts steht eine nennenswerte Summe auf dem Spiel – ein Turnier, das erst später im Jahr ansteht.
„Humphries und Littler sind die zwei besten Spieler der Welt“
Trotz seiner Ambitionen bleibt Van Veen selbstkritisch und zeigt großen Respekt vor der Konkurrenz. Besonders Luke Humphries und
Luke Littler hebt er hervor. Für ihn bilden die beiden aktuell die Spitze im Welt-Darts.
Er verfolgt das Rennen um Platz zwei aufmerksam, weiß aber gleichzeitig, wie konstant beide Engländer auf höchstem Niveau performen. Humphries habe sich nach kleineren Formschwankungen wieder stabilisiert und spiele inzwischen wieder überragend. Littler wiederum bestätigt Woche für Woche sein außergewöhnliches Talent.
Beim World Matchplay in Blackpool sieht Van Veen Humphries erneut als einen der Topfavoriten. Der Titelverteidiger bringt die nötige Erfahrung und Form mit, um das Turnier wieder zu gewinnen. Für Van Veen und die übrige Konkurrenz bedeutet das eine klare Herausforderung: Wer ganz nach oben will, muss an diesen beiden Spielern vorbei.
Titel zählen mehr als Ranglistenplätze
So reizvoll ein Sprung auf Platz zwei auch wäre – Van Veen denkt langfristig. Die Nummer eins der Welt bleibt vorerst ein fernes Ziel. Der Abstand zu Luke Littler beträgt aktuell rund zwei Millionen Pfund, eine Lücke, die sich nur mit konstanten Top-Ergebnissen und vor allem mit einem WM-Titel schließen lässt.
Van Veen bewertet die Situation nüchtern. In der aktuellen Konstellation der Weltrangliste führt kaum ein Weg am Gewinn der Weltmeisterschaft vorbei, wenn man ganz an die Spitze will. Besonders mit einem Spieler wie Littler in dieser Form erscheint diese Aufgabe enorm anspruchsvoll.
Dennoch setzt Van Veen seine Prioritäten klar. Die Weltrangliste spielt für ihn eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist ihm der Erfolg bei den großen Major-Turnieren. Dort will er liefern, dort will er Titel gewinnen.
Ein Weltmeistertitel hätte für ihn einen deutlich höheren Stellenwert als die Position an der Spitze der Rangliste. Diese Haltung zeigt, wie klar der Niederländer seinen Weg definiert hat. Er denkt nicht in Zahlen, sondern in Titeln – und genau das macht ihn zu einem ernsthaften Kandidaten für die Zukunft des Darts.