Das
World Matchplay 2026 rückt näher. Vom 18. bis zum 26. Juli 2026 verwandeln sich die legendären Winter Gardens in Blackpool erneut in die Bühne für eines der prestigeträchtigsten Dartturniere des Jahres. Nur die Darts-WM bringt mehr Punkte für die Weltrangliste, weshalb Fans das World Matchplay liebevoll als „Sommer-WM" bezeichnen.
Die Auslosung der ersten Runde verspricht wie gewohnt Spannung, auch wenn die Auswahl der Top-Duelle diesmal keine leichte Aufgabe darstellte. Der Grund liegt in der Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes: Die ProTour-Qualifikanten treffen jeweils auf einen Spieler aus den weltweiten Top 16, und unter den Qualifikanten finden sich einige weniger klangvolle Namen. Nicht jede Erstrundenpartie verspricht deshalb auf dem Papier gleich viel Feuerwerk. Zudem fehlen etablierte Größen: Peter Wright, Michael Smith und Dimitri Van den Bergh verpassten die Qualifikation für Blackpool, ihre Teilnahme hätte automatisch für größere Zugkraft gesorgt. Auch Justin Hood, Cristo Reyes, Beau Greaves und Kim Huybrechts hätten dem Feld zusätzliche Ausstrahlung verliehen.
Trotzdem bietet die Auslosung genügend Zutaten für echte Leckerbissen. Mehrere gesetzte Spieler treffen auf Gegner in starker Form, während gleich mehrere Niederländer direkt einer ernsthaften Bewährungsprobe entgegenblicken. Laut DartsNews.de zählen diese fünf Partien zu den attraktivsten Erstrundenduellen der World Matchplay 2026.
Luke Littler - Niko Springer
| Name | Luke Littler | Niko Springer |
| Alter | 19 | 26 |
| Anzahl Teilnahmen am World Matchplay | 3 | 1 |
| Bestes World Matchplay-Ergebnis | Sieg 2025 | Debüt |
| Siege im direkten Duell | 1 | 0 |
Wer stoppt
Luke Littler auf dem Weg zu einem weiteren World-Matchplay-Titel? Die Chance dazu bietet sich möglicherweise schon in der ersten Runde. Der Titelverteidiger eröffnet sein Turnier gegen Debütant Niko Springer. Auf dem Papier geht Littler als klarer Favorit ins Rennen, doch gerade die Auftaktrunde bringt die kleinsten Abstände zwischen den Spielern mit sich. Das Format läuft noch im Modus Best of 19 Legs, sodass eine schwächere Phase sofort bestraft werden kann.
An den beeindruckenden Zahlen des jungen Engländers ändert das jedoch wenig. Littler verlor im gesamten Kalenderjahr noch kein einziges Match bei einem Ranking-Major. Seine letzte Niederlage bei einem TV-Turnier mit Einfluss auf die
Weltrangliste geht sogar auf die EM 2025 zurück, als James Wade ihn bezwang. Auch im Vorjahr legte Littler in Blackpool einen furiosen Start hin: Ryan Searle kassierte damals ein 10:2, und „The Nuke" spielte dabei einen Average von 108,92.
Springer feiert derweil sein Debüt beim World Matchplay. Seine Qualifikation verdankt der Deutsche vor allem seinem überraschenden Triumph bei der Hungarian Darts Trophy im September 2025. Danach verlief seine Saison nicht immer überzeugend, zuletzt zeigte die Formkurve mit einem Halbfinale und einem Viertelfinale auf der Pro Tour jedoch wieder nach oben.
Ein Vorteil für den Deutschen könnte sein, dass er gegen Littler noch kaum Narben davongetragen hat. Beide standen sich erst einmal gegenüber, beim Players Championship 5 Anfang 2025. Damals rettete sich Littler mit einem knappen 6:5-Sieg über die Ziellinie. Springer bewies zudem mehrfach, dass er der absoluten Weltspitze wehtun kann: Auf der Euro Tour warf er bereits mehrfach Averages über 100, und bei Majors feierte er beachtliche Erfolge gegen Michael van Gerwen und Gary Anderson. Für Littler könnte dieses Auftaktduell deshalb gefährlicher werden, als es auf dem Papier wirkt.
Luke Littler startet das World Matchplay als Titelverteidiger
Chris Dobey - Dirk van Duijvenbode
| Name | Chris Dobey | Dirk van Duijvenbode |
| Alter | 36 | 34 |
| Anzahl Teilnahmen am World Matchplay | 7 | 5 |
| Bestes World Matchplay-Ergebnis | Viertelfinale 2023 | Viertelfinale 2022 |
| Siege im direkten Duell | 9 | 9 |
Um ein frühes Aus muss vor allem einer der gesetzten Spieler ernsthaft bangen: Chris Dobey.
Dirk van Duijvenbode hat nämlich pünktlich zum Turnier seine Topform wiedergefunden. Der Niederländer erreichte jüngst das Viertelfinale der European Darts Open in Leverkusen und überzeugte auch auf der Pro Tour mit zwei Viertelfinals sowie einem Finaleinzug in den vergangenen Wochen.
Auch in Blackpool fühlt sich Van Duijvenbode für gewöhnlich wohl. Von seinen vier bisherigen Teilnahmen überstand er dreimal die erste Runde, seine beste Leistung lieferte er 2022 mit dem Einzug ins Viertelfinale ab.
Dobey startete die Saison eigentlich stark. Der Engländer gewann zwei Players-Championship-Turniere und erreichte früh in der Euro-Tour-Saison ein Halbfinale sowie ein Viertelfinale. In den letzten Monaten überzeugt seine Form allerdings deutlich weniger: Bei seinen letzten fünf Euro-Tour-Auftritten gewann Dobey nur ein einziges Match, und auch auf der Pro Tour bleiben seine Ergebnisse spürbar hinter dem vergangenen Frühjahr zurück.
Für Dobey ist es bereits die siebte Teilnahme am World Matchplay. Auffällig: Seine ersten drei Auftritte endeten allesamt direkt in der Auftaktrunde, während er die letzten drei Ausgaben jeweils überstand.
Auch die direkten Duelle machen dieses Aufeinandertreffen besonders spannend. Dobey und Van Duijvenbode treffen zum neunzehnten Mal aufeinander, die Bilanz steht völlig ausgeglichen bei 9:9. Van Duijvenbode entschied allerdings die letzten drei Begegnungen für sich, darunter erst am vergangenen Wochenende bei den European Darts Open. Alle Zutaten für das vielleicht unberechenbarste Match der ersten Runde liegen damit auf dem Tisch.
Dirk van Duijvenbode ist in den vergangenen Wochen wieder gut in Form
Ross Smith - Kevin Doets
| Name | Ross Smith | Kevin Doets |
| Alter | 37 | 28 |
| Anzahl Teilnahmen am World Matchplay | 5 | 1 |
| Bestes World Matchplay-Ergebnis | Viertelfinale 2024 | Debüt |
| Siege im direkten Duell | 3 | 4 |
Für
Kevin Doets fühlt sich dieses Match wie die Belohnung für eine herausragende Saison an. Der Niederländer gibt sein Debüt beim World Matchplay und reist mit viel Selbstvertrauen nach Blackpool. Allein im Jahr 2026 erreichte Doets auf der Euro Tour ein Viertelfinale, ein Halbfinale und sogar ein Finale. Bei den Players-Championship-Turnieren stand er zudem gleich zehnmal mindestens im Viertelfinale, den absoluten Höhepunkt markierte sein
Titelgewinn bei Players Championship 13.
Doets liefert regelmäßig hervorragende Averages ab und bewies in den vergangenen Jahren mehrfach, dass er sich vor großen Namen nicht versteckt. Mittlerweile steht er fest in den Top 32 der Weltrangliste, ein gutes Ergebnis in Blackpool könnte ihn erneut deutlich nach oben bringen. Ihm gegenüber steht allerdings ein Gegner, der selbst eine starke Saison spielt: Ross Smith gewann in diesem Jahr bereits ein Euro-Tour-Event und zwei Players-Championship-Turniere und behauptet sich seit längerer Zeit in den Top 16 der Welt.
Auffällig ist jedoch, dass Smith seine starke Pro-Tour-Form nur selten auf die großen TV-Bühnen überträgt. Genau dort liegt für „Smudger" noch viel Potenzial – tritt er auch bei Majors konstanter auf, steckt in seiner Position auf der Weltrangliste noch deutlich Luft nach oben. Für Smith wird es der fünfte Auftritt in Blackpool. Dreimal schied er direkt in Runde eins aus, 2024 erreichte er dagegen stark das Viertelfinale. Dieses Ergebnis gilt es nun zu verteidigen.
Auch die direkten Zahlen sprechen für Doets: Von den sieben bisherigen Duellen gewann der Niederländer vier. Das jüngste Aufeinandertreffen datiert vom Players Championship 17 im Mai dieses Jahres, als Doets mit einem klaren 6:2 die Oberhand behielt. Ein wichtiger Unterschied bleibt allerdings bestehen: Alle bisherigen Duelle fanden auf der Pro Tour statt, auf einer großen TV-Bühne standen sich beide noch nie gegenüber.
Kevin Doets gibt sein Debüt beim World Matchplay
Gian van Veen - Krzysztof Ratajski
| Name | Gian van Veen | Krzysztof Ratajski |
| Alter | 24 | 49 |
| Anzahl Teilnahmen am World Matchplay | 3 | 7 |
| Bestes World Matchplay-Ergebnis | Viertelfinale 2025 | Halbfinale 2021 |
| Siege im direkten Duell | 2 | 2 |
Für Gian van Veen wartet direkt eine knüppelharte Auftakthürde. Die Nummer drei der Welt bekommt es mit Krzysztof Ratajski zu tun, der am vergangenen Wochenende in beeindruckender Manier die European Darts Open gewann. Bei genau diesem Turnier bezwang der Pole Van Veen bereits in Runde drei mit 6:3 – die direkte Bilanz steht damit nun völlig ausgeglichen bei 2:2. Bei Majors besitzt Ratajski sogar einen kleinen Vorteil, da er auch das Duell bei den Players Championship Finals 2025 für sich entschied.
Van Veen bestreitet sein drittes World Matchplay. Bei seinem Debüt 2024 schied er direkt aus, im vergangenen Jahr erreichte er dagegen stark das Viertelfinale. Allerdings läuft es für den Niederländer in den letzten Monaten nicht rund. Nach einem fantastischen 2025, in dem er den Europameistertitel holte und anschließend sensationell das WM-Finale erreichte, startete er zunächst auch hervorragend in die Premier League Darts. Im März bremsten ihn dann Nierensteine aus, seitdem wirkt „GVV The Giant" nicht mehr ganz derselbe. Die erste Runde erwies sich in den vergangenen Monaten häufig als Stolperstein, tiefe Turnierläufe blieben rar. Erste Anzeichen der Besserung zeigen sich dennoch: Van Veen spielte zuletzt wieder mehrere Averages über 100 und erreichte Anfang des Monats das Halbfinale bei Players Championship 24.
Während Van Veen sich langsam zurückarbeitet, scheint Ratajski endgültig zur Weltspitze zurückgekehrt zu sein. Der Pole gewann nicht nur die European Darts Open, sondern erreichte in dieser Saison bereits zwei Halbfinals auf der Euro Tour. Zudem stand er im Viertelfinale sowohl der Darts-WM als auch der UK Open.
Das markiert einen enormen Unterschied zu den vergangenen beiden Spielzeiten, in denen Ratajski mit seiner Form kämpfte. Beim vergangenen WM-Turnier erklärte der Pole, dass zwei Gehirnoperationen wegen eines Aneurysmas für diese schwächere Phase verantwortlich gewesen seien. Diese Gesundheitsprobleme gehören inzwischen der Vergangenheit an, und genau das spiegelt sich 2026 erneut in ausgezeichneten Resultaten wider.
Gian van Veen muss beim World Matchplay sofort hart ran
Wessel Nijman - Dave Chisnall
| Name | Wessel Nijman | Dave Chisnall |
| Alter | 26 | 45 |
| Anzahl Teilnahmen am World Matchplay | 2 | 16 |
| Bestes World Matchplay-Ergebnis | Zweite Runde 2025 | Viertelfinale 2013, 2014, 2015, 2016 und 2018 |
| Siege im direkten Duell | 3 | 0 |
Über diesem World Matchplay schwebt vielleicht eine Frage besonders groß: Was kann
Wessel Nijman endlich bei einem Major zeigen? Auf der Pro Tour ist der Niederländer 2026 schlicht der beste Spieler des Circuits. Mit sechs Players-Championship-Titeln und zwei Euro-Tour-Siegen ragt er klar heraus.
Auch seine Averages sprechen Bände: Nijman verzeichnete in dieser Saison bereits dreimal einen Average von über 110 und spielte darüber hinaus zahlreiche Partien über 100. An der Qualität besteht also kein Zweifel, offen bleibt nur die Frage, ob er dieses Niveau auch im TV abrufen kann. Bislang erreichte Nijman bei einem Major noch nie die letzten Acht. Bemerkenswert: Seit dem Gewinn seiner beiden Euro-Tour-Titel bestritt er noch kein einziges TV-Turnier. Möglicherweise verleiht ihm gerade dieses zusätzliche Selbstvertrauen den entscheidenden Schub.
An Blackpool hat Nijman zudem gute Erinnerungen. Bei seinem Debüt im Vorjahr sorgte er für eine Überraschung und schaltete Ex-Sieger Nathan Aspinall direkt aus. Danach erwies sich James Wade in der zweiten Runde mit deutlichem Abstand als eine Nummer zu groß. Die Erwartungen liegen in diesem Jahr entsprechend deutlich höher.
Sein Gegner Dave Chisnall qualifizierte sich nur hauchdünn für das Turnier. Lange Zeit drohte der Engländer die Teilnahme zu verpassen, ein Viertelfinale auf der Euro Tour und ein Halbfinale auf der Pro Tour beim vorletzten Qualifikationsturnier sicherten ihm dann aber doch noch den Platz im Feld.
Für Chisnall wird es bereits die sechzehnte Teilnahme in Folge am World Matchplay. Zwischen 2013 und 2018 erreichte er gleich fünfmal das Viertelfinale, an dieses Niveau konnte er danach jedoch nicht mehr anknüpfen. Bei seinen letzten drei Teilnahmen schied „Chizzy" sogar jeweils direkt in der Auftaktrunde aus. Auch seine Saison verläuft wechselhaft: Gelegentlich erreicht Chisnall noch ein Viertelfinale, dem stehen jedoch auffallend viele frühe Niederlagen gegenüber.
Auch die direkten Duelle sprechen zuletzt für Nijman. Der Niederländer gewann alle drei bisherigen Aufeinandertreffen mit Chisnall, wenngleich sämtliche Partien auf dem Floor stattfanden – gegen Nijman wartet der Engländer damit noch auf seinen ersten Sieg. Das macht dieses Match zusätzlich spannend: Zeigt Nijman seine beeindruckende Pro-Tour-Form endlich auch auf einer großen TV-Bühne, könnte Blackpool genau das Turnier werden, bei dem er endgültig in der absoluten Weltspitze ankommt.
Kann Wessel Nijman seine gute Form nun auch bei den Majors zeigen?