„Glaubst du, ich kriege einen Dart los?“ – Radio-DJ lehnt 501.000-Pfund-Duell mit Luke Littler ab

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 11 September 2026 um 8:00
Luke Littler (1)
Ein einziges Leg 501 gegen Luke Littler spielen und dabei die Chance auf satte 501.000 Pfund haben – für Darts-Amateure klingt das nach einer einmaligen Gelegenheit. Radio-DJ Dylan Boet bekam tatsächlich die Möglichkeit, sich einen Platz in der neuen Netflix-Show rund um den zweifachen Weltmeister zu sichern. Doch der 29-jährige Niederländer lehnte die Einladung ab.
Boet, Radio-DJ und eines der Gesichter von Radio 538, berichtete im Podcast „Sportnieuws.nl Darts Draait Door“ von seiner außergewöhnlichen Einladung. Netflix arbeitet derzeit an einem Format, in dem Amateurspieler die Gelegenheit bekommen, gegen Littler anzutreten. Der Einsatz könnte kaum höher sein: Wer den Weltmeister in einem Leg bezwingt, kann stolze 501.000 Pfund gewinnen.

Einladung zum Casting in England

Als Boet von dem Aufruf erfuhr, beschloss er, sein Glück zu versuchen. Zu seiner eigenen Überraschung ließen die Organisatoren tatsächlich von sich hören: Der Niederländer erhielt eine Einladung zum Casting in England.
Luke Littler in Aktion.
Luke Littler wird zum Endgegner für Darts-Amateure: In einem neuen Netflix-Format winken für ein gewonnenes Leg gegen den zweifachen Weltmeister satte 501.000 Pfund.
„Ich bekam eine Mail mit der Frage, ob ich am 12.09. in London oder am 19.09. in Manchester zum Casting kommen wolle“, erzählt Boet. Damit war der Weg zu einem möglichen Duell mit Littler plötzlich tatsächlich offen. Doch bei Boet kamen Zweifel auf.

Schon vor dem Casting wären 600 Euro weg

Der Radio-DJ setzte sich mit den praktischen Folgen seiner Teilnahme auseinander. Für das Casting müsste er eigens nach England reisen und erhebliche Kosten auf sich nehmen – ohne zu wissen, ob er überhaupt die erste Runde überstehen würde. „Ich habe für mich gerechnet. Dann bin ich mit allem zusammen 600 Euro los, und das Casting hat noch nicht einmal begonnen.“
In der ersten Castingrunde müssen die Bewerber vor einer Jury ein 501-Leg spielen. Genau an diesem Punkt rechnet sich Boet nur geringe Chancen aus. Sein eigenes Niveau sei schlicht nicht gut genug, um dort zu überzeugen. „Sie bewerten dein Niveau schon an den ersten Darts, die du wirfst. Wenn sie mich sehen, schicken sie mich direkt nach Hause und ich bin die 600 Euro los. Also ja, ich fahre da nicht hin.“
Erst nach dieser Runde folgt ein Gespräch mit dem Castingteam, bei dem sich die Kandidaten persönlich präsentieren können. Ein Teil des Auswahlverfahrens, der Boet als Radio-DJ, der täglich vor einem großen Publikum zu hören ist, deutlich mehr entgegenkommen würde. „Hätten sie die Runden getauscht und ich dürfte erst sprechen, hätten sie mich vielleicht aus einer Art Mitleid noch ins Programm genommen“, scherzt er.

„Darten ist dann das einzige Problem“

Für Ex-Profi Vincent van der Voort wäre Boet von seiner Persönlichkeit her sogar bestens für das Format geeignet. Einen entscheidenden Haken sieht aber auch der ehemalige niederländische Profi: „Ich denke, du passt da sehr gut rein, nur ist Darten dann das einzige Problem“, sagt van der Voort augenzwinkernd.
Boet kann dieser Einschätzung wenig entgegensetzen. Im Gegenteil: Er räumt offen ein, dass ausgerechnet das Dartspielen sein größtes Hindernis darstellt. „Wenn ich bei einem lokalen Turnier mitmache, werde ich schon nervös. Ich kann meine Nerven überhaupt nicht im Zaum halten.“
Die Vorstellung, anschließend vor einem riesigen Netflix-Publikum ausgerechnet gegen Littler antreten zu müssen, macht die Sache für ihn erst recht nahezu unmöglich. „Angenommen, es passt wirklich alles und läuft perfekt. Das Gespräch klappt, die Jury der PDC ist überzeugt, und sie stellen mich gegen Littler. Glaubst du, ich kriege einen Dart los? Ich glaube nicht.“

„An einem guten Tag werfe ich sechzig im Average“

Auch seine spielerischen Fähigkeiten schätzt Boet realistisch und alles andere als euphorisch ein. Während Littler zur absoluten Weltspitze zählt und regelmäßig einen Average von mehr als 100 Punkten spielt, bewegt sich der Radio-DJ auf einem deutlich niedrigeren Niveau. „Ich bin auch gar nicht so gut. An einem guten Tag werfe ich sechzig im Average, oft liegt er eher bei 45. Da ist nichts zu machen.“
Boet hat sich deshalb entschieden, diese außergewöhnliche Gelegenheit verstreichen zu lassen. Die Reise nach England, die damit verbundenen Kosten und vor allem die große Unsicherheit, überhaupt die erste Castingrunde zu überstehen, wiegen für ihn schwerer als die Aussicht auf die enorme Hauptprämie.
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