Dass
Luke Littler bereits in jungen Jahren über außergewöhnliches Talent verfügte, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch bei ihrer ersten Begegnung brachte der heutige Weltklassespieler selbst
JDC-Chairman
Steve Brown völlig aus der Fassung. Mehr noch: Brown war zunächst fest davon überzeugt, bei einem Online-Match betrogen worden zu sein.
Einen wichtigen Teil seiner Entwicklung absolvierte Littler bei der Junior Darts Corporation (JDC), wo er 2022 und 2023 die JDC World Championship gewann. Brown begegnete dem späteren Weltmeister allerdings schon einige Jahre zuvor zum ersten Mal. Während der Corona-Pandemie traf er online auf Littler, der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal elf oder zwölf Jahre alt war.
„Ich war überzeugt, dass er schummelte“
„Es war während COVID. Ich denke, er war elf oder zwölf, und ich meine, wir spielten auf einem Nexus-Board oder so etwas“, erinnert sich Brown im
Weekly Dartscast. „Es gab ein Online-Turnier und sein Vater war natürlich bei ihm. Sein Vater wusste, wer ich bin, ebenso wie Luke, weil ich Chairman der JDC war.“
Luke Littler verfügte bereits als Elf- oder Zwölfjähriger über außergewöhnliche Fähigkeiten am Oche. JDC-Chairman Steve Brown hielt seine Scores zunächst sogar für unglaubwürdig.
Da es während der Corona-Zeit kaum andere Möglichkeiten gab, Darts zu spielen, nahm Brown von seiner Garage aus an Online-Turnieren teil. Bei einem dieser Wettbewerbe wurde ihm schließlich der blutjunge Littler als Gegner zugelost.
„Sein Vater sagte: ‚Du spielst gegen meinen Sohn Luke, nicht gegen mich.‘ Ich sagte: ‚Alles klar, kein Problem.‘ Aber ich war überzeugt, dass er schummelte, weil die Scores, die er warf, absurd waren.“
Littler setzte sich tatsächlich gegen Brown durch – und hinterließ beim JDC-Chairman zunächst vor allem Frust. „Ich weiß noch, dass ich etwas verärgert war und das Gespräch sehr schnell beendete. So nach dem Motto: ‚Bis zum nächsten Turnier.‘ Er war einfach so gut.“
Erst im Anschluss begann Brown zu realisieren, dass bei dem Online-Match womöglich überhaupt nicht geschummelt worden war. An seine unmittelbare Reaktion nach der Partie und das anschließende Gespräch mit seiner Frau kann er sich bis heute bestens erinnern.
„Ich weiß noch, wie ich ins Schlafzimmer ging und zu meiner Frau sagte: ‚Ich glaube, ich bin gerade bei einem Darts-Spiel betrogen worden.‘ Aber nein, er war einfach so gut.“
Rückblickend war es eine bemerkenswerte erste Begegnung mit einem Spieler, der nur wenige Jahre später die großen Bühnen der Dartswelt erobern sollte. Littlers außergewöhnliche Scores erschienen Brown damals derart unglaublich, dass er zunächst an einen Betrug glaubte. Tatsächlich waren sie jedoch ein früher Vorgeschmack auf das enorme Talent, das der spätere Weltklassespieler bereits als Elf- oder Zwölfjähriger besaß.