Gian van Veen verließ nach Spieltag 12 der
Premier League Darts in Liverpool die Bühne mit gemischten Gefühlen. Der Niederländer unterlag im Halbfinale knapp mit 6:5 gegen Jonny Clayton, sah zugleich jedoch genügend Ansatzpunkte für die kommenden Wochen.
„Ja, das ist sicher schade“, erkannte Van Veen direkt nach dem Match bei Viaplay an. „Ich verpasse ein paar Chancen, um 4:2 in Führung zu gehen. Dann lässt du ihn im Spiel und er zieht einfach weg.“ Damit spielte er auf eine entscheidende Phase an, in der er es verpasste, sich von Clayton abzusetzen.
Der junge Niederländer bekam später in der Partie noch eine Gelegenheit, das Match über ein 167-Finish zu gewinnen. „Du gehst nicht davon aus, dass so ein Finish sitzt, denn es bleibt schwierig. Aber du bekommst eine Chance und hoffst einfach, dass du triffst“, so Van Veen, der das Bullseye leider verfehlte.
Dennoch hatte er während des Spiels das Gefühl, dass mehr drin war. „Hundert Prozent. Von Beginn an dachte ich: Den kann ich heute schlagen. Ich bin natürlich hierhergekommen, um zu gewinnen. Ich habe ein paar Darts auf Doppel 6 zum 4:2 verpasst. Danach zieht er auf 5:3 weg und dann wird es sehr schwierig.“
Van Veen sah in dieser Phase auch genau, warum Clayton in der Tabelle so weit oben steht. „Das ist ein bisschen das, was er die ganze
Premier League macht: Er spielt gut, aber nicht unbedingt überragend. Nur nutzt er seine Chancen. Das hat er auch gegen mich getan. Damit zeigt er, warum er oben steht.“
Clayton landete im entscheidenden Moment mehrere hohe Finishes in Serie, wodurch das Match endgültig drehte. Van Veen musste hinterherlaufen und kam noch einmal heran, konnte die Partie aber nicht mehr wenden.
Van Veen hat nach zwölf Spieltagen in der Premier League nun 14 Punkte gesammelt und liegt damit auf Rang 5 der Tabelle.
„Das fühlt sich wie Aufstehen an“
Trotz der Niederlage überwog bei Van Veen ein positives Gefühl, gerade mit Blick auf die Zeit, die hinter ihm liegt. Nach körperlichen Problemen durch Nierensteine war es ein Suchen nach Form und Rhythmus.
Diese Genesung verlief mit Höhen und Tiefen. Auf die Frage, ob sich dieser Abend wie Aufstehen anfühlte, antwortete der Niederländer entschlossen: „Das fühlt sich definitiv wie Aufstehen an“, sagte er. „Auch wenn ich dieses Match verliere, habe ich einfach gut gespielt. Es fühlte sich gut an und ich hatte wieder Spaß auf der Bühne. Das ist auch schon ein paar Wochen her.“
Diese neue Energie und die Freude am Spiel geben ihm Vertrauen. „Die ersten Partien waren vielleicht nicht überragend, aber gefühlt war es schon besser. Daraus kann ich wirklich viel Selbstvertrauen ziehen. Das Wichtigste ist, dass ich auf der Bühne wieder meinen Spaß habe.“
Keine Zeit für eine Geburtstagsfeier
Der Fokus liegt inzwischen bereits voll auf dem, was kommt. Van Veen bestätigte, dass er vorerst mit seinen aktuellen Darts weiterspielen wird. „Das ist auf jeden Fall der Plan. Ich werde in den kommenden Tagen damit werfen. Morgen habe ich eine Exhibition und nächste Woche die Players Championships. Da benutze ich sie auch ganz normal.“
Für eine ausgedehnte Feier zu seinem Geburtstag ist im vollen Terminkalender kein Platz. „Nein, dafür haben wir keine Zeit. Morgen früh um neun Uhr sitze ich schon wieder im Flugzeug“, sagte er nüchtern. „Es ist ein schöner Geburtstag, auch wenn ich ihn mir noch schöner erhofft hatte. Aber es ist eben nur ein Tag. Wir machen weiter.“