Uganda schreibt in diesem Sommer ein neues Kapitel seiner noch jungen Darts-Geschichte. Beim World Cup of Dartsfeiert das ostafrikanische Land seine Premiere – vertreten durch Juma Said und Patrick Ocheng. Während die internationale Szene genauer hinschaut, wächst auch das Interesse an den Geschichten hinter den Spielern. Besonders Said liefert eine außergewöhnliche: ein später Einstieg, gepaart mit einem bemerkenswert schnellen Aufstieg.
Im
Weekly Dartscast sprach Said offen über seinen ungewöhnlichen Weg. Anders als viele Topspieler griff er nicht schon als Kind zu den Pfeilen. Seine Darts-Reise begann erst mit 31 Jahren – und das eher zufällig als geplant.
Später Einstieg, steiler Aufstieg
Während der Corona-Zeit änderte sich für Said alles. „Wir saßen zu Hause, und jemand brachte ein Dartboard mit – etwas völlig Neues für mich“, erinnert er sich. Was zunächst wie ein Zeitvertreib wirkte, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu echter Begeisterung. „Ich fragte, wie das Spiel funktioniert. Nach einer Woche verstand ich es besser – und ab diesem Moment war ich angefixt.“
Wright gewann mit Schottland zweimal den World Cup of Darts.
Schnell suchte Said nach Vorbildern. Über Videos lernte er die Größen des Sports kennen, darunter
Peter Wright und Phil Taylor. Die Leistungsunterschiede faszinierten ihn. „Ich sah, wie sie Legs in neun Darts beendeten, während ich vierzig brauchte“, erzählt er mit einem Lächeln. „Ich dachte wirklich, sie spielen mit elektrischen Pfeilen.“
Doch genau diese Faszination wurde zum Antrieb. Ein Moment blieb ihm besonders im Gedächtnis: „Ich sah, wie Peter Wright 26 und 25 warf. Da dachte ich: Wenn er das kann, warum nicht auch ich?“ Dieser Gedanke setzte bei Said einen entscheidenden Impuls frei.
Nach dem Lockdown folgte der nächste Schritt. Said trat einem Klub bei und begann 2022 ernsthaft Liga zu spielen. Seine Entwicklung verlief rasant. Innerhalb von nur drei Jahren erreichte er ein Niveau, das er selbst als professionell einstuft. „Ich habe hart gearbeitet und gemerkt, dass ich mich ständig verbessere. Irgendwann hatte ich auch das Gefühl, mein Wissen weitergeben zu können.“
Diese Entwicklung ist nicht nur für ihn persönlich bedeutend, sondern auch für den Dartsport in Uganda insgesamt.
Verantwortung für die nächste Generation
Said sieht sich längst nicht mehr nur als Spieler, sondern auch als Förderer junger Talente. Inspiration holt er sich dabei aus Europa – etwa von Shootingstars wie Luke Littler und Gian van Veen. „Ich habe gesehen, wie junge Spieler dort auf hohem Niveau performen. Das hat mich motiviert, selbst Jugendliche zu trainieren.“
Heute betreut Said mehrere Nachwuchsspieler in Uganda. Sein Engagement zeigt bereits Wirkung. „Die Kinder entwickeln sich schnell. Einige kommen meinem Niveau schon näher“, sagt er. Dabei geht es ihm nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern um nachhaltiges Wachstum. Er will Strukturen schaffen und den Dartsport im Land langfristig stärken.
Mit dem Start beim World Cup erreicht diese Entwicklung nun einen ersten Höhepunkt. Für Uganda ist es ein historischer Moment – und für Said die Belohnung einer Reise, die spät begann, aber mit beeindruckender Dynamik Fahrt aufgenommen hat.
Seine Geschichte steht exemplarisch für das Potenzial des Dartsports weltweit: Leidenschaft, Disziplin und die Bereitschaft zu lernen können selbst in kurzer Zeit den Weg auf die große Bühne ebnen. Uganda ist angekommen – und Juma Said ist eines der Gesichter dieses Aufbruchs.