Martin Schindler sorgt auf der Darts-Bühne mit einer markanten Veränderung für Aufsehen. Die aktuelle Nummer 16 der Welt hat ihre Walk-on-Musik gewechselt – ein Schritt, der deutlich macht, wie sehr ihm die Verbindung zum Publikum am Herzen liegt. Statt wie bisher mit einem Rammstein-Song einzulaufen, setzt „The Wall“ nun auf den weltbekannten Hit In the End von Linkin Park. Die Entscheidung ist für den Deutschen mehr als reine Strategie.
„Linkin Park ist die Band, die ich in meinem Leben am meisten gehört habe“, erklärt Schindler offen. „Das bin wirklich ich. Rammstein fühlte sich gut an, aber das hier ist hundert Prozent Martin Schindler.“
Zwischen Authentizität und Publikumsnähe
Vor allem das britische Publikum steht im Mittelpunkt dieses Neuanfangs.
Schindler, der in den letzten Monaten einen
durchwachsenen Saisonstart erlebte, spürte, dass sein bisheriger Einlauf-Song nicht immer die gewünschte Stimmung auslöste. „Ich hatte das Gefühl, dass das Publikum in England nicht richtig mitging“, sagt er ehrlich. „Rammstein ist zwar bekannt, doch irgendetwas hat gefehlt.“
Martin Schindler ist die aktuelle Nummer sechzehn der Welt
Da die großen PDC-Turniere wie das World Matchplay oder der World Grand Prix überwiegend im Vereinigten Königreich stattfinden, spielt die Interaktion mit den Fans für ihn eine zentrale Rolle. „Irgendwann fragst du dich, ob du etwas ändern musst“, erzählt der Strausberger. „Vielleicht solltest du etwas wählen, das sowohl in Europa als auch in England, Wales und Schottland funktioniert.“
Mit In the End glaubt Schindler, genau diesen Mittelweg gefunden zu haben. Der Song ist weltweit bekannt, emotional aufgeladen und passt ideal zu seinem Faible für Rockmusik. „Ich stehe auf Rock, auf das härtere Zeug, dafür brenne ich“, betont er leidenschaftlich. „Ich bin einfach ein Rocker.“
Gelassen im Umgang mit Reiseproblemen
Neben seiner musikalischen Neuausrichtung sprach Schindler auch über ein anderes Dauerthema im Profi-Darts: die Reiseprobleme, mit denen vor allem britische Spieler bei den europäischen Events zu kämpfen haben. Seit Jahren beklagen einige PDC-Profis schwierige Flugverbindungen und häufige Verzögerungen.
Schindler sieht die Diskussion nüchtern: „Vor Corona war das Reisen zu den Players Championships einfacher, weil es mehr Flüge gab“, erklärt er. „Aber mittlerweile haben auch Deutschland und viele andere europäische Länder Probleme mit Verbindungen von und nach England.“ Für den deutschen Profi ist das jedoch kein Grund, sich zu beschweren.
„Europäische Spieler hatten diese Herausforderungen schon immer“, sagt er deutlich. „Meine Meinung ist: Du musst dich den Umständen anpassen. Es geht darum, mit den Fakten umzugehen und die beste Lösung zu finden.“
Mit dieser Haltung – ehrlich, direkt und bodenständig – zeigt Martin Schindler einmal mehr, dass Authentizität für ihn mehr bedeutet als Imagepflege. Auf der Bühne wie abseits davon bleibt „The Wall“ seinem Motto treu: „Ich bin ein Rocker.“