„Du fragst dich, ob du je einen gewinnen wirst“ – Emotionaler Ross Smith rechnet endlich mit Euro-Tour-Frust ab

PDC
Montag, 25 Mai 2026 um 8:00
Ross Smith (10)
Ross Smith hat am Sonntagabend endlich seinen ersten European-Tour-Titel erobert. Der ehemalige Sieger der European Darts Championship besiegte Ryan Searle im Finale der International Darts Open in Riesa mit 8:3 und machte damit endgültig Schluss mit der Frustration über vier zuvor verlorene Euro-Tour-Endspiele.
Nach dem Finale war die Erleichterung bei Smith enorm. Der Engländer war in der Vergangenheit mehrfach dicht an einem Euro-Tour-Titel dran, doch in den entscheidenden Momenten ging es stets schief. Das sorgte in den letzten Jahren sichtbar für Zweifel.
„Ich bin einfach so froh, dass ich endlich einen gewonnen habe“, reagierte Smith sichtlich emotional auf der Bühne. „Ehrlich gesagt setzt sich das wirklich im Kopf fest. Dann fragst du dich: Werde ich überhaupt jemals einen gewinnen?“
Dieser unangenehme Gedanke spukte Smith zufolge immer häufiger in seinem Kopf herum, besonders nachdem er zuvor bereits vier Euro-Tour-Finals verloren hatte. In Riesa fiel schließlich alles an seinen Platz. „Aber endlich hat es geklappt“, lächelte er. „Ich bin wirklich überglücklich.“

Smith komplettiert seine Titelsammlung

Für Smith bedeutete der Sieg zudem einen neuen Meilenstein in seiner Karriere. Der Engländer hatte zuvor bereits Players-Championship-Turniere und ein Major gewonnen, doch ein Euro-Tour-Titel fehlte noch auf seiner Ehrenliste. „Ich habe jetzt eigentlich alles gewonnen“, sagte Smith stolz. „Players Championships, Euro Tours und ein Major.“
Mit einem Lächeln fügte er hinzu, dass sein Karriereweg vielleicht nicht ganz dem üblichen Verlauf gefolgt sei. „Auf eine seltsame Art habe ich das wahrscheinlich alles rückwärts gemacht.“ Anschließend wandte sich Smith direkt und emotional an seine Familie. „Dieser ist auch für meinen Vater und meine Mutter.“
Ross Smith jubelt
Ross Smith schreit seine Freude heraus nach dem Gewinn seines ersten Euro-Tour-Titels

Verlorene Finals als Motivation

Dass Smith am Sonntag mit zusätzlicher Motivation die Bühne betrat, war seiner Meinung nach kein Zufall. Der Engländer spürte im Vorfeld, dass er unbedingt vermeiden wollte, erneut an einem Euro-Tour-Titel vorbeizugehen. „Es tut weh“, gab Smith ehrlich zu. „Ich wollte dieses Gefühl eines verlorenen Finals nicht schon wieder haben.“
Laut dem ehemaligen Majorsieger halfen ihm gerade diese früheren Enttäuschungen am Ende dabei, diesmal in den wichtigen Momenten durchzuziehen. „Du versuchst, dich zu pushen, indem du dich daran erinnerst, dass du dieses Gefühl nicht noch einmal erleben willst.“

Respekt für Searle

Nach dem Finale zeigte sich Smith auch in Richtung seines Gegners Searle, mit dem er gut befreundet ist, sehr anerkennend. „Ich will nicht zu viel sagen, denn Ryan ist fantastisch und ein sehr guter Freund“, so Smith. „Aber ich war selbst in dieser Situation, und es tut wirklich weh.“
Smith zufolge ließ Searle ihn im Finale zudem mehrfach entkommen. „Ryan hat mich in diesem Finale wegkommen lassen“, sagte er ehrlich. „Ich habe nicht fantastisch gespielt. Ryan kam einfach nicht ganz in sein Spiel.“
Zugleich zweifelt Smith keine Sekunde daran, dass Searle in Zukunft dennoch mehrere Euro-Tour-Titel holen wird. „Ryan wird noch sehr viele gewinnen. Er ist Ryan, er ist fantastisch. Wirklich ein Top-Typ.“
Der Gewinn der International Darts Open war nicht Smiths einziges Erfolgserlebnis an diesem Wochenende. Durch diesen Titel übernahm er auch die Spitzenposition von Josh Rock in der European Tour Order of Merit.
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