„Aber selbst wenn du am Ende 6:0 gewinnst, fühlt es sich immer noch mies an. Das macht keinen Spaß".– James Wade hat nach brutalem Whitewash-Sieg Mitleid mit dem formschwachen Dave Chisnall

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 24 Mai 2026 um 12:30
James Wade (2)
James Wade hat sich mit einem klaren 6:0-Sieg gegen Dave Chisnall überzeugend für das Achtelfinale der International Darts Open qualifiziert. Ein überschwängliches Lächeln war bei „The Machine“ danach trotzdem nicht zu sehen.
Mit einem Average von fast 98 Punkten spielte Wade selbst stark, zugleich blieb Chisnall deutlich unter seinem gewohnten Niveau. Genau deshalb hatte der Engländer nach seinem dominanten Erfolg gemischte Gefühle. „Es gibt nichts Schlimmeres als ein Whitewash im Profidarts“, sagte Wade nach dem Zweitrundensieg im Bühneninterview. „So funktioniert Darts eigentlich nicht. Natürlich ist es für mich großartig, aber es fühlt sich einfach nicht richtig an.“

Wade will die Abreibung nicht genießen

Ein 6:0 ist normalerweise ein Ergebnis, das für Zufriedenheit sorgt. Wade wollte daraus jedoch keine große Jubelnummer machen. Der erfahrene Engländer weiß genau, wie schmerzhaft eine solche Niederlage für den Gegner sein kann.
James Wade zog mit einem klaren 6:0-Sieg gegen Dave Chisnall ins Achtelfinale der International Darts Open ein
James Wade zog mit einem klaren 6:0-Sieg gegen Dave Chisnall ins Achtelfinale der International Darts Open ein
„Dave hat nicht gut gespielt“, sagte Wade ehrlich. „Ich habe etwas besser gespielt und bin derzeit im Aufwärtstrend, während er das vielleicht gerade nicht ist. Aber Whitewash bleibt einfach ein fieses Wort.“

Respekt für Chisnall

Wade machte deutlich, dass er großen Respekt vor seinem Landsmann hat, der seit Jahren zu den beliebtesten Spielern auf der Tour zählt. „Dave ist einer der guten Jungs im Darts“, sagte Wade. „Er gehört nicht zu den bösen Buben.“
Mit einem Lächeln fügte Wade hinzu, dass es „genug andere Spieler“ gebe, bei denen ihm ein Whitewash weniger ausmachen würde. Chisnall gehöre für ihn aber definitiv nicht dazu.

Die harte Realität eines Whitewash

Im Interview wurde Wade gefragt, ob Spieler bei einer 5:0-Führung manchmal hoffen, dass der Gegner noch ein Leg holt, nur um ein Whitewash zu vermeiden. Wade antwortete zunächst mit seinem typischen trockenen Humor. „Nein, ich wollte gerade, dass er gar nichts holt“, scherzte er.
Danach wurde er ernster und erklärte, warum sich ein Whitewash anders anfühlt als ein normaler Sieg. „Ich habe selbst auch Matches erlebt, in denen ich 5:0 vorne lag und trotzdem 5:6 verloren habe“, sagte Wade. „Aber selbst wenn du am Ende 6:0 gewinnst, fühlt es sich immer noch mies an. Das macht keinen Spaß".
Für Wade geht es dabei vor allem um Empathie. Spieler wissen genau, was auf der anderen Seite in einem solchen Moment passiert. „Du weißt, wie der andere Spieler sich fühlt“, sagte er. „Und deshalb fühlt es sich einfach nicht gut an.“

Starke Form Richtung Finaltag

Sportlich gab es an Wades Auftritt dennoch wenig auszusetzen. Der Engländer spielte einen soliden Average, hielt den Druck konstant hoch und bestrafte die Fehler von Chisnall konsequent.
„Ich werde meinen eigenen Auftritt auch nicht schlechtreden“, betonte Wade. „Ich habe gut gespielt, ich habe den Sieg verdient und ich habe gewonnen.“
Damit scheint Wade erneut zum richtigen Zeitpunkt der Saison in Form zu kommen. Der vielfache Major-Sieger bleibt mit seiner Erfahrung und mentalen Stärke einer der gefährlichsten Außenseiter bei großen Turnieren.

Neue Herausforderung gegen Wessel Nijman

In der nächsten Runde wartet nun ein interessantes Duell mit Wessel Nijman. Der Niederländer hat in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht und überzeugt auf höchstem Niveau immer häufiger.
Interviewer Philip Brzezinski bezeichnete Nijman sogar als eine „Gewinnmaschine“ der vergangenen sechs Monate. Die Statistik spricht allerdings für Wade: Alle vier bisherigen Duelle der beiden gingen an den Engländer.
Wade reagierte auf diese Zahlen auf seine Art. „Wenn er eine Karriere hinlegt wie ich, dann macht er es doch richtig, oder?“, scherzte er.
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