„Aber selbst wenn du am Ende 6:0 gewinnst, fühlt es sich immer noch mies an. Das macht keinen Spaß“ – James Wade hat nach brutalem Whitewash-Sieg Mitleid mit dem formschwachen Dave Chisnall
PDC
James Wade hat sich mit einem klaren 6:0-Sieg gegen Dave Chisnall überzeugend für das Achtelfinale der International Darts Open qualifiziert. Ein überschwängliches Lächeln war bei „The Machine“ danach trotzdem nicht zu sehen.
Mit einem Average von fast 98 Punkten spielte Wade selbst stark, zugleich blieb Chisnall deutlich unter seinem gewohnten Niveau. Genau deshalb hatte der Engländer nach seinem dominanten Erfolg gemischte Gefühle. „Es gibt nichts Schlimmeres als ein Whitewash im Profidarts“, sagte Wade nach dem Zweitrundensieg im Bühneninterview. „So funktioniert Darts eigentlich nicht. Natürlich ist es für mich großartig, aber es fühlt sich einfach nicht richtig an.“
Wade will die Abreibung nicht genießen
Ein 6:0 ist normalerweise ein Ergebnis, das für Zufriedenheit sorgt. Wade wollte daraus jedoch keine große Jubelnummer machen. Der erfahrene Engländer weiß genau, wie schmerzhaft eine solche Niederlage für den Gegner sein kann.

James Wade zog mit einem klaren 6:0-Sieg gegen Dave Chisnall ins Achtelfinale der International Darts Open ein
„Dave hat nicht gut gespielt“, sagte Wade ehrlich. „Ich habe etwas besser gespielt und bin derzeit im Aufwärtstrend, während er das vielleicht gerade nicht ist. Aber Whitewash bleibt einfach ein fieses Wort.“
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Respekt für Chisnall
Wade machte deutlich, dass er großen Respekt vor seinem Landsmann hat, der seit Jahren zu den beliebtesten Spielern auf der Tour zählt. „Dave ist einer der guten Jungs im Darts“, sagte Wade. „Er gehört nicht zu den bösen Buben.“
Mit einem Lächeln fügte Wade hinzu, dass es „genug andere Spieler“ gebe, bei denen ihm ein Whitewash weniger ausmachen würde. Chisnall gehöre für ihn aber definitiv nicht dazu.
Die harte Realität eines Whitewash
Im Interview wurde Wade gefragt, ob Spieler bei einer 5:0-Führung manchmal hoffen, dass der Gegner noch ein Leg holt, nur um ein Whitewash zu vermeiden. Wade antwortete zunächst mit seinem typischen trockenen Humor. „Nein, ich wollte gerade, dass er gar nichts holt“, scherzte er.
Danach wurde er ernster und erklärte, warum sich ein Whitewash anders anfühlt als ein normaler Sieg. „Ich habe selbst auch Matches erlebt, in denen ich 5:0 vorne lag und trotzdem 5:6 verloren habe“, sagte Wade. „Aber selbst wenn du am Ende 6:0 gewinnst, fühlt es sich immer noch mies an. Das macht keinen Spaß".
Für Wade geht es dabei vor allem um Empathie. Spieler wissen genau, was auf der anderen Seite in einem solchen Moment passiert. „Du weißt, wie der andere Spieler sich fühlt“, sagte er. „Und deshalb fühlt es sich einfach nicht gut an.“
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Starke Form Richtung Finaltag
Sportlich gab es an Wades Auftritt dennoch wenig auszusetzen. Der Engländer spielte einen soliden Average, hielt den Druck konstant hoch und bestrafte die Fehler von Chisnall konsequent.
„Ich werde meinen eigenen Auftritt auch nicht schlechtreden“, betonte Wade. „Ich habe gut gespielt, ich habe den Sieg verdient und ich habe gewonnen.“
Damit scheint Wade erneut zum richtigen Zeitpunkt der Saison in Form zu kommen. Der vielfache Major-Sieger bleibt mit seiner Erfahrung und mentalen Stärke einer der gefährlichsten Außenseiter bei großen Turnieren.
Neue Herausforderung gegen Wessel Nijman
In der nächsten Runde wartet nun ein interessantes Duell mit Wessel Nijman. Der Niederländer hat in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht und überzeugt auf höchstem Niveau immer häufiger.
Interviewer Philip Brzezinski bezeichnete Nijman sogar als eine „Gewinnmaschine“ der vergangenen sechs Monate. Die Statistik spricht allerdings für Wade: Alle vier bisherigen Duelle der beiden gingen an den Engländer.
Wade reagierte auf diese Zahlen auf seine Art. „Wenn er eine Karriere hinlegt wie ich, dann macht er es doch richtig, oder?“, scherzte er.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









