
Michael van Gerwen hat den Finaltag der International Darts Open erreicht, zufrieden war der 37-jährige Niederländer nach seinem Auftritt aber keineswegs. Trotz des 6:5-Sieges gegen Madars Razma sprach van Gerwen im Anschluss offen über seine Leistung.
„Ja, natürlich bin ich heute gut davongekommen“, gab van Gerwen nach dem Zweitrundenmatch im Bühneninterview zu. „Aber ich habe es mir vor allem selbst extrem schwer gemacht, besonders zu Beginn des Matches.“
Schwieriger Start prägt frustrierende Partie
Van Gerwen erwischte einen schwachen Start und lag schnell mit 0:3 zurück, obwohl auch Razma nur bei einem Average um die 80 Punkte lag. Für den Niederländer war das eine seltene Situation: Normalerweise bestraft er es konsequent, wenn ein Gegner nicht sein bestes Niveau erreicht.
Michael van Gerwen erreicht bei den International Darts Open in Riesa den Finaltag, ist mit seiner Leistung aber alles andere als zufrieden
Die Ursache suchte van Gerwen ausschließlich bei sich selbst. „Ich bekam so viele Chancen, aber es fühlte sich heute einfach nicht gut an“, sagte er. „Vielleicht war meine Konzentration nicht hundert Prozent. Dann kannst du nur dir selbst die Schuld geben, niemandem sonst.“
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Weil beiden Spielern viele Fehler unterliefen, entwickelte sich nie ein wirklich hochwertiges Match. Die Partie blieb zerfahren, der Rhythmus fehlte fast durchgehend.
Van Gerwen fand dafür klare Worte. „Seien wir ehrlich: Das war im Grunde einfach ein wertloses Match“, sagte er. „Wir können eine lange Geschichte daraus machen, aber ich habe gewonnen und morgen muss es einfach besser werden.“
Kein Rhythmus auf der Bühne
Auch der Spielstil seines Gegners machte es van Gerwen nach eigener Aussage nicht leichter. Ohne Razma direkt anzugreifen, erklärte er, dass er kaum in seinen gewohnten Spielfluss fand. „Bei allem Respekt: Er ist nicht der angenehmste Spieler, gegen den man spielen kann“, sagte van Gerwen. „Du bekommst überhaupt keinen Rhythmus, erst recht nicht, wenn du ohnehin hart arbeiten musst, um in dein Spiel zu kommen.“
Für van Gerwen, der normalerweise über Tempo, Druck und Dominanz kommt, ist Rhythmus ein entscheidender Faktor. Wenn ein Match zäh verläuft, leidet auch sein Timing.
„Trotzdem musst du weiterkämpfen“, sagte er. „Und am Ende habe ich gewonnen. Wie man gewinnt, spielt dann eigentlich keine Rolle.“ Kurz darauf schob er mit einem Lächeln nach: „Natürlich spielt es irgendwo schon eine Rolle, wie man gewinnt, aber am Ende ist Gewinnen das Wichtigste.“
Schwankungen bleiben ein Thema
Van Gerwens Auftritt warf erneut Fragen nach der Konstanz in seinem Spiel auf. Erst vor Kurzem hatte er auf der Pro Tour seinen 160. PDC-Titel gewonnen und dabei gegen Martin Schindler mit einem Average von 122 geglänzt. In anderen Partien wirkt sein Spiel jedoch deutlich weniger stabil.
Van Gerwen selbst sieht darin keinen Grund zur Panik. „Vielleicht ist diese Wankelmütigkeit tatsächlich da“, sagte er. „Aber das ist jetzt Vergangenheit. Man muss nach vorn schauen.“
Das Problem an diesem Tag sah er vor allem in der fehlenden Fokussierung. „Ich war schlicht nicht konzentriert genug“, erklärte er. „Warum genau, weiß ich nicht. Man hat einfach solche Tage.“
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Straffer Kalender fordert seinen Tribut
Als mögliche Erklärung verwies Van Gerwen auch auf den vollen Turnierkalender. Die Topspieler reisen nahezu ununterbrochen von Event zu Event, Zeit zur vollständigen Erholung bleibt kaum. „Es ist ein unglaublich voller Spielplan“, sagte er. „Du versuchst immer, zu hundert Prozent bereit zu sein für ein Match. Du bereitest dich gut vor, aber manchmal passieren solche Dinge einfach.“
Trotz der schwachen Leistung blieb Van Gerwen bemerkenswert gelassen. Statt lange mit dem Auftritt zu hadern, richtete er den Blick sofort auf die nächste Runde.
„Das Wichtigste ist, dass ich gewonnen habe“, betonte er mehrfach. „Das ist am Ende das Einzige, was zählt. Das ist die beste Medizin.“
Publikum steht weiter hinter Van Gerwen
Trotz seiner deutlichen Selbstkritik fand Van Gerwen lobende Worte für die Fans in Riesa. Das deutsche Publikum sorgte erneut für eine starke Atmosphäre und unterstützte den Niederländer auch in den schwierigen Phasen des Matches.
„Ich fand das Publikum heute fantastisch“, sagte Van Gerwen. „Dafür möchte ich ihnen wirklich danken.“
Diese Unterstützung kann Van Gerwen am Finaltag gut gebrauchen. Denn auch ihm ist klar: Wenn er in Riesa um den Titel mitspielen will, muss eine deutliche Steigerung her. „Das muss morgen besser werden, sonst hast du schlicht keine Chance“, sagte er unmissverständlich.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








