
Kim Huybrechts hat in Riesa einmal mehr unter Beweis gestellt, dass wieder auf höchstem Niveau mit ihm zu rechnen ist. Der erfahrene Belgier setzte sich in der zweiten Runde der International Darts Open nach einem hart umkämpften Match mit 6:5 gegen Chris Dobey durch und wiederholte damit seinen früheren European-Tour-Coup gegen „Hollywood“ in Graz.
Nach der Partie überwog bei Huybrechts vor allem die Erleichterung. Gegen einen Spieler von Dobeys Klasse durfte er sich kaum Fehler erlauben. „Ehrlich gesagt: allergrößter Respekt vor Chris“, sagte Huybrechts nach seinem Sieg. „Er ist einer der besten Spieler der Welt. Ihn zu schlagen, darüber bin ich wirklich sehr glücklich.“
Erneut ein Thriller zwischen Huybrechts und Dobey
Das Duell entwickelte sich zu einem echten Krimi. Wie schon in Graz fiel die Entscheidung erst im elften Leg, erneut mit dem besseren Ende für Huybrechts. Zur Mitte der Partie schien der Belgier einen wichtigen Schritt gemacht zu haben, als er sich mit einem starken 70er-Finish auf 5:3 absetzte.

Kim Huybrechts feierte in Riesa einen hart erkämpften 6:5-Sieg gegen Chris Dobey und zog in den Finaltag ein
Dieser Moment wirkte zunächst wie eine Vorentscheidung. Huybrechts hatte das Momentum auf seiner Seite, doch gegen einen Spieler wie Dobey ist kein Vorsprung sicher. Auch diesmal kämpfte sich der Engländer zurück.
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Huybrechts gab später zu, dass er in dieser Phase alles andere als ruhig geblieben war. „Als ich auf 76 stand und die große 5 traf, dachte ich sofort: bitte nicht jetzt“, sagte er lachend. „In dem Moment dachte ich eigentlich, dass ich das Spiel verlieren würde, denn Chris spielte fantastisch.“
Dobey lässt die Chance zur Wende liegen
Dobey blieb dran und bekam in der Schlussphase sogar die Möglichkeit, das Match komplett zu drehen. Für Huybrechts war genau das der Moment, in dem die Partie in beide Richtungen kippen konnte. „Er verfehlte am Ende zwei Darts auf die Doppel und gab mir dadurch noch eine Chance“, sagte der Belgier. „Zum Glück habe ich es dann direkt mit meinem ersten Dart zugemacht.“
Dieser eine Dart machte den Unterschied. Huybrechts weiß genau, wie schnell die Anspannung steigt, wenn der entscheidende Pfeil nicht sofort sitzt. „Wenn du auf einen dritten Dart gehen musst, schnellt der Puls nach oben“, erklärte er. „Dann fängt auch die Hand an zu zittern. Deshalb war ich unheimlich froh, dass der erste Dart sofort saß.“
Der Weg zurück
Für Huybrechts war dieser Sieg mehr als nur der Einzug in den Finaltag. Der Belgier arbeitet seit einiger Zeit daran, wieder näher an die Spitze des internationalen Darts heranzurücken. Nach schwierigen Jahren mit fehlender Konstanz zeigt „The Hurricane“ immer häufiger wieder Ansätze seines alten Niveaus.
Der Erfolg gegen Dobey dürfte dieses Selbstvertrauen weiter stärken. Schließlich hat sich der Engländer in den vergangenen Jahren in der Weltspitze etabliert, große TV-Turniere gewonnen und zählt zu den gefährlichsten Scorern auf dem Circuit.
Dass Huybrechts ihn nun zum zweiten Mal in kurzer Zeit mit 6:5 bezwingen konnte, sagt viel über die Widerstandskraft des Belgiers aus.
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Erfahrung macht den Unterschied
In der Schlussphase solcher Matches entscheidet oft die Erfahrung. Genau dort zeigte Huybrechts, warum er seit Jahren auf höchstem Niveau mithält. Während viele Spieler unter diesem Druck einbrechen, blieb der Belgier in den entscheidenden Momenten gerade kühl genug.
Seine Reaktion nach dem Match zeigte allerdings auch, wie groß die Anspannung wirklich war. Hinter dem Lächeln steckte vor allem Erleichterung. „Ich bin wirklich sehr glücklich über diesen Sieg“, betonte Huybrechts noch einmal.
Damit bleibt Huybrechts in Riesa auf Kurs für das, was er selbst als eine Art „Road to Redemption“ bezeichnete: den Weg zurück zu jenen Leistungen, die ihn über Jahre zu einem der besten Spieler Belgiens und Europas gemacht haben.
Publikum steht hinter „The Hurricane“
Auch das Publikum fand sichtlich Gefallen an diesem intensiven Duell. Huybrechts gehört seit Jahren zu den emotionalsten und meinungsstärksten Spielern auf dem Circuit. Seine Leidenschaft und sein Auftreten auf der Bühne sorgen regelmäßig für Reaktionen – besonders in engen Matches mit hoher Spannung.
Nach dem Spiel erhielt der Belgier kräftigen Applaus vom deutschen Publikum, während Philip Brzezinski ihm viel Erfolg für den Finaltag wünschte. Ob Huybrechts in den kommenden Monaten tatsächlich wieder um einen großen Titel mitspielen kann, bleibt abzuwarten. In Riesa wurde jedoch erneut deutlich: Wenn „The Hurricane“ sein Niveau erreicht und Vertrauen spürt, kann er jedem Topspieler gefährlich werden. Das musste Chris Dobey erneut erfahren.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







