„Jeder, der mich in den vergangenen Wochen verfolgt hat, weiß, dass es schwer gewesen ist“: Gian van Veen meldet sich auf der European Tour zurück
PDCNach schwierigen Wochen hat Gian van Veen endlich wieder ein Match auf der European Tour gewonnen. Der junge Niederländer wirkte zwar noch nicht völlig befreit, legte beim 6:3 gegen Connor Scutt in der zweiten Runde der International Darts Open aber starke Zahlen auf: fast 97 Punkte im Average und eine Doppelquote von 66 Prozent.
Anschließend sprach van Veen offen über seine harte Phase, seine körperliche Verfassung und das bevorstehende niederländische Duell mit Kevin Doets. „Jeder, der mich in den vergangenen Wochen verfolgt hat, weiß, dass es schwierig war“, sagte van Veen nach dem Spiel im Bühneninterview. „Ich musste meine Siege wirklich erkämpfen, und das habe ich heute erneut getan.“
Endlich wieder ein Sieg auf der European Tour
Für van Veen war der Erfolg deutlich mehr als nur der Einzug in die nächste Runde. Nach einer frustrierenden Serie auf der European Tour bedeutete der Sieg auch mental einen wichtigen Schritt. Dabei hatte seine Saison stark begonnen: Bei seinem ersten Euro-Tour-Auftritt in Krakau erreichte er direkt das Finale, danach aber rissen die Erfolge ab. „Meine erste European Tour in Krakau war großartig“, blickte er zurück. „Dort stand ich direkt im Finale. Danach habe ich noch ein Match gewonnen, aber anschließend gelang es mir lange Zeit nicht mehr, ein Spiel zu gewinnen. Deshalb brauchte ich diesen Sieg wirklich.“
Die Erleichterung war van Veen anzumerken. Trotz einiger unsauberer Momente fühlte er sich erstmals seit Wochen wieder wohl auf der Bühne. Vor allem im Scoring zeigte er regelmäßig seine Klasse. Unter anderem spielte er ein starkes 141er-Finish und stellte sich mehrfach hervorragend für die nächste Aufnahme. „Ich habe mich heute beim Einwerfen sehr gut gefühlt und auch auf der Bühne fühlte es sich endlich wieder richtig an“, sagte er. „Das freut mich am meisten.“
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Die Form kehrt Schritt für Schritt zurück
Ganz perfekt war der Auftritt dennoch nicht. In einigen entscheidenden Momenten fehlten van Veen noch die letzte Schärfe auf die Doppel und das richtige Timing. Für den Niederländer gehört das jedoch zu dem Prozess, in dem er sich derzeit befindet. „Ich habe wirklich das Gefühl, dass es nah dran ist“, erklärte er. „Es war hart, aber ich merke, dass es jede Woche besser wird. Heute habe ich mich sehr wohl gefühlt, und hoffentlich kann ich das mit in den Morgen nehmen.“
Dieses Vertrauen beruht nicht nur auf Hoffnung. Auch in den vergangenen Wochen zeigten seine Statistiken immer wieder, dass die Grundlage weiterhin vorhanden ist. Was noch fehlt, sind Rhythmus, Konstanz und das Gefühl, in den entscheidenden Momenten völlig frei aufzuspielen.
Van Veen betonte, dass er sich Schritt für Schritt wieder seinem Topniveau nähert. „Hoffentlich wird morgen mein Tag“, fügte er hinzu.
Zweifel nach körperlichen Problemen
Im Interview ging es auch um den körperlichen Rückschlag, den van Veen während der Premier-League-Phase erlitten hatte. Seitdem suchten viele Beobachter nach Gründen für seine schwankenden Leistungen. Entsprechend wurde er gefragt, wann er sich wieder vollständig fit gefühlt habe.
Van Veen antwortete ehrlich und differenziert. „Das ist schwer zu sagen“, gab er zu. „Ich fühle mich wohl, und körperlich fühle ich mich eigentlich wieder hundert Prozent fit. Aber wenn ich auf mein Spiel schaue, sehe ich noch nicht immer ein Niveau, das dazu passt.“
Diese Aussage zeigt, wie hoch die Ansprüche des jungen Niederländers an sich selbst sind. Körperlich scheinen die meisten Probleme überwunden, doch mental und im Matchrhythmus arbeitet van Veen weiter daran, auf das absolute Topniveau zurückzukehren. „In den vergangenen Wochen habe ich mich eigentlich auch schon gut gefühlt“, führte er aus. „Aber meine Averages und Leistungen zeigen noch nicht immer das, was ich selbst spüre. Trotzdem bin ich sicher, dass es zurückkommt.“
Niederländisches Topduell gegen Kevin Doets
In der nächsten Runde wartet ein besonderes Duell: Van Veen trifft auf seinen Landsmann Kevin Doets. Viele sehen darin ein Aufeinandertreffen zweier Spieler, die längst nicht mehr nur für die Zukunft, sondern bereits für die Gegenwart des niederländischen Darts – und der Weltspitze stehen.
Vor einem Jahr wurden beide vor allem als große Talente gehandelt. Inzwischen haben sie bewiesen, dass sie auch auf höchstem Niveau bestehen können. Van Veen erreichte bereits ein WM-Finale, Doets überzeugte in den vergangenen Monaten mit starken Ergebnissen und seinem ersten Titelgewinn.
Van Veen zeigte großen Respekt vor seinem Landsmann. „Wenn man auf das niederländische Darts im Moment schaut, dann gehört Kevin absolut zu den zwei besten niederländischen Spielern“, sagte er. „Vielleicht ist er im Moment sogar der Beste. Das zeigt er in den vergangenen Monaten auch deutlich.“
Diese Worte sind Anerkennung und realistische Einschätzung zugleich. Doets befindet sich in ausgezeichneter Form und gilt als einer der gefährlichsten Spieler außerhalb der Top-16. Van Veen sieht dennoch Chancen für sich. „Hoffentlich läuft es morgen anders“, sagte er mit einem Lächeln. „Hoffentlich lässt er mich ein bisschen ins Spiel kommen. Aber wenn ich mein Niveau abrufe, habe ich auf jeden Fall eine gute Chance.“
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Rivalität mit gegenseitigem Respekt
Das Duell zwischen van Veen und Doets lebt nicht nur von ihrer Qualität, sondern auch von ihrer gemeinsamen Geschichte. Beide Niederländer kennen sich bestens aus Trainings, nationalen Turnieren und internationalen Events. Genau das verleiht der Partie zusätzliche Brisanz. „Wir kennen uns sehr gut“, sagte van Veen. „Darum erwarte ich auch ein großartiges Match.“
Im niederländischen Darts wächst derzeit eine neue Generation heran, die langfristig in die Fußstapfen etablierter Namen wie Michael van Gerwen treten soll. Mit Spielern wie van Veen und Doets scheint diese Zukunft vielversprechend.
Passend dazu endete das Interview, während sich das Publikum in der Halle bereits lautstark auf den Walk-on von Van Gerwen vorbereitete. Die Stimmung kippte sofort, van Veen nahm es mit Humor. „Ich glaube, die Fans sind bereit für Michael“, sagte er lachend. „Also sollten wir besser aufhören zu reden.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







