„Ich wäre bereits mit einem Platz im Viertelfinale zufrieden gewesen“ – Krzysztof Ratajski krönt sich in Leverkusen zum Champion der European Darts Open

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 13 Juli 2026 um 9:00
Krzysztof Ratajski (2)
Krzysztof Ratajski hat die European Darts Open 2026 gewonnen. Der 49-jährige Pole setzte sich am Sonntag in einem hochklassigen Finale mit 8:6 gegen den Niederländer Jermaine Wattimena durch und feierte damit seinen ersten Titel des Jahres sowie den dritten Triumph auf der European Tour. Gleichzeitig beendete „The Polish Eagle“ eine mehr als zweijährige Durststrecke auf der Euro Tour – zuletzt hatte er 2023 die German Darts Open gewonnen.
Mit dem Erfolg in der Ostermann-Arena reist Ratajski voller Selbstvertrauen zum World Matchplay, das am kommenden Samstag in Blackpool beginnt. Der Pole belohnte sich nicht nur mit der Siegprämie von 35.000 Pfund, sondern setzte auch ein deutliches Ausrufezeichen unmittelbar vor einem der prestigeträchtigsten Turniere des Jahres.

Ratajski gibt Führung aus der Hand – und schlägt eindrucksvoll zurück

Im Endspiel schien Ratajski zunächst auf einen souveränen Erfolg zuzusteuern. Der Pole erwischte den deutlich besseren Start, überzeugte mit konstant hohen Scores und sicherem Finishing und erspielte sich früh eine komfortable 4:1-Führung.
Krzysztof Ratajski in Aktion.
Krzysztof Ratajski feiert nach seinem Finalsieg über Jermaine Wattimena seinen ersten European-Tour-Titel seit 2023 und reist mit Rückenwind zum World Matchplay.
Doch Wattimena gab sich keineswegs geschlagen. Der Niederländer steigerte sich im weiteren Verlauf erheblich, gewann fünf Legs in Folge und verwandelte den deutlichen Rückstand in eine 6:4-Führung. Plötzlich schien der Premierentitel auf der European Tour für „The Machine Gun“ zum Greifen nah.
Ratajski behielt jedoch genau in dieser Phase die Nerven. Der Pole nutzte mehrere verpasste Doppel seines Gegners konsequent aus und glich zum 6:6 aus. Anschließend übernahm er mit einem starken 68er-Finish erstmals seit der Anfangsphase wieder die Führung.
Im 14. und zugleich letzten Leg machte Ratajski schließlich alles klar. Mit einem Treffer auf der Doppel-10 verwandelte er seinen Matchdart zum 8:6-Endstand und sicherte sich den Titel bei den European Darts Open.

„Ich bin sehr glücklich“

Unmittelbar nach dem Finale war dem Polen die Erleichterung deutlich anzusehen. Durch den Turniersieg verbessert sich Ratajski zudem auf Rang 20 der Weltrangliste.
„Ich bin sehr glücklich. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich sagen soll“, sagte Ratajski unmittelbar nach seinem Triumph im Bühneninterview. „Es war ein sehr spannendes Match. Jermaine hat sehr gut gespielt, und ich bin sehr froh, dass ich es am Ende überstanden habe.“
Mit einem Titelgewinn hatte der Routinier vor dem Wochenende nach eigener Aussage überhaupt nicht gerechnet. Vielmehr war er mit vergleichsweise bescheidenen Erwartungen nach Leverkusen gereist und wollte vor allem wieder Vertrauen in sein eigenes Spiel gewinnen.
„Ich habe das absolut nicht erwartet. Ich wäre bereits mit einem Platz im Viertelfinale zufrieden gewesen. Dass ich jetzt den Titel hole, ist viel mehr, als ich mir zuvor erhofft hatte.“

Rückenwind für das World Matchplay

Der Erfolg kommt für Ratajski zum perfekten Zeitpunkt. Bereits in der kommenden Woche beginnt mit dem World Matchplay in Blackpool eines der wichtigsten Major-Turniere des Jahres. Das neu gewonnene Selbstvertrauen möchte der Pole nun auch dort auf die Bühne bringen.
„Ich werde in Blackpool mein Bestes geben. Ich hoffe, dass ich gut spiele und zumindest mein erstes Match gewinnen kann. Danach sehen wir, wie weit es mich trägt.“
Für Jermaine Wattimena überwiegt dagegen die Enttäuschung. Der Niederländer stand kurz vor dem größten Titel seiner Karriere und hatte sich nach seinem beeindruckenden Comeback bereits in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht. In der entscheidenden Phase erwies sich Ratajski jedoch als der etwas abgezocktere Spieler.
Für den Polen bedeutet der Triumph weit mehr als nur die Siegprämie von 35.000 Pfund. Nach über zwei Jahren ohne Titel auf der European Tour ist der Bann gebrochen. Ratajski hat eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihm auf höchstem Niveau weiterhin zu rechnen ist – und reist mit reichlich Rückenwind zum World Matchplay nach Blackpool.
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