„In seinem Viertel starb in jungen Jahren ein Junge namens Gian“ – Warum WM-Finalist Gian van Veen eigentlich Pieter Gerard heißt

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 08 Januar 2026 um 10:51
Gian van Veen
Gian van Veen hat sich für Sportfans in kürzester Zeit zu einem festen Begriff entwickelt – selbst für jene, die Darts nur am Rande verfolgen. Mit seinem sensationellen Lauf bis ins Finale der Darts WM 2026 und seinem außergewöhnlich reifen Auftreten am Oche, machte sich der 23-Jährige endgültig einen Namen. Doch hinter diesem Namen verbirgt sich eine besondere, emotionale Geschichte, die vielen bislang unbekannt war. Denn offiziell heißt Gian van Veen gar nicht Gian.
Die aktuelle Nummer drei der PDC Order of Merit wurde bei seiner Geburt als Pieter Gerard van Veen eingetragen. Den Namen Gian trägt er bereits seit seiner Jugend, doch erst in dieser Woche wurde der Hintergrund erstmals einem breiten Publikum bekannt. Die Geschichte kam am Montagabend in der niederländischen TV-Sendung De Oranjewinter zur Sprache, in der Darts-Kommentator und Moderator Koert Westerman zu Gast war.

Herzzerreißende Geschichte

Westerman, unter anderem bekannt durch seine Arbeit bei Viaplay, schilderte dort, wie aus Pieter Gerard schließlich Gian wurde. „Es ist eigentlich eine seltsame, aber auch herzzerreißende Geschichte“, leitete er seine Erklärung ein. „In dem Viertel, in dem van Veen aufwuchs, starb in jungen Jahren ein Junge namens Gian. Das hat in der Nachbarschaft einen so enormen Eindruck hinterlassen, dass seine Eltern beschlossen, ihren eigenen Sohn Gian zu nennen, damit dieser Junge nie vergessen wird“, erklärte Westerman.
Gian van Veen steht aktuell auf Platz drei der Weltrangliste
Gian van Veen steht aktuell auf Platz drei der Weltrangliste
Es ist eine außergewöhnliche Geste, die viel über das Umfeld und den Charakter des Youngsters aussagt, den die Dartfans längst ins Herz geschlossen haben. Fast symbolisch wirkt es, dass eben dieser Gian van Veen nun auf der größten Bühne des Sports stand. „Und dann spielt er im WM-Finale“, setzte Westerman nach. „Was haben wir uns an ihm erfreut.“
Zwar verlor van Veen das Endspiel schließlich deutlich mit 1:7 gegen das englische Supertalent Luke Littler, dennoch hinterließ er beim Turnier einen bleibenden Eindruck. Der amtierende Europameister eliminierte auf seinem Weg ins Finale unter anderem Ex-Weltmeister Luke Humphries und Gary Anderson. Sein Spiel präsentierte sich reif, seine Ausstrahlung ruhig, sein Verhalten nach dem Match vorbildlich. „Schade, dass er das Finale verloren hat, aber er hat hervorragend darauf reagiert“, sagte Westerman. „Er hat die Niederlage angenommen. Bei ihm passt alles: vom Charakter bis zum Spielerischen.“

Kluge und reife Haltung

Diesen Eindruck bestätigt auch van Veens rasanter Aufstieg in der Weltrangliste. Dank seiner starken WM-Leistungen kletterte er inzwischen auf Rang drei der PDC Order of Merit und zog damit sogar an seinem Landsmann Michael van Gerwen vorbei.
Der kometenhafte Aufstieg bleibt nicht ohne Folgen. Bereits im kommenden Monat gibt Gian van Veen sein Debüt in der prestigeträchtigen Premier League Darts, in der die acht besten und populärsten Spieler der Welt aufeinandertreffen. Die PDC nahm den unterlegenen WM-Finalisten und Weltranglistendritten erwartungsgemäß in den exklusiven Kreis auf.
Neben van Veen stehen auch Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Jonny Clayton, Stephen Bunting, Gerwyn Price und Josh Rock im Teilnehmerfeld. Für Rock ist es ebenso wie für van Veen die erste Teilnahme an der Premier League Darts.
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