Michael van Gerwen bleibt einer der meistdiskutierten Namen der Dartswelt. Für Sky-Sports-Kommentator Rod Studd liegt das größte Problem des Niederländers derzeit ausgerechnet in seiner Unberechenbarkeit. Nach weiteren enttäuschenden Auftritten bei großen TV-Turnieren fand der Experte deutliche Worte für den dreifachen Weltmeister.
Van Gerwen erlebt insbesondere bei Ranglistenturnieren bislang eine komplizierte Saison. Sein letzter großer TV-Triumph datiert aus dem Jahr 2022, in diesem Jahr erreichte „Mighty Mike“ bei einem Major bislang nicht einmal das Viertelfinale. Hinzu kommt: Bis zum Saisonende verteidigt der Niederländer noch Preisgeld in Höhe von 419.500 Pfund. Damit droht ihm ein deutlicher Absturz in der Weltrangliste – nach aktuellen Prognosen könnte Michael van Gerwen nach der Darts WM im Ally Pally sogar in Richtung Platz 20 abzurutschen.
Studd kritisiert van Gerwens extreme Schwankungen
Studd sieht weiterhin das enorme Potenzial des Niederländers. Gleichzeitig betont er, dass die Kluft zwischen van Gerwens besten und schwächsten Auftritten derzeit schlicht zu groß sei.
Michael van Gerwen sucht weiter nach Konstanz – sein Topniveau bleibt laut Rod Studd jedoch furchteinflößend hoch
„Er wechselte innerhalb weniger Tage davon, wie in einem Traum zu werfen, dazu, wie ein Abfluss zu werfen“, erklärte Studd im
Weekly Dartscast. „Eigentlich ist es unerklärlich, aber gleichzeitig auch nicht, denn genau das zeigt Michael in letzter Zeit immer wieder.“
Für den Kommentator liegt genau darin die größte Gefahr für van Gerwen. „Er liefert ungefähr alle fünf oder sechs Spiele einen kompletten Totalausfall ab. Aber wenn du ein großes Turnier wie das World Matchplay gewinnen willst, musst du fünf Partien gewinnen. Dann wird es extrem schwierig, wenn da ein kompletter Off-Day dazwischenliegt.“
Diese Schwankungen verhindern laut Studd, dass van Gerwen derzeit konstant um die größten Titel mitspielt. „Es ist schwer, Turniere zu gewinnen, wenn du einmal alle paar Spiele so weit unter dein Niveau fällst“, analysierte er.
Abschreiben will Studd den Niederländer dennoch keineswegs. Dafür zeigt van Gerwen weiterhin Phasen, in denen er nahezu unantastbar wirkt.
Van Gerwens Topniveau bleibt furchteinflößend
Als Beispiel verwies Studd auf Players Championship 15, das
van Gerwen kürzlich gewinnen konnte. Im Halbfinale produzierte der Niederländer beim 7:0-Sieg gegen Martin Schindler einen sensationellen Average von deutlich über 122 Punkten.
„Es ist mir egal, wer du bist: Wenn du dieser Version von Michael van Gerwen gegenüberstehst, hast du ein Problem“, sagte Studd. „Luke Humphries, Gerwyn Price, Wessel Nijman – sie alle kämen gegen dieses Niveau in Schwierigkeiten.“
Damit bleibt rund um die frühere Nummer eins der Welt vor allem eine Frage im Raum: Warum gelingt es van Gerwen nicht, dieses Topniveau konstant abzurufen?
„An seinen Qualitäten besteht absolut kein Zweifel“, führte Studd aus. „Es geht einzig um Konstanz. Und wenn Michael selbst genau wüsste, warum das immer wieder passiert, hätte er das Problem vermutlich längst gelöst.“