Jelle Klaasen streicht vorläufig die Rückkehr auf höchstes Niveau: „Dann glaube ich nicht, dass ich das akzeptieren kann“
PDCEine Rückkehr als Stammspieler auf höchstem Niveau ist für Jelle Klaasen vorerst keine realistische Option. Der ehemalige Weltmeister kämpft weiterhin mit Dystonie und weiß nicht, ob sein Körper ihm jemals wieder erlaubt, dauerhaft sein altes Niveau zu erreichen. Aufhören will der 41-jährige Niederländer jedoch nicht. Mit neuem Management im Rücken will er in den kommenden Monaten ausloten, wie viel Perspektive noch vorhanden ist.
Klaasen hat sich Mach Darts angeschlossen, dem Management, mit dem auch sein guter Freund Gian van Veen zusammenarbeitet. Die Kooperation gilt ab sofort. Für Klaasen ist vor allem wichtig, dass seine neue Betreuung nicht ausschließlich auf eine Rückkehr zur PDC ausgerichtet ist. „Es sind wirklich tolle Menschen, der Kontakt besteht schon lange und ist sehr herzlich. Mein altes Management hat keinen Leistungsdruck aufgebaut, war aber nur auf die PDC fokussiert. Dort liegt für mich nicht die Lösung und nicht die Zukunft. Mach Darts will mir auch auf einer Stufe darunter helfen und mich begleiten, etwa bei der WDF und der Modus Super Series. Das passt derzeit viel besser.“
Große Unterschiede von Tag zu Tag
Klaasen wurde 2006 BDO-Weltmeister und erreichte elf Jahre später das Halbfinale der PDC-WM. Inzwischen sieht seine Dartkarriere ganz anders aus. Durch Dystonie, eine neurologische Bewegungsstörung, gelingt es ihm nicht, sein früheres Niveau verlässlich zu erreichen.
Vor allem die enormen Schwankungen zwischen guten und schlechten Tagen machen die Situation schwierig. „Ich habe richtig gute Tage, an denen ich noch in den Neunzigern average oder sogar darüber spiele, aber am nächsten Tag ist es dann wieder gar nichts und ich spiele siebzig average. Das ist das Allerschwierigste zu akzeptieren: dass mein Kopf weiß, dass ich viel besser kann, es aber nicht rauskommt.“
In den Niederlanden hat Klaasen nach eigener Aussage nahezu alle denkbaren Behandlungen ausprobiert. Unter anderem Hypnose und Botox brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Erkrankung bleibt dadurch groß. „Es ist leider keine Darteritis oder ein Knochenbruch, von dem man wieder wegkommt. Es könnte sein, dass ich mich davon erhole. Deshalb spiele ich jetzt auch einfach weiter, in der Hoffnung, dass es irgendwann wieder klickt und gut läuft. Ich weiß schlicht nicht, ob ich es jemals ganz loswerde.“
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Kommende Monate werden entscheidend
Dass Klaasen eine neue Zusammenarbeit eingegangen ist, bedeutet nicht automatisch, dass er noch jahrelang weitermacht. Die kommenden Monate betrachtet er ausdrücklich als Phase, in der sich zeigen muss, ob noch Fortschritte möglich sind.
„In den nächsten Monaten werden wir testen und schauen, ob eine Verbesserung eintritt. Es kann dann auch gut sein, dass wir danach schon wieder aufhören. So bin ich nämlich: Ich will Fortschritte sehen, und wenn das der Fall ist, möchte ich nächstes Jahr gerne weitermachen und versuchen, mein Niveau zu verbessern. Aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich auf den Turnieren, zu denen ich fahre, chancenlos bin, dann hat es keinen Sinn, weiterzumachen.“
Sein neues Management verlangt derweil keine bestimmten Ergebnisse. Klaasen setzt sich die Messlatte vor allem selbst hoch. „Ich spüre keinen Druck, es muss nicht alles sofort gut sein. Dieser Prozess kann locker ein Jahr dauern. Wir werden sehen, was daraus wird und ob wir eine Lösung finden. Ich mache mir den Druck selbst, weil ich es so sehr will. Ich will kleine Schritte machen. Neulich habe ich in Schweden erst wieder mein erstes Turnier seit ein paar Monaten gespielt. In meinem Kopf war es eigentlich schon vorbei. Aber jetzt will ich alles versuchen anzupacken.“
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Tour Card vorerst kein Thema
Eine vollständige Rückkehr zur PDC steht derzeit nicht oben auf seiner Liste. Klaasen plant allerdings, im Januar an der Q-School teilzunehmen. Sein Hauptziel ist dabei der Zugang zur Challenge Tour.
Selbst wenn er unerwartet eine Tour Card holen würde, ist fraglich, ob er sie tatsächlich annähme. „Ich ziehe die PDC momentan mit Bleistift durch. Ich will im Januar zur Q-School, um zu schauen, ob ich die Challenge Tour erreichen kann. Aber sollte es ganz verrückt laufen und ich eine Tourkarte holen, glaube ich nicht, dass ich sie annehmen kann. Dieses Risiko traue ich mich in meiner aktuellen Lage nicht mehr einzugehen. Dafür müsste sich in den kommenden Monaten wirklich um 180 Grad etwas drehen.“
Damit richtet sich sein Fokus vorerst auf Touren, bei denen Belastung und Erwartungen anders gelagert sind. Die WDF und die MODUS Super Series bieten Klaasen die Möglichkeit, im Wettkampf zu bleiben, ohne dass eine sofortige Rückkehr an die absolute Weltspitze als Maßstab gilt.
Genau darin sieht er den Mehrwert seines Wechsels zu Mach Darts. „Sie sind persönlich involviert und unterstützen Spieler wie mich auch bei kleineren Turnieren wie der WDF und der Modus Super Series. Darüber bin ich superglücklich. Sie helfen auch auf andere Weise, etwa beim mentalen Bereich oder bei sonstigen Themen.“
Pieter Verbeek ist seit 2017 Chefredakteur von Dartsnieuws.com, der niederländischen Schwesterwebsite von Dartsnews.de. Dort ist er für die redaktionelle Ausrichtung, die tägliche Inhaltsplanung und die Berichterstattung über internationale Dartturniere verantwortlich. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge auf Dartsnews.de und bringt dabei seine langjährige Erfahrung und umfassende Expertise im professionellen Dartsport ein.
Seine Beschäftigung mit der Dartswelt begann 2013, als er im Rahmen einer Aufgabe für die Journalistenschule über ein Live-Event der European Tour in Veldhoven berichtete. Seitdem verfolgt er den professionellen Dartsport intensiv und sammelte umfangreiche Erfahrung mit Interviews, Spielberichten und Liveblogs zu großen PDC-Turnieren.
Bei Dartsnews.de konzentriert er sich auf die Berichterstattung über bedeutende Veranstaltungen wie die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts, das World Matchplay und weitere internationale PDC-Turniere. Dabei verbindet er die Echtzeitberichterstattung von Spielen mit Analysen von Leistungen, Entwicklungen auf der Tour und historischen Hintergründen.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er zwischen 2022 und 2025 Medienmanager des professionellen Dartteams TOTO Dart Kings und dort für die Medienkommunikation sowie die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Team verantwortlich.
Durch seine Arbeit in der Dartswelt war er bei mehreren internationalen Veranstaltungen vor Ort, darunter bei Premier-League-Abenden im Rotterdam Ahoy, mehreren Ausgaben der PDC World Darts Championship und den US Darts Masters im Madison Square Garden in New York.
Seine Berichterstattung basiert auf offiziellen Turnierinformationen, Interviews mit Spielern und anderen Beteiligten aus der Dartswelt sowie der kontinuierlichen Beobachtung der professionellen Dart-Circuits.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











