Die
Premier League Darts gilt als eines der spektakulärsten und bestorganisierten Turniere der Darts-Welt. Woche für Woche reisen die besten Spieler der Welt durch ausverkaufte Arenen, mit einer Produktion, die bis ins Detail durchdacht ist. Umso mehr fiel es auf, als es am Donnerstagabend in Aberdeen während des Halbfinales deutlich hakte. Nicht ein Spieler, sondern Schiedsrichter
Huw Ware rückte ungewollt in den Mittelpunkt – wegen einer Reihe technischer Probleme mit seinem Mikrofon.
Drahtloses Mikrofon versagt den Dienst
Während der Partie im Halbfinale des dreizehnten Spieltags der
Premier League Darts zwischen
Luke Littler und
Gerwyn Price begann das Ungemach schon beim Einwerfen. Das charakteristische drahtlose Mikrofon, wie es standardmäßig bei Sky-Sports-Übertragungen verwendet wird, verweigerte den Dienst. Dadurch konnten die anwesenden Fans in der Halle, die Spieler auf der Bühne und die Fernsehzuschauer zu Hause die angesagten Scores nicht hören. Ein scheinbar kleines Detail, doch im Darts ist das Ausrufen der Scores essenziell für Ablauf und Erlebnis eines Matches.
Trotz der Probleme legten Littler und Price zunächst ganz normal los. Schnell wurde jedoch klar, dass die Situation unhaltbar war: Ohne hörbare Score-Ansagen entstand Verwirrung, die geworfenen Scores wurde allerdings dennoch gewertet. Hinter den Kulissen wurde derweil hastig an einer Lösung gearbeitet, während Ware sichtbar versuchte, die Konzentration zu wahren.
Kurz darauf erhielt der Schiedsrichter ein alternatives Mikrofon mit Kabel. Dieses funktionierte, womit die Kommunikation sofort wiederhergestellt war. Der Unterschied war unmittelbar spürbar: Das Publikum reagierte wieder auf die Scores, und die Partie konnte endlich unter normalen Bedingungen fortgesetzt werden. Vollständig behoben war das Problem damit jedoch noch nicht. Am Ende des ersten Legs kam erneut Unruhe auf, als neben dem Board abermals das Mikrofon gewechselt wurde. Ware konnte seinen Ärger kaum verbergen und gab kopfschüttelnd das defekte Equipment zurück.
Verwunderung im Studio
Auch im Studio bei Viaplay wurde der Vorfall mit Verwunderung verfolgt. Marco Meijer, selbst ein erfahrener Schiedsrichter, zeigte Verständnis für seinen Kollegen. Er nannte den Zwischenfall „tollpatschig“ und betonte, wie abhängig ein Referee von funktionierender Technik ist. „Das Einzige, was bei einem Schiedsrichter passen muss, ist sein Ton. Und das klappt dann nicht“, klang es kritisch. Laut Meijer gibt es kaum etwas Frustrierenderes als technische Defekte auf der Bühne, zumal, wenn alles live übertragen wird.
Nach der chaotischen Auftaktphase wurde das technische Problem schließlich endgültig behoben. Auffällig war, dass Ware die Partie danach wieder mit dem ursprünglichen drahtlosen Mikrofon beenden konnte, das in der Zwischenzeit offenbar repariert worden war. Von diesem Moment an lief alles ohne weitere Zwischenfälle, und der Fokus konnte wieder vollständig auf das Spiel gerichtet werden.
Marco Meijer war zu Gast bei Viaplay
Geringer Einfluss
Sportlich hatte die Unterbrechung wenig Einfluss auf den Verlauf des Matches. Littler ließ sich nicht beirren und dominierte das Duell von Anfang bis Ende. Mit einem überzeugenden 6:1-Erfolg setzte er sich mühelos gegen Price durch und sicherte sich einen Platz im Finale.
Der Vorfall in Aberdeen verdeutlicht jedoch, wie anfällig selbst die größten Darts-Produktionen sein können. In einer Sportart, in der Rhythmus, Konzentration und Präsentation Hand in Hand gehen, kann ein technisches Problem rasch große Auswirkungen haben. Für die Organisation ist es daher ein klares Signal, sämtliche Geräte noch gründlicher zu überprüfen – insbesondere mit Blick auf die verbleibenden Spielabende der Premier League Darts.
In der Pause vor dem anderen Halbfinale hatte die Organisation zum Glück die Zeit, alles erneut zu testen und mögliche Risiken auszuschließen. Denn auch wenn sich im Darts alles um die Leistungen der Spieler dreht, wurde am Donnerstagabend einmal mehr deutlich, dass auch die Technik eine unverzichtbare Rolle für den Erfolg eines Turniers spielt.