„Leistungsmäßig ist noch reichlich im Tank, aber ich habe erledigt, was zu tun war“ – Joe Cullen sendet klare Botschaft an die Konkurrenz

PDC
Sonntag, 19 April 2026 um 11:45
Joe Cullen (2)
Joe Cullen liefert beim European Darts Grand Prix ein klares Signal. Mit einem kontrollierten 6:3-Erfolg über die Weltranglisten-Nummer drei Gian van Veen sichert sich der Engländer souverän das Ticket für den Finaltag. Cullen bestimmt die Partie von Beginn an, lässt kaum Zweifel aufkommen und gibt lediglich ein Break her. Im Achtelfinale wartet nun Krzysztof Ratajski.
Der ehemalige European-Tour-Champion tritt abgeklärt auf, bleibt in den entscheidenden Momenten stabil und nutzt seine Chancen konsequent. Trotz des überzeugenden Ergebnisses sieht Cullen selbst noch Luft nach oben. Im Gespräch mit DartsNews macht er deutlich, dass sein aktuelles Niveau noch nicht das Maximum darstellt.

Cullen bleibt hungrig trotz souveränem Einzug

„Ich bin zufrieden mit dem Sieg. Leistungsmäßig ist noch reichlich im Tank, aber ich habe heute Abend erledigt, was zu tun war“, erklärt Cullen. Schon am Vortag hatte er einen ähnlichen Eindruck hinterlassen. Kein Glanzauftritt, aber effektiv genug, um weiterzukommen. Genau dieser Pragmatismus zahlt sich im Turnierverlauf aus.
Joe Cullen (1)
Joe Cullen stürmt in Sindelfingen weiter.
Der Masters-Champion von 2022 profitiert davon, dass er bislang ohne große Kraftanstrengung durch seine Matches kommt. Der Blick richtet sich bereits auf den intensiven Finaltag. „Ich habe mich bislang nicht überanstrengt. Der Sonntag wird lang, aber ich kenne diese Situationen. Ich werde bereit sein“, betont Cullen selbstbewusst.
Der Einzug in die entscheidende Phase des Turniers folgt auf einen Rückschlag, der ihn spürbar beschäftigt hat. In München zeigte Cullen zuletzt eine schwache Leistung, die er offen als eine der schlechtesten seiner Karriere einordnet. Die Enttäuschung sitzt tief, doch genau daraus zieht er nun Motivation.
„Es war enttäuschend. Ich hatte zuvor gut gespielt, stand im Pro-Tour-Finale und war in guter Form. Dann plötzlich so ein Auftritt – das war schwer zu erklären“, sagt Cullen. Für ihn bleibt klar: Solche Einbrüche dürfen nicht zur Gewohnheit werden.
Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf geht Cullen die aktuelle European-Tour-Station besonders fokussiert an. Er will reagieren, liefern und ein Zeichen setzen. Das gelingt ihm bislang eindrucksvoll.

Mehr Training, mehr Fokus: Cullen jagt die Konstanz

Ein wichtiger Schritt war der Sieg über Maik Kuivenhoven. Cullen beschreibt ihn als unangenehmen Gegner, der ihm in der Vergangenheit Probleme bereitet hat. Auch wenn Kuivenhoven nicht sein bestes Spiel zeigte, bleibt die mentale Hürde bestehen. Cullen meistert sie souverän.
„Er war immer knifflig für mich. Solche Spiele musst du erst einmal gewinnen“, erklärt der Engländer. Der anschließende Erfolg gegen van Veen unterstreicht zusätzlich seine starke Form.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt ein zentrales Thema bestehen: Konstanz. Genau daran arbeitet Cullen intensiv. Er gibt offen zu, dass er sein Trainingspensum deutlich erhöht hat.
„Ich war nie jemand, der viel trainiert hat. Aber dieses Jahr musste ich etwas ändern, weil es letztes Jahr nicht funktioniert hat“, sagt er. Die Selbstkritik fällt klar aus. Einzelne Highlights reichen ihm nicht mehr.
Cullen blickt auf eine Saison zurück, die hinter seinen eigenen Erwartungen blieb. Zwar erreicht er Finals auf der Pro Tour und zeigt bei Major-Events gute Ansätze, doch die fehlende Konstanz verhindert größere Erfolge. Das soll sich ändern.
„Um auf diesem Niveau zu bleiben, brauchst du Konstanz. Die hatte ich nicht. Deshalb investiere ich jetzt mehr Arbeit“, erklärt Cullen. Erste Fortschritte sind sichtbar. Der Start ins neue Jahr verläuft solide, wenn auch ohne große Ausreißer nach oben.
Für Cullen zählt jeder kleine Schritt. Er kennt das Gefühl, zur absoluten Spitze zu gehören, und weiß, was es dafür braucht. Der Weg zurück führt über Disziplin, Rhythmus und kontinuierliche Leistungen.

European Tour als Schlüssel zur Rückkehr

Ein entscheidender Faktor bleibt für ihn die European Tour. Cullen hat dort bereits mehrfach triumphiert und kennt die Bedeutung dieser Turnierserie genau. Neben dem Preisgeld spielen auch Qualifikationen für große TV-Events eine zentrale Rolle.
„Die European Tour ist riesig. Sie bringt dir nicht nur Geld, sondern auch Chancen auf wichtige Turniere“, betont Cullen. Gerade in einem dicht gedrängten Kalender sorgt sie für Stabilität und Planungssicherheit.
Diese Sicherheit hilft Spielern, ihr Niveau konstant zu halten. Cullen sieht darin einen klaren Vorteil. Gleichzeitig weiß er, dass er sich darauf nicht ausruhen darf.
Früh in seiner Karriere gehört die European Tour zu seinen stärksten Bühnen. Regelmäßige Viertelfinals und konstante Leistungen prägen diese Phase. An genau dieses Niveau will Cullen wieder anknüpfen.
„Damals war das mein Standard. Jede Woche mindestens Viertelfinale. Da will ich wieder hin“, sagt er.
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