Der Zwischenfall zwischen
Gian van Veen und
Luke Littler während des neunten Spieltages der
Premier League Darts in Manchester ist auch am Tag danach weiterhin das Gesprächsthema in der Dartswelt. Ex-Profi
Scott Mitchell hat nun ebenfalls seine Meinung zu dem Vorfall geäußert. „Scotty Dog“ glaubt nicht, dass Littler bewusst den Fehlwurf von Van Veen bejubelt hat.
Der Vorfall ereignete sich in einem nervenaufreibenden letzten Leg ihres Viertelfinals am gestrigen Abend. Nach einem 3:5-Rückstand kämpfte sich „The Nuke“ auf 5:5 zurück und erzwang ein Entscheidungsleg. Der 19-Jährige durfte als Erster über 134 zum Match ansetzen, verpasste jedoch die Doppel 7.
Van Veen stand derweil bereits auf 90 und bekam nach einer getroffenen Triple 20 zwei Darts auf die Doppel 15. Der erste landete jedoch in der einfachen 15, woraufhin er sich frustriert umdrehte und im Augenwinkel sah, wie Littler eine Jubelgeste machte.
Der Niederländer reagierte empört, worauf Littler seinerseits ungehalten war und mit einer wegwerfenden Geste antwortete. Am Ende durfte jedoch Van Veen lachen, denn Littler verfehlte erneut zweimal die Doppel 7, sodass „The Giant“ über Doppel 6 das Match für sich entschied. Nach dem getroffenen Doppel blieb die Stimmung noch kurzzeitig eisig, als Littler ihm beim Händedruck nicht in die Augen sah und direkt von der Bühne ging.
Van Veen ließ anschließend wissen, dass Littler tatsächlich gejubelt habe, als er die Doppel 15 verpasste, und dass er das nicht in Ordnung finde. Scott Mitchell ist jedoch der Ansicht, dass der gesamte Vorfall vom Niederländer falsch interpretiert wurde, und glaubt nicht, dass „The Nuke“ mit Absicht gehandelt hat. „Für mich fühlt es sich so an, als sei die Situation zwischen Luke Littler und Gian van Veen ein wenig falsch ausgelegt worden, sowohl von Experten als auch von Medienkanälen“, beginnt er seinen Beitrag auf
Facebook.
„Ich glaube nicht, dass Luke je ausgelassen feiern würde, wenn ein Gegner eine Doppel verpasst. Vielleicht denkt er das innerlich, aber nach außen hin sicher nicht. Was er bei 5:5 jedoch macht, wenn er selbst dran ist, ist das Publikum vor seinem Wurf für den matchentscheidenden Doppel anzuheizen. Das haben wir schon zuvor bei ihm gesehen.“
Van Veen zog gestern Abend trotz des Zwiespalts mit Littler letztlich den längeren Hebel und gewann die Partie mit 6:5.
Er fährt fort: „Die Enttäuschung bei Gian nach seiner vergebenen Chance führte dazu, dass er zunächst geradeaus nach links schaute. Im Augenwinkel sah er dann, dass Luke das Publikum für seinen Wurf zur Matchentscheidung anstachelte. Wenn wir als Spieler am Oche stehen, lautet unsere Mentalität: ich, ich, ich. Dadurch haben wir schnell das Gefühl, dass alles – ein herausgefallener Dart oder ein klappernder Dart – dazu dient, uns aus dem Rhythmus zu bringen, obwohl es genauso gut ein Versehen sein kann.“
Mitchell zeigt daher Verständnis für Van Veens Reaktion, setzt jedoch zugleich eine klare Einschränkung. „Ich verstehe, dass Gian im Eifer des Gefechts und mit der Adrenalinflut in seinem Körper Lukes Anfeuern des Publikums so aufgefasst hat. Ich selbst sehe es allerdings nicht so, auch wenn mir klar ist, dass viele Menschen anderer Meinung sein werden.“