Martin Schindler sogar im absoluten Weltklassebereich: Darts-Ranking bringt van Gerwen und Littler in Erklärungsnot

PDC
Sonntag, 05 Juli 2026 um 13:30
Martin Schindler (5)
Nur zwölf aktuelle PDC Tour Card-Inhaber haben jemals in einem offiziellen Match oder einem sanktionierten Turnier einen Average von 120 oder höher erreicht. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich solche Leistungen sind. Bemerkenswert ist, dass nicht ein etablierter Weltstar, sondern Charlie Manby die Liste anführt. Der Engländer erzielte während Development Tour 4 im Jahr 2025 einen phänomenalen 130,70-Average und führt damit das Ranking der höchsten jemals verzeichneten Averages unter allen aktuellen Tour Card-Inhabern an.

Anderson, Wright und Schindler komplettieren die Top Drei

Hinter Manby folgen einige der größten Namen im Darts. Gary Anderson liegt mit einem 123,83-Average auf Rang zwei, geworfen bei einem Players Championship im Jahr 2024. Peter Wright und Martin Schindler teilen sich mit jeweils 123,50 den dritten Platz, während Michael van Gerwen mit seinem ikonischen 123,40 aus der Premier League 2016 weiterhin einen der höchsten im TV übertragenen Averages hält.
Auch Luke Littler hat sich dieser erlesenen Gruppe nun angeschlossen. Der junge Engländer verbuchte beim Players Championship 5 im Jahr 2025 einen beeindruckenden 122,96.
Die Seltenheit von Averages über 120 zeigt sich daran, dass nur zwölf Spieler diese magische Marke jemals durchbrochen haben. Unter ihnen sind Kim Huybrechts, Josh Rock, Dave Chisnall, Ritchie Edhouse, Bradley Brooks und Owen Bates. Das belegt, dass nicht nur Weltmeister und Major-Sieger eine nahezu außerirdische Leistung abrufen können, sondern bisweilen auch weniger etablierte Namen eine absolute Spitzen-Performance hinlegen.

Greaves unter den Elitewerten

Im Bereich zwischen 115 und 120 ist das Feld deutlich dichter. Weltmeister Luke Humphries notierte einst einen 119,15-Average, während auch Gerwyn Price, Nathan Aspinall, Stephen Bunting, James Wade und Damon Heta die 115 mühelos übertrafen. Bemerkenswert ist zudem das Auftauchen von Beau Greaves.
Die Engländerin, die seit diesem Jahr eine PDC Tour Card hält, erzielte auf der Development Tour 2026 einen 117,88-Average und beweist, dass sie auch in diesem Bereich mit den etablierten Namen mithalten kann.
Beau Greaves in Aktion auf der Bühne
Beau Greaves hat in dieser Saison eine PDC Tour Card

Starke deutsche Auftritte

Aus deutscher Sicht sticht vor allem Martin Schindler heraus. Der Strausberger gehört mit seinem 123,50-Average aus der Q-School 2022 sogar zum exklusiven 120-plus-Klub und liegt in dieser Liste auf Augenhöhe mit Peter Wright. Noch bemerkenswerter: Schindler steht damit vor Michael van Gerwen, Luke Littler und vielen weiteren Weltstars.
Auch Max Hopp hat in dieser Rangliste einen besonderen Platz. Sein 119,20-Average bei der Players Championship 30 im Jahr 2019 bleibt einer der höchsten je von einem deutschen Spieler geworfenen Werte. Dahinter folgen Niko Springer mit 115,92 bei den UK Open 2025 und Gabriel Clemens, der 2022 bei der Players Championship 18 einen Schnitt von 114,15 erreichte.
Die deutsche Breite zeigt sich aber nicht nur an den bekannten Namen. Ricardo Pietreczko kommt auf 110,97, Lukas Wenig auf 110,51 und Pascal Rupprecht auf 109,31. Auch Dominik Grüllich und Kai Gotthardt liegen mit jeweils 108,65 klar über der 105er-Marke. Yorick Hofkens, Arno Merk, Maximilian Czerwinski, Leon Weber, Matthias Ehlers und Marvin Kraft komplettieren eine deutsche Liste, die deutlich macht, wie viele Spieler inzwischen Peaks auf internationalem Topniveau erreichen können.
Interessanterweise wurden auch viele deutsche Bestwerte nicht auf den größten TV-Bühnen erzielt. Schindlers Rekord fiel in der Q-School, Hopp glänzte auf der Pro Tour, Clemens bei einer Players Championship. Gerade Floor-Events, Development Tour und Qualifikationsturniere bieten oft die perfekte Bühne für extreme Averages, weil dort ein hohes Spieltempo und weniger Show-Druck zusammenkommen.
Vor allem zeigt diese Rangliste, wie stark sich das deutsche Darts in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Früher war ein deutscher Spieler mit einem 100-Average bereits eine echte Schlagzeile. Inzwischen haben mehrere Tour Card-Inhaber aus Deutschland persönliche Spitzenwerte deutlich darüber vorzuweisen. Dass Schindler sogar im absoluten Weltklassebereich über 120 steht, macht dieses Ranking aus deutscher Sicht besonders bemerkenswert.
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