Cameron Menzies hat sich bei
Players Championship 23 den dritten PDC-Titel seiner Karriere gesichert. Der Schotte setzte sich am Montag im englischen Leicester nach einer überzeugenden Turnierleistung im Finale mit 8:5 gegen den spanischen Comeback-Hero
Cristo Reyes durch. Aus deutscher Sicht sorgte vor allem
Yorick Hofkens für das Ausrufezeichen des Tages: Der Youngster spielte sich als bester deutscher Starter bis ins Achtelfinale und bestätigte damit einmal mehr sein großes Potenzial auf der Pro Tour.
Aus deutscher Sicht verlief
Players Championship 23 insgesamt enttäuschend. Bereits in der ersten Runde mussten mit Martin Schindler gegen Rhys Griffin sowie Lukas Wenig gegen den formstarken Luke Woodhouse zwei der größten Hoffnungen früh die Segel streichen. Auch Ricardo Pietreczko erwischte keinen guten Tag und unterlag Mario Vandenbogaerde mit 4:6. Lichtblicke lieferten dagegen Max Hopp, Arno Merk, Dominik Grüllich, Kai Gotthardt und
Gabriel Clemens, die allesamt die zweite Runde erreichten. Besonders der „German Giant“ überzeugte beim souveränen 6:1 im deutsch-deutschen Duell gegen Leon Weber, das er mit einem starken 11-Darter eindrucksvoll abschloss.
Hofkens sorgt für das deutsche Highlight
Lange Zeit schien es, als würde kein deutscher Spieler den Sprung in die dritte Runde schaffen. Dann setzte Yorick Hofkens das Ausrufezeichen des Tages. Zunächst gewann der Youngster sein Auftaktduell gegen Ian White im Decider und entschied dann auch das hochklassige deutsch-deutsche Duell gegen Kai Gotthardt mit 6:4 für sich. Im Boardfinale ließ Hofkens gegen den erfahrenen Andy Boulton beinahe einen komfortablen 5:2-Vorsprung verstreichen, behielt im Decider jedoch die Nerven und feierte mit einem 6:5-Erfolg den Einzug ins Achtelfinale. Zwischenzeitlich sorgte der Deutsche sogar für Aufsehen, als er nach neun Darts und zwei 180ern nur noch 12 Restpunkte stehen ließ und damit – vermutlich – einem perfekten Leg ganz nah kam.
Yorick Hofkens war der stärkste Deutsche bei Players Championship 23 und erreichte mit Siegen über Kai Gotthardt und Andy Boulton das Achtelfinale.
Der bemerkenswerte Lauf des Youngsters endete schließlich im Achtelfinale. Gegen Daniel Ayres unterlag Hofkens trotz erneut ordentlicher Leistung mit 4:6 und verabschiedete sich als letzter deutscher Starter aus dem Turnier. Bereits zuvor waren Clemens (2:6 gegen Charlie Manby), Max Hopp (4:6 gegen Rob Cross), Arno Merk (4:6 gegen Krzysztof Ratajski) und Dominik Grüllich (5:6 gegen Jim Long) ausgeschieden.
Überraschungen und Comeback-Geschichten bestimmen den Turniertag
Während aus deutscher Sicht früh Schluss war, entwickelte sich auf den übrigen Boards ein abwechslungsreicher Turniertag. Charlie Manby setzte seinen starken Lauf zunächst gegen Gabriel Clemens fort, musste sich im Viertelfinale jedoch Cameron Menzies mit 2:6 geschlagen geben. Der Schotte löste damit als erster Spieler das Halbfinalticket.
Komplettiert wurde die Vorschlussrunde von Cristo Reyes, David Sharp und Dave Chisnall. Vor allem Reyes setzte seine bemerkenswerte Comeback-Geschichte fort und bezwang Daniel Ayres mit 6:4, ehe er im Halbfinale auch David Sharp mit 7:3 ausschaltete. Parallel sorgte Dave Chisnall für eine der größten Geschichten des Tages. Der Engländer steigerte seine zuvor nur noch geringen Hoffnungen auf eine Qualifikation für das World Matchplay mit einem starken Turnierlauf erheblich, musste sich im Halbfinale jedoch Cameron Menzies mit 5:7 geschlagen geben.
Die Krönung
Der Schotte erwischte im Endspiel den deutlich besseren Start, eröffnete das Finale mit einem 14-Darter und zog früh auf 3:0 davon. Zwar fand Reyes anschließend besser in die Partie, doch Menzies hielt den Spanier zunächst mit einem 100er- und einem sehenswerten 124er-Bullfinish auf Distanz.
In dieser Phase riss Menzies die Partie an sich. Mit sechs perfekten Darts und einem anschließenden 12-Darter baute der Schotte seine Führung auf 6:2 aus und schien bereits uneinholbar enteilt. Reyes gab sich jedoch nicht geschlagen, profitierte von mehreren Unsicherheiten seines Gegners auf die Doppel und kämpfte sich mit zwei Breaks noch einmal auf 5:6 heran. Cameron Menzies behielt im entscheidenden Moment jedoch die Nerven, landete das direkte Re-Break und machte seinen 8:5-Erfolg wenig später mit einem 32er-Checkout perfekt. Für den Schotten ist es der dritte Players-Championship-Titel seiner Karriere, während Cristo Reyes mit seinem ersten PDC-Finale nach langer Abwesenheit ein starkes Ausrufezeichen hinter sein bemerkenswertes PDC-Comeback setzte.