„Meine ersten Worte wiederhole ich lieber nicht“ – Gerwyn Price verrät, wie er von seiner schwangeren Tochter erfuhr

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 23 Juli 2026 um 8:00
Gerwyn Price (2)
Gerwyn Price hat mit einem souveränen 11:5-Erfolg über Rob Cross das Viertelfinale des World Matchplay 2026 erreicht. Der Waliser überzeugte zwar phasenweise mit seinen besten Darts, machte nach der Partie aber auch deutlich, dass er sich noch längst nicht auf seinem Topniveau sieht. Sein Ziel ist klar: Er will wieder der „alte Gerwyn Price“ werden.
Zugleich sprach der Weltmeister von 2021 über seine fehlende Matchpraxis, die Unterstützung des Publikums in Blackpool und private Neuigkeiten: Noch in diesem Jahr wird Price erstmals Großvater.

Der „alte Gerwyn Price“ soll zurückkehren

„Phasenweise habe ich wirklich gut gespielt, zwischendurch war ich aber auch frustriert“, sagte Price im Gespräch mit den Medien, darunter auch Dartsnews.de. „Das ist einfach die Folge davon, dass ich zuletzt nicht viele Turniere gespielt habe. Ich habe nach meinem ersten Match schon gesagt: Je weiter ich in diesem Turnier komme, desto besser werde ich.“
Auf der Bühne hatte Price bereits angedeutet, dass er wieder zu seiner früheren Unbekümmertheit zurückfinden möchte. Nach dem Match erklärte er genauer, was er damit meint.
„So wie Ross Smith momentan spielt: Er lässt einfach alles laufen, spielt frei auf und nimmt, was kommt. Genau dahin muss ich wieder kommen. Aber das kann man nicht erzwingen – es muss ganz natürlich passieren.“
In den vergangenen Jahren habe er sich zu oft selbst gebremst. „In den letzten zwei oder drei Jahren habe ich mich immer wieder zurückgehalten. Davon muss ich wieder wegkommen.“

Publikum gibt Price zusätzlichen Schub

Schon in seinem Achtelfinale war der Weltmeister von 2021 einer der Publikumslieblinge in den Winter Gardens.
„Abgesehen von der Szene, als ich nicht aufs Finish gegangen bin und sie mich beim Doppel ein bisschen abgelenkt haben“, sagte Price mit einem Lachen. „Ansonsten standen sie komplett hinter mir. Hoffentlich bleibt das so.“
Gegen Ross Smith rechnet der Waliser deshalb mit einem besonders emotionalen Duell.

Gerwyn Price im Gespräch mit den Medien nach seinem 11:5-Sieg über Rob Cross.

„Ich versuche einfach, ich selbst zu sein. Manchmal halte ich mich zurück, weil ich nicht weiß, wie das Publikum reagieren wird. Aber ich weiß, wie Ross spielt – er trägt sein Herz auf der Zunge. Deshalb muss ich am Freitag einfach ich selbst sein. Vielleicht wird es ein Duell der lautesten Spieler, dann schauen wir mal, wie das Match läuft.“

Keine Vorteile durch Erfahrung

Ob ihm seine große Erfahrung auf den TV-Bühnen im Viertelfinale helfen wird, wollte Price nicht überbewerten.
„Ross ist ebenfalls sehr erfahren. Er hat die European Championship gewonnen und mehrere European-Tour- und Pro-Tour-Titel geholt. Deshalb glaube ich nicht, dass Erfahrung den Unterschied macht.“
Entscheidend sei vielmehr die Tagesform. „Ich weiß, wie gut Ross momentan spielt. Aber ich werde mit jedem Match besser. Wenn ich meinen Average von 97 oder 98 Punkten noch etwas steigern kann, dann werde ich gut dastehen.“

Mehr Training zwischen den Spielen

Vor dem World Matchplay hatte Price eingeräumt, dass ihm Matchpraxis fehlt, weil er zuletzt nur wenige Pro-Tour-Turniere bestritten hatte. Zwischen seinen Spielen in Blackpool versucht er deshalb, möglichst viele Einheiten nachzuholen.
„Ich habe direkt vor meinem Hotelzimmer ein Board stehen“, verriet er. „Ich verbringe ohnehin viel Zeit auf meinem Zimmer – und bestimmt 90 Prozent dieser Zeit stehe ich am Board. In den vergangenen Tagen habe ich dort jeweils ein paar Stunden trainiert.“

Bald erstmals Großvater

Auch privat wartet auf Price ein ganz besonderes Ereignis: Der Waliser wird erstmals Großvater.
Auf die Frage, wie er von der Nachricht erfahren habe, musste er schmunzeln. „Meine ersten Worte wiederhole ich lieber nicht“, sagte er lachend. „Danach habe ich mich aber riesig gefreut. Solange das Baby gesund ist, ist alles gut. Ich freue mich sehr für die beiden.“
Mit einem Augenzwinkern ergänzte er über den Partner seiner Tochter: „Er ist manchmal etwas faul, aber er ist in Ordnung. Ich werde ihn schon auf Trab bringen.“
Gefürchtet als Schwiegervater sehe er sich dagegen nicht. „Er ist ein toller Junge. Die beiden sind noch jung und wissen wahrscheinlich noch nicht genau, was auf sie zukommt. Aber das wird schon. Ich weiß, wie hart er arbeitet.“

Weniger Ablenkung, voller Fokus

Vor wenigen Tagen hatte Price noch scherzhaft erzählt, dass das Werfen von Heuballen zu seiner Vorbereitung gehört habe. Rückblickend hätte er allerdings lieber mehr Turniere gespielt.
„Ich wünschte, ich hätte vor diesem Event deutlich mehr Turniere bestritten. Gerade die Pro Tour ist für mich die beste Vorbereitung – besonders, wenn man dort weit kommt.“
Außerdem räumte er ein, dass ihn private Verpflichtungen zuletzt vom Darts abgelenkt hätten.
„Ich hätte auf einige der Ablenkungen in den vergangenen Wochen gerne verzichtet. Das war manchmal frustrierend und hat mich komplett vom Darts weggebracht. Aber das ist jetzt vorbei. Jetzt kann ich mich voll auf den Rest dieses Turniers konzentrieren – und das wird mir guttun.“
Auch sein Bauernhof ist währenddessen in guten Händen. „Zum Glück kümmert sich einer meiner Freunde darum. Ohne ihn wäre das harte Arbeit. Hoffentlich bin ich in ein paar Monaten wieder dort – dann bin ich wieder Farmer Price.“
Klatscht 1Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading