„Meine ersten Worte wiederhole ich lieber nicht“ – Gerwyn Price verrät, wie er von seiner schwangeren Tochter erfuhr
PDC
Gerwyn Price hat mit einem souveränen 11:5-Erfolg über Rob Cross das Viertelfinale des World Matchplay 2026 erreicht. Der Waliser überzeugte zwar phasenweise mit seinen besten Darts, machte nach der Partie aber auch deutlich, dass er sich noch längst nicht auf seinem Topniveau sieht. Sein Ziel ist klar: Er will wieder der „alte Gerwyn Price“ werden.
Zugleich sprach der Weltmeister von 2021 über seine fehlende Matchpraxis, die Unterstützung des Publikums in Blackpool und private Neuigkeiten: Noch in diesem Jahr wird Price erstmals Großvater.
Der „alte Gerwyn Price“ soll zurückkehren
„Phasenweise habe ich wirklich gut gespielt, zwischendurch war ich aber auch frustriert“, sagte Price im Gespräch mit den Medien, darunter auch Dartsnews.de. „Das ist einfach die Folge davon, dass ich zuletzt nicht viele Turniere gespielt habe. Ich habe nach meinem ersten Match schon gesagt: Je weiter ich in diesem Turnier komme, desto besser werde ich.“
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Auf der Bühne hatte Price bereits angedeutet, dass er wieder zu seiner früheren Unbekümmertheit zurückfinden möchte. Nach dem Match erklärte er genauer, was er damit meint.
„So wie Ross Smith momentan spielt: Er lässt einfach alles laufen, spielt frei auf und nimmt, was kommt. Genau dahin muss ich wieder kommen. Aber das kann man nicht erzwingen – es muss ganz natürlich passieren.“
In den vergangenen Jahren habe er sich zu oft selbst gebremst. „In den letzten zwei oder drei Jahren habe ich mich immer wieder zurückgehalten. Davon muss ich wieder wegkommen.“
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Publikum gibt Price zusätzlichen Schub
Schon in seinem Achtelfinale war der Weltmeister von 2021 einer der Publikumslieblinge in den Winter Gardens.
„Abgesehen von der Szene, als ich nicht aufs Finish gegangen bin und sie mich beim Doppel ein bisschen abgelenkt haben“, sagte Price mit einem Lachen. „Ansonsten standen sie komplett hinter mir. Hoffentlich bleibt das so.“
Gegen Ross Smith rechnet der Waliser deshalb mit einem besonders emotionalen Duell.
Gerwyn Price im Gespräch mit den Medien nach seinem 11:5-Sieg über Rob Cross.
„Ich versuche einfach, ich selbst zu sein. Manchmal halte ich mich zurück, weil ich nicht weiß, wie das Publikum reagieren wird. Aber ich weiß, wie Ross spielt – er trägt sein Herz auf der Zunge. Deshalb muss ich am Freitag einfach ich selbst sein. Vielleicht wird es ein Duell der lautesten Spieler, dann schauen wir mal, wie das Match läuft.“
Keine Vorteile durch Erfahrung
Ob ihm seine große Erfahrung auf den TV-Bühnen im Viertelfinale helfen wird, wollte Price nicht überbewerten.
„Ross ist ebenfalls sehr erfahren. Er hat die European Championship gewonnen und mehrere European-Tour- und Pro-Tour-Titel geholt. Deshalb glaube ich nicht, dass Erfahrung den Unterschied macht.“
Entscheidend sei vielmehr die Tagesform. „Ich weiß, wie gut Ross momentan spielt. Aber ich werde mit jedem Match besser. Wenn ich meinen Average von 97 oder 98 Punkten noch etwas steigern kann, dann werde ich gut dastehen.“
Mehr Training zwischen den Spielen
Vor dem World Matchplay hatte Price eingeräumt, dass ihm Matchpraxis fehlt, weil er zuletzt nur wenige Pro-Tour-Turniere bestritten hatte. Zwischen seinen Spielen in Blackpool versucht er deshalb, möglichst viele Einheiten nachzuholen.
„Ich habe direkt vor meinem Hotelzimmer ein Board stehen“, verriet er. „Ich verbringe ohnehin viel Zeit auf meinem Zimmer – und bestimmt 90 Prozent dieser Zeit stehe ich am Board. In den vergangenen Tagen habe ich dort jeweils ein paar Stunden trainiert.“
Bald erstmals Großvater
Auch privat wartet auf Price ein ganz besonderes Ereignis: Der Waliser wird erstmals Großvater.
Auf die Frage, wie er von der Nachricht erfahren habe, musste er schmunzeln. „Meine ersten Worte wiederhole ich lieber nicht“, sagte er lachend. „Danach habe ich mich aber riesig gefreut. Solange das Baby gesund ist, ist alles gut. Ich freue mich sehr für die beiden.“
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Mit einem Augenzwinkern ergänzte er über den Partner seiner Tochter: „Er ist manchmal etwas faul, aber er ist in Ordnung. Ich werde ihn schon auf Trab bringen.“
Gefürchtet als Schwiegervater sehe er sich dagegen nicht. „Er ist ein toller Junge. Die beiden sind noch jung und wissen wahrscheinlich noch nicht genau, was auf sie zukommt. Aber das wird schon. Ich weiß, wie hart er arbeitet.“
Weniger Ablenkung, voller Fokus
Vor wenigen Tagen hatte Price noch scherzhaft erzählt, dass das Werfen von Heuballen zu seiner Vorbereitung gehört habe. Rückblickend hätte er allerdings lieber mehr Turniere gespielt.
„Ich wünschte, ich hätte vor diesem Event deutlich mehr Turniere bestritten. Gerade die Pro Tour ist für mich die beste Vorbereitung – besonders, wenn man dort weit kommt.“
Außerdem räumte er ein, dass ihn private Verpflichtungen zuletzt vom Darts abgelenkt hätten.
„Ich hätte auf einige der Ablenkungen in den vergangenen Wochen gerne verzichtet. Das war manchmal frustrierend und hat mich komplett vom Darts weggebracht. Aber das ist jetzt vorbei. Jetzt kann ich mich voll auf den Rest dieses Turniers konzentrieren – und das wird mir guttun.“
Auch sein Bauernhof ist währenddessen in guten Händen. „Zum Glück kümmert sich einer meiner Freunde darum. Ohne ihn wäre das harte Arbeit. Hoffentlich bin ich in ein paar Monaten wieder dort – dann bin ich wieder Farmer Price.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










