„Nimm lieber Ohrstöpsel mit“ – Phil Taylor warnt Luke Littler vor Hexenkessel in Rotterdam

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 15 April 2026 um 11:30
luke littler phil taylor 3 credit target darts
Phil Taylor zweifelt nicht daran, dass Luke Littler mental stark genug ist, um mit feindseligen Publikumsreaktionen umzugehen. Dennoch rechnet der 16-fache Weltmeister damit, dass dem 19-Jährigen am Donnerstagabend ein besonders schwieriger Auftritt in Rotterdam bevorstehen wird. In der Ahoy-Arena müsse sich Littler auf einen Hexenkessel einstellen.
Nach Einschätzung Taylors gehört eine solche Atmosphäre zum Spitzensport dazu – insbesondere nach den Diskussionen um Littlers Verhalten beim Premier-League-Abend in Manchester Anfang des Monats. Dort hatte der Engländer im Duell mit Gian van Veen für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Szene verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und scheint die öffentliche Stimmung gegen ihn beeinflusst zu haben.

Rotterdam, Liverpool und Schottland warten

Trotzdem glaubt Taylor nicht, dass Littler daran zerbrechen wird. „Ich denke, Luke ist stark genug, um da durchzukommen“, erklärte er gegenüber The Sun. „Die einzige Art, mit dem Publikum umzugehen, ist, auf der Bühne zu liefern. Wenn er so spielt, wie er kann, hat er sie von allein wieder hinter sich.“
Luke Littler steht vor einem schwierigen Premier-League-Abend in Rotterdam – Darts-Legende Phil Taylor erwartet eine hitzige Atmosphäre in der Ahoy-Arena
Luke Littler steht vor einem schwierigen Premier-League-Abend in Rotterdam – Darts-Legende Phil Taylor erwartet eine hitzige Atmosphäre in der Ahoy-Arena
Der Rekordweltmeister hält es sogar für möglich, dass Littler die Situation als zusätzlichen Antrieb nutzt. „Er kann sich auch sagen: Ich zeige euch jetzt mal, wie gut ich bin – und dann großartig spielen.“
Nach dem Auftritt in Rotterdam stehen für Littler weitere emotional aufgeladene Spielorte auf dem Programm. Zunächst geht es nach Liverpool, wo seine Unterstützung für Manchester United kaum auf Begeisterung stoßen dürfte. Anschließend macht die Premier League Station in Aberdeen.
Taylor rechnet auch dort mit einer schwierigen Atmosphäre. „Nächste Woche spielt er in Liverpool. Er ist Anhänger von Manchester United, also wird er dort auch was abbekommen. Danach geht es nach Schottland. Da kriegt er es ebenfalls zu spüren. Also nimm Ohrstöpsel mit.“

Taylors Rat: Finger weg von sozialen Medien

Neben den Reaktionen in den Arenen sieht Taylor auch die sozialen Medien als möglichen Risikofaktor für den 19-Jährigen. Nach seiner Niederlage zuletzt reagierte Littler online auf Kritik und veröffentlichte eine Übersicht seiner gewonnenen Titel.
Taylor würde einen anderen Weg wählen. „Ich mache selbst kaum etwas mit sozialen Medien, das wird für mich geregelt. Aber wenn ich Luke einen Rat geben dürfte, würde ich sagen: Bleib weg davon. Poste nichts. Reagiere nirgends drauf. Lass es ruhen.“
Der frühere Weltranglistenerste spricht dabei aus eigener Erfahrung. Über viele Jahre hinweg musste auch er sich regelmäßig feindseligen Zuschauern stellen und mit Buhrufen umgehen.
„Am schlimmsten war es, als ich doppelt sah und gegen Eric Bristow im WM-Halbfinale in Purfleet spielte“, erinnerte sich Taylor. „Mein Herz raste. Es waren vielleicht 900 Leute da. Ich hatte 899 gegen mich. Eine Person hat mich angefeuert, aber die traute sich kaum, etwas zu sagen.“ Für ihn gehört das zum Alltag im Profisport: „In Wales bekommst du es ab, in Schottland bekommst du es auch.“

Keine Wahl

Auf die Frage, ob er sich jemals eingeschüchtert gefühlt habe, musste Taylor nicht lange überlegen. „Tausende Male, ja. Aber du musst da durch. Du hast keine Wahl. Du stehst dort, um dein Geld zu verdienen.“
Seiner Ansicht nach gibt es in solchen Situationen zwei mögliche Reaktionen. „Manchmal möchtest du von der Bühne springen und jemanden angehen. Oder du denkst: Zeig mal, wie gut du bist, Kumpel. Es wirkt in beide Richtungen. Entweder es schärft dich, oder du machst zu.“
Damit brachte Taylor den mentalen Druck des Profizirkus auf den Punkt. „Die Bühne kann der schönste Ort der Welt sein, aber auch der einsamste und grausamste Ort der Welt.“
Mit dieser Einschätzung beschreibt der erfolgreichste Dartspieler der Geschichte treffend, was Littler in den kommenden Wochen erwartet. In Rotterdam beginnt bereits das nächste Kapitel: Dort trifft der junge Weltmeister im Viertelfinale auf Gerwyn Price – in einer erwartbar aufgeheizten Atmosphäre in der Ahoy-Arena.
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