
Phil Taylor zweifelt nicht daran, dass Luke Littler mental stark genug ist, um mit feindseligen Publikumsreaktionen umzugehen. Dennoch rechnet der 16-fache Weltmeister damit, dass dem 19-Jährigen am Donnerstagabend ein besonders schwieriger Auftritt in Rotterdam bevorstehen wird. In der Ahoy-Arena müsse sich Littler auf einen Hexenkessel einstellen.
Nach Einschätzung Taylors gehört eine solche Atmosphäre zum Spitzensport dazu – insbesondere nach den Diskussionen um Littlers Verhalten beim Premier-League-Abend in Manchester Anfang des Monats. Dort hatte der Engländer im Duell mit Gian van Veen für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Szene verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und scheint die öffentliche Stimmung gegen ihn beeinflusst zu haben.
Rotterdam, Liverpool und Schottland warten
Trotzdem glaubt Taylor nicht, dass Littler daran zerbrechen wird. „Ich denke, Luke ist stark genug, um da durchzukommen“, erklärte er gegenüber The Sun. „Die einzige Art, mit dem Publikum umzugehen, ist, auf der Bühne zu liefern. Wenn er so spielt, wie er kann, hat er sie von allein wieder hinter sich.“
Luke Littler steht vor einem schwierigen Premier-League-Abend in Rotterdam – Darts-Legende Phil Taylor erwartet eine hitzige Atmosphäre in der Ahoy-Arena
Der Rekordweltmeister hält es sogar für möglich, dass Littler die Situation als zusätzlichen Antrieb nutzt. „Er kann sich auch sagen: Ich zeige euch jetzt mal, wie gut ich bin – und dann großartig spielen.“
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Nach dem Auftritt in Rotterdam stehen für Littler weitere emotional aufgeladene Spielorte auf dem Programm. Zunächst geht es nach Liverpool, wo seine Unterstützung für Manchester United kaum auf Begeisterung stoßen dürfte. Anschließend macht die Premier League Station in Aberdeen.
Taylor rechnet auch dort mit einer schwierigen Atmosphäre. „Nächste Woche spielt er in Liverpool. Er ist Anhänger von Manchester United, also wird er dort auch was abbekommen. Danach geht es nach Schottland. Da kriegt er es ebenfalls zu spüren. Also nimm Ohrstöpsel mit.“
Taylors Rat: Finger weg von sozialen Medien
Neben den Reaktionen in den Arenen sieht Taylor auch die sozialen Medien als möglichen Risikofaktor für den 19-Jährigen. Nach seiner Niederlage zuletzt reagierte Littler online auf Kritik und veröffentlichte eine Übersicht seiner gewonnenen Titel.
Taylor würde einen anderen Weg wählen. „Ich mache selbst kaum etwas mit sozialen Medien, das wird für mich geregelt. Aber wenn ich Luke einen Rat geben dürfte, würde ich sagen: Bleib weg davon. Poste nichts. Reagiere nirgends drauf. Lass es ruhen.“
Der frühere Weltranglistenerste spricht dabei aus eigener Erfahrung. Über viele Jahre hinweg musste auch er sich regelmäßig feindseligen Zuschauern stellen und mit Buhrufen umgehen.
„Am schlimmsten war es, als ich doppelt sah und gegen Eric Bristow im WM-Halbfinale in Purfleet spielte“, erinnerte sich Taylor. „Mein Herz raste. Es waren vielleicht 900 Leute da. Ich hatte 899 gegen mich. Eine Person hat mich angefeuert, aber die traute sich kaum, etwas zu sagen.“ Für ihn gehört das zum Alltag im Profisport: „In Wales bekommst du es ab, in Schottland bekommst du es auch.“
Keine Wahl
Auf die Frage, ob er sich jemals eingeschüchtert gefühlt habe, musste Taylor nicht lange überlegen. „Tausende Male, ja. Aber du musst da durch. Du hast keine Wahl. Du stehst dort, um dein Geld zu verdienen.“
Seiner Ansicht nach gibt es in solchen Situationen zwei mögliche Reaktionen. „Manchmal möchtest du von der Bühne springen und jemanden angehen. Oder du denkst: Zeig mal, wie gut du bist, Kumpel. Es wirkt in beide Richtungen. Entweder es schärft dich, oder du machst zu.“
Damit brachte Taylor den mentalen Druck des Profizirkus auf den Punkt. „Die Bühne kann der schönste Ort der Welt sein, aber auch der einsamste und grausamste Ort der Welt.“
Mit dieser Einschätzung beschreibt der erfolgreichste Dartspieler der Geschichte treffend, was Littler in den kommenden Wochen erwartet. In Rotterdam beginnt bereits das nächste Kapitel: Dort trifft der junge Weltmeister im Viertelfinale auf Gerwyn Price – in einer erwartbar aufgeheizten Atmosphäre in der Ahoy-Arena.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








