Raymond van Barneveld legt eine Darts-Pause ein und wird teilweise in England wohnen: „So weiterzumachen hat überhaupt keinen Sinn“

PDC
Montag, 18 Mai 2026 um 12:47
Raymond van Barneveld (1)
Für Raymond van Barneveld beginnt eine Phase der Besinnung. Der fünffache Weltmeister hat beschlossen, in den kommenden Monaten einen großen Teil des PDC-Circuits links liegen zu lassen, in der Hoffnung, seine Form und die Freude am Dartsport wiederzufinden. Nach den Players Championship-Turnieren am Montag und Dienstag in Leicester zieht der Hagener bewusst die Handbremse.
Van Barneveld kämpft seit geraumer Zeit mit enttäuschenden Leistungen und spricht offen über den mentalen Kampf, der damit einhergeht. Der ehemalige Weltmeister gewann in den vergangenen Monaten kaum Matches und sieht sein Niveau immer weiter absinken.
„Ich habe noch ein paar Exhibitions stehen. Die werde ich spielen, aber ansonsten lege ich bis September eine Pause ein“, sagte Van Barneveld in einem Interview mit NU.nl.
Dennoch betont der Niederländer, dass er nicht vollständig von der Bildfläche verschwindet. „Ich suche mir sicher noch ein paar heraus, aber ich werde mehrere Turniere auslassen. So weiterzumachen, hat überhaupt keinen Sinn. Auch nicht, wenn es mich die WM kostet.“

„Es läuft mega-, aber wirklich megaschlecht“

Der Frust über seine aktuelle Form schwingt deutlich in Van Barnevelds Worten mit. Galt er jahrelang als einer der stabilsten Spieler auf dem Circuit, sucht der Hagener nun schon seit Monaten nach seinem alten Niveau. „Die Form ist nicht ein bisschen weg, sondern völlig verloren. Es läuft mega-, aber wirklich megaschlecht.“
Laut Van Barneveld spielt sich das Problem nicht nur am Dartboard ab, sondern vor allem im Kopf. „Vergleich mich mit einem Fußballer. Der verletzt sich, kuriert aus, gibt sein Comeback in der Zweiten und kehrt langsam in die Erste zurück. Nun, ich bin chronisch verletzt, vor allem mental, und kann nicht regenerieren. Im Moment ist es für mich furchtbar hart.“
Damit zeichnet der Niederländer ein offenes Bild der Lage, in der er sich derzeit befindet. Van Barneveld wurde in den vergangenen Monaten häufig gefragt, ob ein Karriereende womöglich die beste Option sei, doch so weit will er vorerst nicht gehen.

Neuanfang in England

Die kommenden Monate will Van Barneveld nutzen, um sich sportlich wie persönlich neu aufzuladen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch sein Umzug nach England. Am 26.05. erhält er den Schlüssel zu seinem neuen Zuhause in Milton Keynes, wo er mit seiner Freundin Julia zusammenziehen wird.
„Die Leute müssen keine Angst haben, dass ich endgültig weg bin. Das befürchteten meine Kinder auch schon. Ich werde alle paar Wochen zwischen Den Haag und England pendeln. Aber ich schließe nicht aus, dass ich mich dort niederlasse, wenn es mir gefällt.“
Die Wahl für Milton Keynes ist kein Zufall. Viele PDC-Turniere werden in England ausgetragen, und von seinem neuen Wohnort sind die Reisewege deutlich kürzer. „Der Ort, an dem die Floor-Turniere in Milton Keynes ausgerichtet werden, ist nah. Ich bin viel schneller vor Ort. Und Julia freut sich auch: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie in 25 Minuten mitten in London.“
Van Barneveld blickt seiner neuen Umgebung spürbar entgegen. „Es hat fünf Schlafzimmer und drei Badezimmer“, erklärt er. „Es ist bereits komplett möbliert und gestrichen, man könnte im Prinzip sofort einziehen. Aber man muss eben doch noch ein Fernseherchen, ein Sofa und ein Kühlschranklein kaufen, ne.“

Neuer Manager soll Van Barneveld unterstützen

Auch beruflich setzt Van Barneveld auf einen neuen Ansatz. Von Milton Keynes aus sitzt er in der Nähe des Büros seiner neuen Agentur Invictus Darts Management, wo ihn Steve Mottershead betreuen wird, der frühere Manager seines alten Rivalen Phil Taylor.
Van Barneveld hofft, dass ihn diese Zusammenarbeit wieder in Richtung seines alten Niveaus führen kann. „Steve sagte neulich: Dein Kopf gehört auf den Mount Rushmore des Darts. Du bist eines der vier Gesichter dieses Sports“, so Van Barneveld. „Das hat mir doch ein wenig die Augen geöffnet.“
Der Hagener betont, dass er trotz aller Zweifel weiterhin motiviert ist, seine Karriere erfolgreich zu beenden. Aufhören ist vorerst kein Thema. „Weil ich nicht als Klagemauer in Erinnerung bleiben will. Ich will Turniere gewinnen.“
Van Barneveld bleibt überzeugt, dass eine Wende weiterhin möglich ist. „Es kann sich auch ganz schnell drehen. Auch wenn es so wirkt, als würden die Gegner gegen mich immer ihr A-Game auspacken.“
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