„Sie waren fantastisch, auch wenn sie gegen mich waren“ – Ross Smith genoss die parteiischen niederländischen Fans bei den World Series Finals

PDC
Freitag, 18 September 2026 um 11:30
Ross Smith (2)
Ross Smith bringt seine starke Form mit nach Amsterdam und setzt sie direkt in der ersten Runde der World Series of Darts Finals fort. Der Engländer bezwingt Kevin Doets mit 6:3 und wirft dabei einen starken Average von 102,98. Für „Smudger“ liegt ein Teil der Erklärung für seine Erfolgsserie abseits der Dartscheibe: Der 37-Jährige fühlt sich derzeit rundum wohl – privat wie sportlich.
Die Nummer 14 der Weltrangliste spielt eine herausragende Saison und sammelte bereits Titel bei den International Darts Open sowie der Hungarian Darts Trophy, dazu kommen zwei Players-Championship-Trophäen. In der AFAS Live muss Smith zusätzlich gegen das niederländische Publikum ankämpfen, das erwartungsgemäß hinter Lokalmatador Doets steht. Die Anfeindungen bringen ihn jedoch nicht aus der Ruhe: „Es war schwierig, aber das ist zu erwarten, wenn du gegen einen lokalen Spieler wie Kevin spielst“, sagt Smith nach der Partie. „Wir sind hier in den Niederlanden. Eigentlich macht mir das sogar richtig Spaß, und genau das brauchst du.“ Auch die Stimmung in der Halle weiß er zu schätzen, obwohl sie klar gegen ihn ausfällt: „Wir wollen hier Zuschauer haben. Sie waren fantastisch, auch wenn sie gegen mich waren. Du brauchst Stimmung. Ohne diese Menschen stünden wir hier gar nicht.“

Nicht mit dem großen Ganzen beschäftigt

Die Erfolge häufen sich in dieser Saison für Smith, dennoch weigert er sich, zu weit nach vorne zu blicken. Der dichte Terminplan zwingt ihn dazu, sich ausschließlich auf das jeweils nächste Turnier und das nächste Match zu konzentrieren. „Um ehrlich zu sein, schaue ich nicht zu weit voraus. Ich genieße das Darts, das ich im Moment spiele“, erklärt Smith. „Ich spiele sehr gut, und das weiß ich. Das Einzige, was ich tue, ist, mich auf jedes einzelne Turnier zu fokussieren.“
Ross Smith & Kevin Doets schütteln sich die Hand
Ein starker Ross Smith setzte sich in der ersten Runde der World Series of Darts Finals gegen Kevin Doets durch
Der Engländer lässt sich dabei auch nicht von möglichen Saisonzielen ablenken. „Ich schaue nicht auf das große Ganze, denn es stehen schlicht viel zu viele Turniere an. Ich konzentriere mich auf mich selbst und versuche, in jedem Match und bei jedem Turnier das Maximum aus mir herauszuholen. Hoffentlich kann ich in diesem Jahr noch ein paar Trophäen in die Höhe stemmen.“

Wer würde das nicht wollen?

Die entspannte Haltung an der Oche hängt nach Smiths eigener Aussage eng mit seiner Privatsituation zusammen. Zu Hause läuft alles gut, und sein Sohn begleitet ihn inzwischen ab und zu zur European Tour. „Mein Sohn kommt mittlerweile ab und zu zur Euro Tour. Alle wichtigen Dinge zu Hause laufen gut. Alles im Leben läuft gut, und das macht einen enormen Unterschied.“
Smith ist sich zudem seiner privilegierten Position als Profi sehr bewusst. Statt sich vom wachsenden Erfolgsdruck treiben zu lassen, genießt er lieber jeden Moment: „Ich bin einfach glücklich im Leben. Manchmal muss ich mich kneifen, weil ich das Glück habe, das als Beruf machen zu dürfen.“ Sein aktuelles Gefühl fasst Smith am Ende in einem einzigen Satz zusammen: „Wer würde das nicht wollen?“
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