Gian van Veen zieht mit einem deutlichen 6:2-Sieg über Chris Dobey in die zweite Runde der
World Series of Darts Finals ein. In der AFAS Live setzt sich der Niederländer klar durch, auch wenn er nach eigenen Worten nicht sein bestes Spiel zeigt. Ausgerechnet diese Erkenntnis gibt ihm im Anschluss zusätzliches Vertrauen.
„Es war ein seltsames Match", erklärt Van Veen bei Viaplay. „Ich habe wirklich stark begonnen, mit einem 12-Darter im ersten Leg. Danach musste ich beim Scoring richtig suchen. Viele Darts landeten unter dem Triple – bei Chris allerdings ebenso. Das schafft dann Vertrauen. Auch wenn sich mein eigenes Spiel nicht großartig anfühlt, siehst du, dass dein Gegner ebenfalls kämpft." Auch an den Doppelfeldern lässt Van Veen einige Chancen liegen. „Dann machst du es dir selbst schwer, wenn du ein paar Doppel verpasst. Vor allem die Doppel 8 lasse ich aus und werfe stattdessen in die Doppel 16. Am Ende war es aber trotzdem ein solider und komfortabler Sieg."
„Mein Selbstvertrauen hat einen Knacks bekommen"
Nach der Partie kommt auch Van Veens vergangene Operation zur Sprache. Körperlich bereitet sie ihm längst keine Probleme mehr, mental wirkt die Phase jedoch länger nach. „Physisch auf jeden Fall nicht mehr, mental vielleicht noch ein kleines bisschen", erklärt er. „Nach der Operation bin ich, denke ich, einfach zu früh wieder eingestiegen. Das habe ich auch öfter gesagt. Ich bin schlicht zu früh nach Berlin zu diesem Premier-League-Abend gereist. Das hat meinem Selbstvertrauen einen Knacks gegeben. Davon musste ich mich im Nachhinein monatelang erholen."
Gian van Veen gewann zum ersten Mal ein Match bei den World Series Finals
Mittlerweile spürt Van Veen eine klare Verbesserung. „Körperlich fühle ich mich top. Ich bin gut drauf, und zuletzt läuft es deutlich besser. Ich stehe wieder richtig gut am Oche." Selbst an einem Abend, an dem sich das Spiel nicht optimal anfühlt, bleiben seine Zahlen inzwischen konstant hoch. „Auch heute merke ich: Gefühlt läuft es nicht fantastisch. Dann schaue ich irgendwann auf den Bildschirm und sehe, dass ich immer noch einen Average von 96 oder 97 spiele. Vor ein paar Monaten waren das einfach 88 oder 89."
Für Van Veen ist genau das der wichtigste Gewinn des Abends. „Mein Scoring sackt mit einigen Darts zu weit ab, aber es gibt mir trotzdem wieder Selbstvertrauen, wenn ich so ein Match dennoch komfortabel gewinne. Ganz ehrlich: Vor vier, fünf Monaten hätte ich diese Partie verloren. Für mich ist das ein sehr großer Schritt. Darüber bin ich wirklich glücklich."
Niederländisches Publikum verleiht zusätzliche Flügel
Vor heimischem Publikum zu spielen bringt für Van Veen sowohl Vorteile als auch zusätzlichen Druck mit sich. „Beides", räumt er ein. „In den Niederlanden spiele ich nie überragend. Ich setze mich da wohl immer zu sehr unter Druck, gerade bei der Premier League in Ahoy." Diesmal geht er bewusst anders damit um. Van Veen bestreitet das letzte Match des Abends und sieht zuvor, wie Michael van Gerwen verliert. „Als auch Michael verlor, dachte ich: Oh, die Stimmung im Publikum wird jetzt nicht sehr positiv sein. Also habe ich versucht, mich wirklich auf mein eigenes Match zu konzentrieren."
Diese Sorge erweist sich als unnötig. Das Amsterdamer Publikum stellt sich voll hinter seinen Landsmann. „Wenn das Publikum erst einmal deinen Namen skandiert, verleiht dir das zusätzliche Flügel."