„Unschlagbar? Ein gewisser Niels Zonneveld hat bewiesen, dass er sehr wohl zu schlagen ist“ – Matthew Edgar über die Dominanz von Luke Littler

PDC
Mittwoch, 17 Juni 2026 um 9:30
England (4)
Luke Littler verblüfft weiterhin die Dartswelt. Der junge Engländer sammelt Titel in beeindruckendem Tempo und gilt für viele als der große Favorit bei nahezu jedem Turnier, an dem er teilnimmt. Dennoch warnt der ehemalige Profispieler und Analyst Matthew Edgar davor, vorschnell zu schlussfolgern, dass Littler in diesem Jahr alle großen Titel gewinnen wird.
Am vergangenen Wochenende triumphierte Littler noch an der Seite von Luke Humphries beim World Cup of Darts. Auf die Frage, ob der amtierende Weltmeister inzwischen unantastbar sei, verwies Edgar auf die Realität des modernen Darts. Seiner Ansicht nach unterschätzen viele Menschen, wie schwer es ist, über eine komplette Saison hinweg dominant zu bleiben.

Das Beispiel Niels Zonneveld

Littler gewann mit der WM, den Winmau World Masters, der UK Open und dem World Cup of Darts bisher alle Majors in diesem Jahr. „Ich würde ihn gern alle Majors gewinnen sehen“, so Edgar. „Aber schau dir mal die Spieler an, die ihn in diesem Jahr bereits bei Ranglistenturnieren geschlagen haben.“
Dabei führt Edgar unter anderem die überraschende Niederlage Littsers gegen Niels Zonneveld bei den Belgian Darts Open an. Auf dem Papier wirkte das wie ein Match, das der Engländer normalerweise gewinnen müsste, doch gerade dieses Beispiel zeigt laut Edgar, warum absolute Dominanz im Darts so gut wie unmöglich ist. „Niels Zonneveld bei den Belgian Darts Open – das würdest du nicht erwarten. Also kann es immer passieren.“

„Es ist nicht so einfach, wie die Leute denken“

Laut Edgar wird der Niveauunterschied zwischen der absoluten Weltspitze und dem restlichen PDC-Circuit oft unterschätzt. Während Außenstehende bisweilen meinen, Spieler wie Littler seien ein Erfolgsgarant, weiß der frühere PDC-Tour-Card-Inhaber, dass ein Match in ein paar Legs komplett kippen kann. „Es ist nicht so einfach, wie die Leute vielleicht denken, unbesiegbar zu sein.“
Edgars Aussagen fügen sich in einen Trend, der seit Jahren im Sport zu sehen ist. Selbst Größen wie Phil Taylor und Michael van Gerwen verloren regelmäßig Matches gegen Spieler, die in der Weltrangliste tiefer standen. Das aktuelle Niveau innerhalb der PDC ist zudem höher als je zuvor, sodass nahezu jeder Spieler an einem guten Tag einen Topfavoriten schlagen kann.
Luke Littler und Luke Humphries posieren stolz mit ihrer Trophäe beim World Cup of Darts
Luke Littler gewann in diesem Jahr alle großen Titel
Das ändert nichts daran, dass Littler weiterhin der Hauptkandidat für die größten Titel der Saison bleibt. Mit seiner Scoring-Power, hohen Averages und beeindruckenden Ruhe in jungen Jahren verfügt er über alle Qualitäten, um erneut ein außergewöhnliches Jahr hinzulegen.
Dennoch betont Edgar, dass ein großer Unterschied besteht zwischen Favorit sein und tatsächlich alles gewinnen. So stark Littler auch ist, Darts bleibt eine Sportart, in der eine schwächere Partie genügen kann, um ein Turnier frühzeitig zu verlassen.
Und genau deshalb, so Edgar, gibt es im modernen Darts eigentlich keinen Spieler, der wirklich unbesiegbar ist.
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