Die internationale Expansion der PDC nimmt weiter Fahrt auf. PDC-Geschäftsführer
Matt Porter sprach bei den
World Series of Darts Finals in Amsterdam ausführlich über die Zukunftspläne des Verbands. Zwar steht der Kalender für 2027 noch nicht fest, doch Porter gab bei
Viaplay bereits deutliche Hinweise: Die PDC will die World Series weiter ausbauen, ein zusätzliches Land in die European Tour aufnehmen und prüft ernsthaft eine Rückkehr nach Asien.
Ein Punkt steht für Porter bereits fest: Amsterdam bleibt Austragungsort der
World Series of Darts Finals. Auf die Frage, ob die niederländische Hauptstadt das Turnier zum letzten Mal beherbergt haben könnte, reagierte der PDC-Boss ohne Zögern. „Es wird hier immer weitere Ausgaben geben. Nein, das ist absolut nicht das letzte Mal, dass wir hier sind. Wir lieben es, dieses Event hier auszurichten. Es funktioniert gut. Schaut euch das Publikum an. Die Spieler fühlen sich hier wohl und die Fans sind fantastisch. Wir kommen zurück“, betonte er.
PDC zufrieden mit neuer Qualifikationsstruktur
In diesem Jahr erweiterte die PDC das Teilnehmerfeld der World Series of Darts Finals auf 32 Spieler. Diese Vergrößerung veränderte auch das Turnierformat spürbar. Porter beschreibt den Schritt als logische Konsequenz, da die frühere Struktur einige Nachteile mit sich brachte. „Ich denke, es war eine natürliche Entwicklung, das Turnier zu vergrößern. Es war nicht ganz sauber, dass einige Spieler zweimal am selben Tag antreten mussten und andere nicht. Damit waren wir nicht glücklich“, erklärte er.
Littler gewann im Januar die erste Ausgabe der Saudi Arabia Darts Masters in Riad.
Zusätzlich wollte die PDC mehr Profis die Chance geben, sich auf dieser großen Bühne zu präsentieren. „Es war im Grunde logisch, mehr Spielern die Möglichkeit zu geben, hier dabei zu sein. Es bestand Bedarf nach mehr, nach einer Erweiterung des Events. Es war also eine folgerichtige Entscheidung“, so Porter weiter.
Bei der Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes erwartet Porter vorerst keine großen Umwälzungen. Die PDC setzt bei der World Series bewusst auf eine Mischung aus verschiedenen Spielertypen: die etablierte Weltspitze, lokale Publikumslieblinge und aufstrebende Talente aus Ländern, in denen sich Darts noch entwickelt. „Ich denke, die Mischung passt. Wir wollen eine Kombination aus den besten Spielern der Welt, lokalen Helden und aufstrebenden Talenten“, sagte er.
Für aufstrebende Talente sieht Porter die World Series als wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zur Weltspitze. „Das ist eine Art Zwischenschritt für Spieler, die ihre Komfortzone verlassen wollen, weg vom Spielen im eigenen Land. Sie bekommen die Gelegenheit, sich gegen die besten Spieler der Welt zu testen – bei einem größeren Event, als sie es zu Hause normalerweise spielen würden“, führte er aus.
Das Fehlen mehrerer asiatischer Spieler in Amsterdam bedeutete daher einen Rückschlag für den Verband. Mehrere Teilnehmer mussten kurzfristig absagen, weil sie kein Visum erhielten. Porter kündigte an, aus diesen Problemen Lehren zu ziehen: „Wir werden aus der Situation mit den Spielern lernen, die kein Visum bekommen konnten. Nächstes Jahr ziehen wir diesen Prozess nach vorne und beginnen früher, damit sie eine bessere Chance haben, tatsächlich hier zu sein.“
Neuer Kalender steht bevor
Normalerweise zeichnet sich der PDC-Kalender für die kommende Saison um diese Jahreszeit bereits deutlich ab. In diesem Jahr müssen Spieler und Fans jedoch etwas länger warten. Laut Porter nimmt der Verband hinter den Kulissen noch letzte Anpassungen vor. „Wir nehmen in letzter Minute noch einige Änderungen vor. Nächste Woche bekommt ihr den Kalender zu sehen, und hoffentlich gefällt euch, was ihr seht“, kündigte er an.
Anschließend ließ Porter eine vielsagende Andeutung fallen. Auf die Frage nach möglichen neuen Events spielte er den Ball zurück und erkundigte sich nach einem der Lieblingsturniere des Interviewers: „Magst du die UK Open?“ Nach einer bejahenden Antwort folgte eine interessante Bemerkung: „Vielleicht machen wir etwas in dieser Richtung.“ Auf die Nachfrage, ob ein solches Event in Europa stattfinden könnte, blieb Porter erneut vage: „Vielleicht in Europa.“ Mehr wollte der PDC-Boss vorerst nicht preisgeben. Fans und Spieler müssen sich also bis zur offiziellen Kalenderveröffentlichung gedulden, um zu erfahren, was genau hinter dem Verweis auf die UK Open steckt.
Unsicherheit im Nahen Osten
Auch der Kalender der World Series ist noch nicht vollständig ausgearbeitet. Die politische Lage im Nahen Osten sorgt laut Porter für Unsicherheit bei Events, die traditionell zu Jahresbeginn stattfinden. „Der Januar ist eine Herausforderung. Unsere Informationen aus der Region sind, dass viele Entscheidungen zu großen Sportveranstaltungen im Nahen Osten erst fallen, sobald klar ist, was dort mit der Formel 1 passiert“, erläuterte er.
Porter rechnet damit, dass sich die Lage innerhalb weniger Wochen klärt. Die PDC trifft dabei ihre Entscheidungen nicht allein, sondern berücksichtigt auch die Position ihrer lokalen Partner in der Region. „Am Ende können wir eine Entscheidung treffen, aber unsere Partner in der Region sind diejenigen, die final entscheiden. Ich denke, der wichtigste Auslöser für diese Entscheidungen wird sein, was die Formel 1 macht“, sagte Porter.
PDC will nach Asien zurück
Gleichzeitig richtet der Dartsverband seinen Blick verstärkt auf andere Weltregionen. Besonders Asien steht weit oben auf der Wunschliste. In der Vergangenheit machte die World Series bereits Station in Japan, China und Singapur. Porter sieht ausreichend Potenzial für eine Rückkehr. „Wir würden sehr gern nach Südostasien zurückkehren. Wir waren in Japan, wir waren in China und wir waren einmal in Singapur. Diese Region ist enorm stark“, betonte er.
Dass in diesem Jahr nicht alle asiatischen Spieler nach Amsterdam reisen konnten, vergrößerte die Enttäuschung beim Verband zusätzlich. „Einer der Gründe, warum wir so enttäuscht sind, dass die Spieler aus Asien nicht hier sein konnten, ist, dass wir wissen, dass dort das Talent vorhanden ist, um es den besten Spielern der Welt schwer zu machen“, so Porter.
Als besonders interessante Darts-Standorte nannte er ausdrücklich Hongkong, Singapur und die Philippinen. „Wir würden sehr gern für ein Event in den Fernen Osten zurückkehren. Orte wie Hongkong und Singapur sind starke Darts-Regionen, ebenso die Philippinen“, sagte er. Ob eine Rückkehr bereits 2027 gelingt, konnte Porter nicht garantieren: „So etwas aufzubauen, braucht Zeit. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr klappt, sonst im Jahr danach.“
Der Wille, die World Series weiter auszubauen, ist beim Verband jedenfalls klar erkennbar. Wegen des ohnehin vollen Turnierkalenders zieht Porter jedoch eine Grenze bei etwa acht Turnieren pro Jahr. „Realistisch gesehen können wir mit dem aktuellen Kalender maximal auf acht Turniere zugehen. Wir hoffen, nächstes Jahr sieben auszurichten, wenn nicht acht. Aber wir werden diese Zahl recht schnell erreichen“, erklärte er. Gleichzeitig betonte er, dass sich die PDC Flexibilität bewahren will: Polen etwa war früher Teil der World Series, organisiert inzwischen aber ein European-Tour-Turnier.
Auch European Tour in ein neues Land
Neben der World Series soll auch die European Tour weiter wachsen. Langfristig will die PDC möglichst viele Regionen Europas mit eigenen Turnieren bespielen und nimmt deshalb regelmäßig neue Länder in den Kalender auf. „Der Plan mit der European Tour ist, am Ende auf dem gesamten Kontinent vertreten zu sein. Daher ist es für uns wichtig, jedes Jahr ein neues Land hinzuzufügen“, so Porter.
Für 2027 kündigte er erneut eine solche Erweiterung an: „Nächstes Jahr fügen wir ein neues Land hinzu. Es liegt nicht allzu weit von hier.“ Welches Land genau dazukommt, verriet er nicht. Auch hier bleibt die offizielle Kalenderveröffentlichung der Moment, in dem die PDC alle Details offenlegt.
In den Niederlanden selbst zieht der European-Tour-Tross derweil von Rosmalen nach Maastricht um. Einen komplizierten Grund gibt es laut Porter dafür nicht – der Verband möchte innerhalb einzelner Länder verschiedene Regionen ansteuern. „Gerade wenn wir nur ein European-Tour-Turnier in einem Land haben, ist es für uns wichtig, herumzureisen. Es gibt keinen spezifischen Grund darüber hinaus. Vielleicht kehren wir eines Tages nach Rosmalen zurück, aber dieses Jahr gehen wir nach Maastricht“, sagte er abschließend.
Die Zukunftspläne der PDC reichen damit weit über Amsterdam hinaus: mehr World-Series-Turniere, eine mögliche Rückkehr nach Asien, ein neues Land auf der European Tour und ein kryptischer Hinweis auf ein Event im Stil der UK Open. Porter verriet noch nicht alle Details, machte aber unmissverständlich klar, dass beim PDC-Kalender für 2027 kräftig Bewegung herrscht.