„Vielleicht schiele ich ein bisschen auf diese Nummer-zwei-Position“ – Gian van Veen spricht offen über neue Ambitionen

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 30 Januar 2026 um 11:00
Gian van Veen
Gian van Veen steht am Beginn eines neuen Kapitels seiner Karriere. Nach seinen starken Auftritten bei der vergangenen Darts WM gilt der junge Niederländer nicht mehr als überraschender Außenseiter, sondern als Spieler, der einen festen Platz in der absoluten Weltspitze eingenommen hat. Auch beim Winmau World Masters 2026 unterstrich er diesen neuen Status mit einer reifen Leistung.
Nach seinem überzeugenden 3:1-Erfolg gegen Ryan Joyce in der ersten Runde des Winmau World Masters sprach van Veen offen über seine Planung für die kommenden Monate, den spürbar gewachsenen Erwartungsdruck und seine Ambitionen mit Blick auf die Weltrangliste.

Klare Prioritäten im vollen Turnierkalender

Angesprochen auf den dicht gedrängten PDC-Kalender zeigte sich van Veen klar und entschlossen. Alles zu spielen sei für ihn keine Option. „Nein, ich werde ganz sicher nicht alles spielen“, stellte der Niederländer deutlich klar. „Vor allem während der Premier League Darts ist es unmöglich, alle Players Championships mitzunehmen. Das ist physisch und mental schlicht nicht machbar.“
Stattdessen setzt van Veen auf bewusste Entscheidungen. Während der Premier League will er gezielt ausgewählte Players Championships spielen, um seinen Matchrhythmus zu halten. „Ich werde ein paar Turniere spielen, um mein Matchrhythmus und Spielgefühl aufrechtzuerhalten“, erklärte er. „Aber es gibt einfach keinen Raum, alles zu machen.“ Nach dem Ende der Premier League sieht er mehr Spielraum. Dann, so seine Einschätzung, bleibe genügend Zeit, um auf der Pro Tour voll präsent zu sein. „Nach der Premier League Darts gibt es genug Raum, alle Pro Tours zu spielen. Aber bis dahin muss ich clever planen.“
Die starken Leistungen bei der WM haben van Veens Status sichtbar verändert. Wo er früher als Underdog ans Oche trat, gilt er nun als Spieler, dem viele einen tiefen Turnierlauf zutrauen. Auf die Frage, ob er diesen Unterschied spürt, antwortete er ehrlich: „Ein bisschen schon. Für mich gehe ich Matches noch genauso an wie im letzten Jahr, aber man weiß, dass zusätzlicher Druck hinzukommt. Das spüre ich auch.“
Diesen Druck ordnet van Veen nüchtern ein. „Wenn du zu den Besten der Welt gehören willst, erwartet jeder, dass du gewinnst. So einfach ist das“, sagte er. An diese neue Rolle müsse man sich gewöhnen. „Es wird wahrscheinlich ein paar Wochen oder vielleicht Monate dauern, aber ich bin sicher, dass ich mich daran gewöhnen werde.“
Auffällig ist, dass sich van Veen bewusst keine konkreten Saisonziele setzt. Weder eine feste Ranglistenposition noch ein bestimmter Titel stehen ganz oben auf seiner Liste. „Eigentlich nicht“, erklärte er. „Ich verteidige nicht sehr viel Preisgeld, also wenn ich dieses Jahr regelmäßig Viertelfinals und Halbfinals bei Majors erreiche, beginnend mit diesem Turnier, wäre das fantastisch.“
Ganz ohne Blick auf die Weltrangliste bleibt er dennoch nicht. Vor allem die Situation von Luke Humphries hat van Veen im Hinterkopf. „Am Ende des Jahres verteidigt Luke sehr viel Geld“, merkte er an. „Also schaue ich vielleicht ein bisschen auf diese Nummer-zwei-Position in der Weltrangliste.“ Gleichzeitig bleibt er realistisch. „Luke ist natürlich ein fantastischer Spieler und kann auch einfach wieder mehrere Majors gewinnen. Das wird also schwierig.“
Was bei van Veen besonders auffällt, ist seine Gelassenheit. Trotz steigender Erwartungen, wachsendem Druck und einem vollen Terminkalender versucht er, den Moment zu genießen. „Ich versuche einfach, alle neuen Erfahrungen mitzunehmen und es zu genießen“, sagte er abschließend – eine Haltung, die gut zu einem Spieler passt, der seinen Aufstieg Schritt für Schritt gestalten will.
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