Tom Sykes spielte sich bei den Slovak Darts Open eindrucksvoll ins Rampenlicht. Der Engländer erlebte in Bratislava ein Traumdebüt auf der European Tour und erreichte direkt das Halbfinale. Erst Ex-Weltmeister Rob Cross stoppte seinen Lauf mit einem 7:2-Sieg.
Auf dem Weg in die letzten Vier feierte Sykes starke Erfolge gegen Niko Springer,
Martin Schindler, Cameron Menzies und Jermaine Wattimena. Für die aktuelle Nummer 82 der Welt bedeutet das den nächsten Schritt in einer bemerkenswerten Sportkarriere, die einst auf dem Fußballplatz begann.
Vom Flügelstürmer zum Darts-Talent
Bevor Sykes die Darts ernsthaft in die Hand nahm, träumte er von einer Zukunft als Profifußballer. Er durchlief die Nachwuchsabteilungen von Leeds United und Sheffield Wednesday und galt als talentierter Linksaußen. „Ich war Linksaußen und als Jüngerer ziemlich schnell. Das kann ich jetzt nicht mehr sagen, denn heutzutage bin ich nicht gerade schnell", erzählte Sykes dem
Weekly Dartscast.
Tom Sykes erlebte ein spektakuläres Debüt auf der Euro Tour
Ein Jahr verbrachte er bei Leeds United, ein weiteres bei Sheffield Wednesday. „Ich habe auf einem recht hohen Niveau gespielt, aber am Ende habe ich es nicht geschafft." Eine Begründung hörte er dabei besonders oft. „Man sagte mir, ich sei zu klein. Das ist heutzutage ein bisschen die Standardausrede im Fußball, oder?"
Vater spielte wichtige Rolle
Der Wechsel zum Darts kam nicht über Nacht. Lange Zeit hielt Sykes am Fußball fest, obwohl sein Umfeld ihm riet, sich stärker auf Darts zu konzentrieren.
„Vor allem Leute, die mir sagten, ich solle aufhören, verrückt zu spielen, weil ich es als Fußballer ohnehin nicht mehr schaffen würde. Da war ich inzwischen 25 Jahre alt."
Besonders sein Vater drängte ihn, sich voll auf Darts zu fokussieren. „Vor allem mein Vater. Er rief mich jeden Samstagmorgen an und fragte: ‚Gehst du heute darten?'"
Die Antwort enttäuschte ihn oft. „Dann sagte ich, dass ich Fußball spielen gehe, und er fragte: ‚Warum machst du das noch?'" Immer häufiger hörte Sykes diese Meinung. „Die Leute sagten mir, ich hätte Talent fürs Darts und sollte mehr daraus machen."
Liebe zum Fußball schwand langsam
Mit der Zeit begann auch Sykes zu erkennen, dass sein Umfeld vielleicht recht hatte. „Ich verlor ein wenig die Liebe zum Fußball." Nach und nach verschoben sich seine Prioritäten. „Es drehte sich im Grunde um. Ich spielte immer mehr Darts und immer weniger Fußball."
Mit 26 Jahren kam die Einsicht, dass eine Fußballkarriere wohl nichts mehr wird. „Da dachte ich: Vielleicht haben sie recht. Ich musste mich wirklich auf Darts konzentrieren."
Die Entscheidung hat sich ausgezahlt. Früher war er nirgendwo ohne Fußball an den Füßen zu sehen, heute sieht sein Leben völlig anders aus. „Heutzutage kann ich mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen, als ein Paar Fußballschuhe anzuziehen und auf einen Fußballplatz zu laufen."
Jahrelang war Fußball seine große Leidenschaft. „Früher war ich völlig besessen davon. Man sah mich nie ohne Ball." Die Kehrtwende kam unerwartet, doch im Rückblick bereut Sykes sie keine Sekunde. „Es ist alles genau richtig gelaufen. Deshalb bin ich glücklich."