Vom Aufstieg von Wessel Nijman bis zum Rückschlag für Michael van Gerwen: So schnitten die Niederländer 2026 bei den Majors ab

PDC
VanVeen_VanGerwen_Nijman
In der vergangenen Woche wurde das Finale des World Grand Prix ausgetragen. Luke Humphries setzte sich darin nach einem spektakulären Comeback mit 6:4 gegen Gerwyn Price durch. Bemerkenswert: Kein Niederländer stand im Finale. Bei den PDC-Majors war das in diesem Jahr jedoch keineswegs eine Premiere.
In diesem Jahr wurden bereits fünf Einzel-Majors gespielt, doch bei keinem Turnier erreichte ein Niederländer das Finale. Nur beim World Cup of Darts gab es niederländischen Erfolg auf der Bühne: Gian van Veen und Michael van Gerwen zogen gemeinsam ins Finale ein, mussten sich dort jedoch England geschlagen geben.
Mit 22 PDC-Tour-Card-Inhabern verfügt die Niederlande in diesem Jahr über die größte Zahl an Profispielern hinter England. Trotzdem bleiben die Ergebnisse bei den großen Fernsehturnieren bislang hinter den Erwartungen zurück. Wie weit kamen die niederländischen Dartspieler bei den Majors und wer konnte besonders auf sich aufmerksam machen? Dartsnieuws.com zieht Bilanz und analysiert die Leistungen der niederländischen Tour-Card-Inhaber.

Nijman ist 2026 bestplatzierter Niederländer

Wir betrachten die niederländischen Tour-Card-Inhaber in der Reihenfolge ihrer Position in der Year-to-date-Rangliste, die einen Überblick über ihre Leistungen im Jahr 2026 gibt. Der erste Niederländer in dieser Rangliste steht auf Platz vier: Wessel Nijman. Der 26-jährige Dartspieler gewann in diesem Jahr bereits acht PDC-Ranglistentitel, darunter sechs Players Championships und zwei Euro Tours. Daher ist es nicht überraschend, dass er derzeit der bestplatzierte Niederländer ist.
Nijman konnte seine starken Leistungen bei den Floor-Turnieren und der European Tour bislang jedoch nicht auf die großen Fernsehturniere übertragen. Bei den World Masters qualifizierte er sich nach Siegen über Stefan Bellmont, Niko Springer und Gabriel Clemens für das Hauptfeld. Dort war in der ersten Runde allerdings sofort Endstation: Gegen Jonny Clayton verlor er mit 1:3.
Bei den UK Open stieg Nijman in der vierten Runde ein. Dort überzeugte er mit einem klaren 10:1-Sieg gegen seinen Landsmann Raymond van Barneveld. Eine Runde später endete sein Turnier jedoch nach einer 5:10-Niederlage gegen Gerwyn Price.
Auch beim World Matchplay überstand Nijman die erste Runde. Er besiegte Dave Chisnall mit 10:5 und traf im Achtelfinale auf Gian van Veen. In einem besonders spannenden Duell schien Nijman lange auf dem Weg ins Viertelfinale, doch letztlich setzte sich Van Veen mit 14:12 durch. Beim World Series of Darts Finals im eigenen Land schied Nijman im Achtelfinale nach einer 7:10-Niederlage gegen James Wade aus.
Beim World Grand Prix folgte in der vergangenen Woche ein ähnliches Szenario. Nijman startete stark und bezwang Rob Cross in der ersten Runde mit 2:0. In der zweiten Runde wartete erneut Jonny Clayton, der ihm wieder den Weg versperrte. Der Waliser gewann mit 3:1 und schickte Nijman nach Hause.
Auch wenn Nijman bei den Majors bislang nicht die erhofften Ergebnisse erzielt hat, bleibt seine Saison beeindruckend. Mit acht Ranglistentiteln hat er bereits bewiesen, dass er zu den erfolgreichsten Spielern des Jahres 2026 gehört. Zudem erhält er in diesem Herbst noch mehrere Chancen, sich auf der großen Bühne zu beweisen. Nijman ist für die kommenden Majors gesetzt und wird dort vor allem ein Ziel verfolgen: endlich auch bei einem großen Fernsehturnier um den Titel zu spielen.

Ergebnisse von Wessel Nijman bei PDC-Majors 2026

MajorEndrundeGegnerErgebnis
World MastersLetzte 32Jonny Clayton1:3 in Sätzen
UK OpenFünfte RundeGerwyn Price5:10
World MatchplayAchtelfinaleGian van Veen12:14
World Grand PrixAchtelfinaleJonny Clayton1:3
World Series of Darts FinalsAchtelfinaleJames Wade7:10

Sehr konstanter Van Veen, aber ohne echten Ausreißer

Der zweitbeste Niederländer in der Year-to-date-Rangliste ist Gian van Veen. Der 24-jährige Spieler aus Poederoijen startete nach seinem beeindruckenden Finaleinzug bei der Weltmeisterschaft mit viel Selbstvertrauen in das Jahr. Diese starke Form setzte er bei den World Masters fort, wo er nach Siegen über Ryan Joyce, Nathan Aspinall und James Wade das Halbfinale erreichte. Dort traf er auf Luke Humphries. Trotz eines averages von über 100 musste sich Van Veen dem späteren Sieger mit 0:5 geschlagen geben.
Die UK Open wurden anschließend zu einer Enttäuschung. Van Veen verlor gleich sein Auftaktspiel gegen Rob Cross und konnte damit seinen starken Saisonbeginn nicht fortsetzen.
Inzwischen hatte der Niederländer auch sein Debütjahr in der Premier League Darts begonnen. Dort zeigte er regelmäßig, dass er mit der absoluten Weltspitze mithalten kann. Zwar gelang Van Veen kein Wochensieg, doch er erreichte viermal das Finale. In der Gesamtwertung musste er sich schließlich mit Platz sieben zufriedengeben.
Beim World Cup of Darts bildete Van Veen gemeinsam mit Michael van Gerwen das an Position zwei gesetzte niederländische Duo. Die Niederlande stiegen im Achtelfinale ein und setzten sich anschließend gegen Schweden und Deutschland durch. Auch Titelverteidiger Nordirland musste sich im Halbfinale geschlagen geben, sodass die Niederländer ins Finale gegen England einzogen. Dort erwiesen sich Luke Humphries und Luke Littler jedoch als zu stark.
Auch beim World Matchplay machte Van Veen erneut auf sich aufmerksam. Der Niederländer erreichte das Halbfinale, in dem er auf Gerwyn Price traf. Der Waliser erwies sich mit 17:10 als zu stark, sodass Van Veen erneut knapp den Finaleinzug verpasste. Auch beim World Series of Darts Finals erreichte er das Halbfinale, diesmal war Ross Smith mit 11:8 zu stark.
Beim World Grand Prix erreichte Van Veen ebenfalls das Viertelfinale. Dort musste er sich James Wade geschlagen geben, wodurch auch bei diesem Turnier der Einzug unter die letzten Vier ausblieb.
Van Veen erklärte selbst bereits, dass er nach eigener Einschätzung noch zu wenige Turniere gewinnt. Der Niederländer erreicht regelmäßig die späten Phasen großer Turniere, schafft es bislang jedoch nicht, diese starken Leistungen in große Einzeltitel umzuwandeln. Das ändert nichts an seiner herausragenden Saison und daran, dass er sich immer deutlicher in der Weltspitze etabliert. Mit den kommenden Majors vor Augen erhält Van Veen weitere Chancen, den nächsten Schritt zu machen. Die entscheidende Frage ist, ob er sein konstantes Niveau endlich mit einem großen Einzeltitel krönen kann.

Doets erlebt das Jahr seines Durchbruchs

Der dritte Niederländer in der Year-to-date-Rangliste ist vielleicht etwas überraschend Kevin Doets. Der 28-jährige Dartspieler, der in Schweden lebt, steht auf einem starken neunten Platz. Doets erlebte eine hervorragende Saison bei den Floor-Turnieren und auf der European Tour, konnte diese gute Form bislang aber noch nicht vollständig auf die großen Fernsehturniere übertragen.
Bei den World Masters schaffte Doets den Sprung ins Hauptfeld nicht. In der zweiten Vorrunde unterlag er Madars Razma knapp mit 2:3, wodurch sein Turnier früh beendet war.
Bei den UK Open zeigte der Niederländer jedoch, was in ihm steckt. Doets stieg in der dritten Runde ein und besiegte Ricardo Pietreczko mit 6:4. Anschließend musste sich auch sein Landsmann Jeffrey de Graaf geschlagen geben. Damit erreichte Doets die fünfte Runde, in der er auf Weltmeister Luke Littler traf. Trotz einer starken Leistung unterlag er knapp mit 8:10.
Für Doets war 2026 außerdem ein besonderes Jahr, denn er debütierte beim World Matchplay. Der Niederländer hinterließ mit einem average von über 104 sofort einen hervorragenden Eindruck. Trotzdem reichte das nicht zum Überstehen der ersten Runde. Ross Smith setzte sich mit 10:6 durch und beendete damit Doets’ Debüt in Blackpool. Das World Series of Darts Finals verlief für Doets erfolglos: In der ersten Runde verlor er mit 3:6 gegen den späteren Sieger Ross Smith.
Auch beim World Grand Prix trat Doets erstmals an. Das Format mit Doppel-in und Doppel-out erwies sich jedoch als schwierige Herausforderung. In seinem Auftaktspiel verlor er mit 1:2 gegen Nathan Aspinall, sodass auch dieses Debüt nach nur einem Spiel endete.
Trotz der frühen Niederlagen bei den beiden letztgenannten Majors darf Doets auf eine starke Saison zurückblicken. Seine Leistungen bei den Floor-Turnieren und auf der European Tour haben ihm eine hervorragende Ausgangsposition in der Year-to-date-Rangliste verschafft. Zudem ist er für die kommenden Majors gesetzt, bei denen er neue Chancen erhält, sich auch auf der großen Bühne auszuzeichnen. Wenn er seine gute Form halten kann, ist ein weiterer Aufstieg in der Rangliste durchaus möglich.
Kevin Doets ballt die Faust
Kevin Doets blickt bereits auf ein starkes Jahr 2026 zurück

Solider Noppert

Auf Platz elf der Year-to-date-Rangliste steht Danny Noppert. „The Freeze“ erlebte eine wechselhafte Major-Saison, mit dem Viertelfinale bei den World Masters und den UK Open als bislang besten Ergebnissen.
Noppert startete mit einer starken Leistung bei den World Masters in das Jahr. Nach Siegen über Daryl Gurney und Stephen Bunting zog er ins Viertelfinale ein. Dort erwies sich Luke Humphries jedoch mit 4:0 als zu stark.
Auch bei den UK Open, die Noppert in der Vergangenheit bereits gewinnen konnte, überzeugte der Niederländer. In der vierten Runde setzte er sich mit 10:4 gegen Dimitri Van den Bergh durch. Zudem sorgte er in diesem Spiel mit einem Neun-Darter für einen besonderen Höhepunkt.
Noppert setzte seine starke Serie anschließend mit Siegen über Peter Wright und Luke Humphries fort und erreichte damit zum zweiten Mal in Folge das Viertelfinale eines Majors. Dort wartete mit Luke Littler erneut eine schwere Aufgabe. Der junge Engländer setzte sich mit 10:6 durch und beendete Nopperts Titelträume.
Beim World Matchplay konnte der Niederländer an diese guten Leistungen nicht anknüpfen. In seinem Auftaktspiel kassierte er gegen Rob Cross eine deutliche 3:10-Niederlage, wodurch sein Turnier bereits nach einem Spiel beendet war. Auch beim World Series of Darts Finals war die erste Runde nach einer 4:6-Niederlage gegen Littler sofort Endstation.
Auch beim World Grand Prix gelang Noppert kein tiefer Vorstoß. Nach einem Auftaktsieg gegen Ryan Joyce schien zwar mehr möglich, doch in der zweiten Runde nahm der Waliser mit einem 3:0 Revanche und schaltete den Niederländer aus.
Noppert erlebte in dieser Saison bei den Majors also einige schöne Momente, konnte diese Leistungen aber noch nicht in einen Halbfinal- oder Finaleinzug ummünzen. Dennoch erhält er in diesem Herbst mehrere Chancen zur Wiedergutmachung. Mit Ausnahme des Grand Slam of Darts ist seine Teilnahme an den verbleibenden Majors gesichert. Besonders bei den Turnieren, bei denen er sein bestes Niveau erreicht, wird Noppert erneut auf einen Angriff auf den Titel hoffen.

Majors verliefen für Wattimena enttäuschend

Auf Platz 16 der Year-to-date-Rangliste steht Jermaine Wattimena. „The Machine Gun“ erlebt bislang eine schwierige Major-Saison und überstand nur einmal die erste Runde.
Seine Major-Kampagne begann allerdings direkt mit einer Enttäuschung. Bei den World Masters verlor Wattimena sein Auftaktspiel mit 0:3 gegen Chris Dobey. Auch bei den UK Open konnte er sich nicht rehabilitieren. Dort unterlag er in seinem ersten Spiel Mensur Suljovic mit 5:10.
Beim World Matchplay hoffte der Niederländer, die Negativserie zu durchbrechen, doch auch in Blackpool blieb ein gutes Ergebnis aus. Wattimena traf in der ersten Runde auf James Wade, der sich mit 10:7 durchsetzte. Damit musste er beim dritten Major in Folge bereits nach seinem ersten Spiel die Heimreise antreten. Für Wattimena wurden daraus vier Niederlagen in der ersten Runde hintereinander, denn auch beim World Series of Darts Finals im eigenen Land schied er nach einer 4:6-Niederlage gegen Humphries sofort aus.
Beim World Grand Prix gab es endlich eine Verbesserung. Wattimena setzte sich in der ersten Runde gegen Chris Dobey durch und feierte damit seinen ersten Majorsieg in dieser Saison. In der zweiten Runde wartete jedoch mit Luke Humphries eine schwere Aufgabe. Der spätere Turniersieger gewann mit 3:0, sodass auch in Leicester das Viertelfinale außer Reichweite blieb.
Abseits der Majors erlebt Wattimena jedoch keine schlechte Saison. Seine Position in der Year-to-date-Rangliste zeigt, dass er auch 2026 regelmäßig Punkte gesammelt hat. Trotzdem wird er seine Ergebnisse bei den großen Fernsehturnieren verbessern wollen, um seiner Saison zusätzlichen Glanz zu verleihen.
Dabei wird die kommende Europameisterschaft besonders wichtig. Wattimena erreichte vor zwei Jahren das Finale des European Championship und hat daher ein beträchtliches Preisgeld zu verteidigen. Sollte er diese Leistung nicht wiederholen, droht er in der Weltrangliste an Boden zu verlieren. Der Niederländer wird daher alles daransetzen, in Dortmund erneut ein starkes Ergebnis zu erzielen.
Jermaine Wattimena in Aktion
Jermaine Wattimena steht derzeit auf Platz 16 der Weltrangliste

Van Duijvenbode mit Erfolg beim World Matchplay

Der nächste Niederländer in dieser Übersicht ist Dirk van Duijvenbode, der in der Year-to-date-Rangliste auf Platz 18 steht. „Aubergenius“ erlebte eine wechselhafte Major-Saison, zeigte aber vor allem beim World Matchplay, dass er auf höchstem Niveau weiterhin weit kommen kann.
Seine Kampagne bei den World Masters begann allerdings mit einer Enttäuschung. Van Duijvenbode schaffte es nicht ins Hauptfeld, nachdem er in der ersten Vorrunde mit 1:3 gegen Beau Greaves verloren hatte. Auch bei den UK Open konnte er keine Akzente setzen. Dort unterlag er in seinem Auftaktspiel Gary Anderson.
Beim World Matchplay folgte jedoch eine besonders starke Leistung. Van Duijvenbode startete mit einem spektakulären 13:11-Sieg gegen Chris Dobey. In der zweiten Runde folgte erneut ein Thriller, in dem er seinen Landsmann Michael van Gerwen mit 14:12 ausschaltete. Damit zog er ins Viertelfinale ein und traf dort erneut auf Anderson. Diesmal setzte sich der Niederländer durch und schlug den Schotten, womit er das Halbfinale erreichte.
Im Halbfinale wartete Luke Littler, der sich letztlich als zu stark erwies. Van Duijvenbode konnte das hohe Niveau seiner vorherigen Partien nicht halten und verlor deutlich mit 5:17. Dennoch durfte er auf ein gelungenes Turnier zurückblicken, in dem er unter anderem zwei etablierte Namen der Weltspitze ausschaltete.
Beim World Series of Darts Finals traf Van Duijvenbode in der ersten Runde auf Viktor Tingström. Der Schwede wurde mit 6:4 bezwungen, anschließend sorgte Van Duijvenbode mit einem 10:9-Sieg über Humphries für eine Überraschung. Im Viertelfinale war nach einer 8:10-Niederlage gegen Van Veen schließlich Endstation.
Beim World Grand Prix konnte Van Duijvenbode diese starke Leistung nicht bestätigen. In der ersten Runde traf er auf Gian van Veen, doch sein Landsmann erwies sich mit 2:0 als zu stark. Damit war sein Turnier bereits nach einem Spiel beendet.
Für Van Duijvenbode bleibt das World Matchplay damit vorerst der Höhepunkt seiner Major-Kampagne 2026. Der Niederländer hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass er an seinen besten Tagen mit der absoluten Weltspitze mithalten kann. Mit Ausnahme des Grand Slam of Darts ist er für die übrigen Majors in diesem Herbst gesetzt. Das bietet ihm die Chance, an seine starke Leistung in Blackpool anzuknüpfen und seiner Saison doch noch zusätzlichen Glanz zu verleihen.

Zonneveld erlebt das beste Jahr seiner Karriere

Zwei Plätze hinter Dirk van Duijvenbode steht Niels Zonneveld. „Triple Z“ erlebte eine hervorragende Saison bei den Floor-Turnieren und auf der European Tour und kletterte dadurch in der Weltrangliste deutlich nach oben. Auch bei den Majors zeigte der Niederländer phasenweise, dass er immer besser mit den etablierten Namen mithalten kann.
Seine Major-Saison begann bei den World Masters, wo sich Zonneveld über die Vorrunden für das Hauptfeld qualifizierte. Nach Siegen über Jesus Salate, Henry Coates und Kim Huybrechts traf er auf Gary Anderson. Dabei leistete er dem Schotten großen Widerstand, doch letztlich setzte sich Anderson mit 3:2 durch.
Auch bei den UK Open überstand Zonneveld eine Runde. Er besiegte Tom Bissell in seinem Auftaktspiel, musste sich eine Runde später jedoch Daryl Gurney geschlagen geben. Der Nordire gewann mit 10:7 und beendete damit das Turnier des Niederländers.
Für Zonneveld war 2026 außerdem das Jahr seines Debüts beim World Matchplay. Dort beeindruckte er sofort und setzte Stephen Bunting stark unter Druck. In einem besonders spannenden Duell hatte Zonneveld sogar Chancen, das Spiel zu gewinnen, doch einige verpasste Matchdarts wurden ihm letztlich zum Verhängnis. Bunting entkam und gewann mit 13:12, sodass der Niederländer sein Debüt in Blackpool nicht mit dem Einzug in die zweite Runde krönen konnte.
Beim World Grand Prix folgte anschließend seine beste Major-Leistung der Saison. Zonneveld startete mit einem Sieg gegen Josh Rock stark in das Turnier und setzte sich anschließend auch gegen Gary Anderson durch. Damit erreichte er das Viertelfinale, wo Luke Humphries wartete. Der spätere Turniersieger erwies sich letztlich als zu stark und beendete den starken Auftritt des Niederländers.
Trotzdem kann Zonneveld mit Zuversicht auf seine bisherige Saison zurückblicken. Seine Leistungen bei den Floor-Turnieren und auf der European Tour zeigen, dass er große Fortschritte gemacht hat, während er beim World Grand Prix bewies, auch bei einem Major weit kommen zu können. Mit den verbleibenden großen Turnieren des Jahres vor Augen erhält „Triple Z“ neue Chancen, diese Entwicklung zu bestätigen und möglicherweise erneut für eine Überraschung zu sorgen.

Sorgen um Van Gerwen

Lange Zeit wäre Michael van Gerwen zweifellos als erster Niederländer in dieser Übersicht genannt worden. 2026 ist das jedoch keineswegs der Fall. Der 37-jährige Spieler aus Vlijmen steht in der Year-to-date-Rangliste nur auf Platz 22 und erlebt damit eine besonders wechselhafte Saison bei den großen Turnieren.
Van Gerwen startete seine Major-Kampagne mit einer Enttäuschung bei den World Masters. In der ersten Runde verlor er mit 1:3 gegen Damon Heta und musste sofort die Heimreise antreten. Bei den UK Open folgte eine gewisse Erholung. Nach Siegen über Nathan Aspinall und Kai Gotthardt erreichte er das Achtelfinale. Dort wartete James Wade, der sich mit 10:3 überzeugend durchsetzte.
Auch in der Premier League Darts verlief die Saison nicht nach Van Gerwens Vorstellungen. Der Niederländer ist mit sieben Wochentiteln weiterhin Rekordsieger des prestigeträchtigen Wettbewerbs, verpasste in diesem Jahr jedoch die Play-offs. Am Ende belegte er Platz fünf und damit knapp außerhalb der Top vier, die zur Teilnahme an der Finalrunde berechtigt waren.
Beim World Cup of Darts konnte Van Gerwen jedoch wieder eine gute Leistung zeigen. Gemeinsam mit Gian van Veen bildete er das niederländische Duo, das das Finale erreichte. Dort mussten sich die Niederländer jedoch England mit Luke Humphries und Luke Littler geschlagen geben. Trotz der Niederlage bot der Finaleinzug Van Gerwen einen positiven Moment in einer Saison, in der die großen individuellen Ergebnisse bislang ausblieben.
Michael van Gerwen schaut zu
2026 verlief für Michael van Gerwen bislang nicht erfolgreich
Mit diesem Ergebnis im Gepäck reiste Van Gerwen anschließend zum World Matchplay, wo er hoffte, wieder zu seiner Bestform zu finden. In der ersten Runde setzte er sich gegen Andrew Gilding durch, doch im Achtelfinale folgte eine besonders schmerzhafte Niederlage. Sein Landsmann Dirk van Duijvenbode erwies sich mit 14:12 als zu stark und schickte den ehemaligen Weltmeister nach Hause.
Im eigenen Land trat Van Gerwen anschließend beim World Series of Darts Finals an. Als Titelverteidiger scheiterte er jedoch sofort in der ersten Runde, denn Daryl Gurney setzte sich mit 6:5 durch.
Auch beim World Grand Prix konnte Van Gerwen seine Saison nicht drehen. In der ersten Runde traf er auf Ryan Joyce, doch der Engländer setzte sich mit 2:1 durch. Damit blieb für Van Gerwen erneut nur das frühe Aus bei einem Major.
Die Ergebnisse bei den großen Turnieren stehen in starkem Kontrast zu dem Status, den Van Gerwen jahrelang im niederländischen und internationalen Darts genoss. Der Niederländer verfügt weiterhin über die Erfahrung und die Fähigkeiten, auf höchstem Niveau zu spielen, schafft es in dieser Saison jedoch zu selten, dies in überzeugende Resultate umzusetzen. Bei den verbleibenden Majors des Jahres erhält er weitere Chancen, die Wende einzuleiten und zu beweisen, dass er auf den größten Bühnen wieder eine Hauptrolle spielen kann.

Ergebnisse von Michael van Gerwen bei PDC-Majors in der Saison 2026

MajorEndrundeGegnerErgebnis
World MastersLetzte 32Damon Heta1:3 in Sätzen
UK OpenAchtelfinaleJames Wade3:10
Premier League DartsPlatz 5--
World MatchplayAchtelfinaleDirk van Duijvenbode12:14
World Series of Darts FinalsLetzte 32Daryl Gurney5:6
World Grand PrixLetzte 32Ryan Joyce1:2 in Sätzen

Veenstra mischt ruhig mit 

Für den nächsten Niederländer müssen wir in der Year-to-date-Rangliste deutlich nach unten gehen. Auf Platz 43 steht Richard Veenstra. „Flyers“ erlebte eine begrenzte Major-Saison und kam nur bei zwei Turnieren zum Einsatz.
Bei den World Masters schaffte Veenstra den Sprung ins Hauptfeld nicht. In der zweiten Vorrunde musste er eine Niederlage hinnehmen, wodurch sein Turnier früh beendet war. Bei den UK Open qualifizierte er sich jedoch für die vierte Runde. Nach einem Sieg über Alan Soutar schien mehr möglich, doch dort unterlag er Gabriel Clemens nach einem spannenden Spiel mit 9:10.
Für die übrigen Einzel-Majors konnte sich Veenstra in diesem Jahr nicht qualifizieren. Dennoch erhält der Niederländer im weiteren Saisonverlauf noch einige wichtige Chancen, sich auf der großen Bühne zu zeigen. Seine Teilnahme an den Players Championship Finals und der Darts-WM ist gesichert. Dort hofft er, seiner Saison noch eine positive Wendung zu geben.

Kuivenhoven kämpft um seine Tour Card

Direkt hinter Veenstra in der Year-to-date-Rangliste steht Maik Kuivenhoven. Für den Niederländer steht in diesem Herbst besonders viel auf dem Spiel, denn er steckt noch in einem harten Kampf um den Erhalt seiner PDC Tour Card.
Kuivenhoven kam in diesem Jahr nur bei einem Major zum Einsatz: den UK Open. Dort verlor er sein Auftaktspiel mit 5:6 gegen Michael Unterbuchner. Viele Chancen, sich bei den großen Fernsehturnieren zu beweisen, erhielt er somit nicht. Bislang hat sich Kuivenhoven in diesem Herbst nur für die Players Championship Finals und die Darts-WM qualifiziert. Diese Turniere werden für den Niederländer, der seinen Platz auf höchstem Niveau sichern will, daher besonders wichtig.
Jimmy van Schie in Aktion
Jimmy van Schie gewann Anfang des Jahres seine PDC Tour Card

Wechselhaftes Debütjahr für Van Schie

Auf Platz 64 der Year-to-date-Rangliste steht Jimmy van Schie. Der hochgewachsene Niederländer erlebte ein besonderes Jahr. Nachdem er Ende des vergangenen Jahres die WDF-WM gewonnen hatte, sicherte er sich anschließend seine PDC Tour Card. Damit erhielt er erstmals die Möglichkeit, sich regelmäßig mit der Weltspitze der PDC zu messen.
Van Schie startete seine Major-Kampagne ausgezeichnet und qualifizierte sich über die Vorrunden für das Hauptfeld der World Masters. Dort wartete Ross Smith, der sich mit 3:1 als zu stark erwies. Auch bei den UK Open trat Van Schie an, verlor sein Auftaktspiel jedoch mit 2:6 gegen Tom Bissell.
Die UK Open waren damit vorerst das zweite und letzte Major, bei dem Van Schie in diesem Jahr an der Scheibe stand. Für die übrigen großen Turniere konnte er sich nicht qualifizieren. Bei der Darts-WM erhält er später in dieser Saison noch eine wichtige Chance, Erfahrung zu sammeln und zu zeigen, was auf höchstem Niveau in ihm steckt. Nach seiner erfolgreichen Zeit beim WDF wird Van Schie vor allem hoffen, auch innerhalb der PDC weitere Fortschritte zu machen.

Wenig Erfolg für Kist und Merkx

Außerhalb der Top 64 der Year-to-date-Rangliste finden sich noch einige weitere niederländische Tour-Card-Inhaber. Christian Kist steht derzeit auf Platz 67. Der ehemalige BDO-Weltmeister konnte in diesem Jahr bei einem Major noch kein Spiel gewinnen. „The Lipstick“ erhält im weiteren Saisonverlauf jedoch noch Chancen, sich auf der großen Bühne zu zeigen, denn er ist bislang sowohl für die Players Championship Finals als auch für die Darts-WM qualifiziert.
Etwas weiter unten in der Rangliste steht Alexander Merkx auf Platz 73. Er kam in diesem Jahr nur bei den UK Open zum Einsatz, hinterließ dort jedoch einen starken Eindruck. Merkx startete mit Siegen über Jannis Barkhausen, Marvin van Velzen und Sam Spivey. Damit erreichte er die vierte Runde, in der sich Jonny Clayton allerdings als zu stark erwies. Der Waliser beendete das Turnier des Niederländers mit einem überzeugenden Sieg.
Wie Kist darf sich auch Merkx später in diesem Jahr auf die Players Championship Finals und die Darts-WM vorbereiten. Diese Turniere bieten wichtige Chancen, doch noch ein starkes Ergebnis zu erzielen und seine Position in der Rangliste weiter zu verbessern.

Van Barneveld auf Abwegen

Auf Platz 79 der Year-to-date-Rangliste steht Raymond van Barneveld. Der fünffache Weltmeister erlebt eine besonders schwierige Saison und schafft es bislang nicht, bei den großen Turnieren sein bestes Niveau abzurufen.
„Barney“ fehlte zu Jahresbeginn bei den World Masters und verpasste damit eine wichtige Chance, sich bei einem Major zu zeigen. Bei den UK Open trat er an. Dort startete er mit einem Sieg über Karel Sedlacek, doch in der nächsten Runde lief alles schief. Gegen seinen Landsmann Wessel Nijman verlor Van Barneveld deutlich mit 1:10.
Für die Qualifikation zum World Matchplay und zum World Grand Prix kam der Niederländer in diesem Jahr nie infrage. Dadurch blieb seine Präsenz bei den großen Fernsehturnieren äußerst begrenzt.
Van Barneveld ist inzwischen 59 Jahre alt und steht vor der Herausforderung, seiner Saison noch eine positive Wendung zu geben. Bislang hat er sich nur die Teilnahme an der Darts-WM gesichert. Für die niederländische Darts-Legende wird dies ein wichtiger Termin, denn auf der größten Bühne will er erneut zeigen, dass er weiterhin auf höchstem Niveau mithalten kann.
Raymond van Barneveld in Aktion
Raymond van Barneveld ist in der Weltrangliste stark abgerutscht

Weitere Niederländer

Auch Jeffrey de Zwaan, der Anfang des Jahres seine PDC Tour Card zurückeroberte, konnte 2026 bislang kaum überzeugen. Der Niederländer schied in der Vorrunde der World Masters aus und konnte auch bei den UK Open kein Spiel gewinnen. Daher ist De Zwaan in diesem Herbst vorerst bei keinem Major vertreten.
Auch Wesley Plaisier erlebt nicht die beste Saison seiner Karriere. Der hochgewachsene Niederländer schied wie De Zwaan in der Vorrunde der World Masters aus und verlor anschließend auch bei den UK Open sofort. Zudem ist seine PDC Tour Card ernsthaft gefährdet. Bislang hat sich Plaisier für kein Major im Herbst qualifiziert, weshalb er dringend bessere Ergebnisse benötigt, um seinen Platz auf der PDC Tour zu sichern.
Direkt hinter De Zwaan und Plaisier steht Jurjen van der Velde, der derzeit noch knapp in den Top 90 liegt. Der junge Niederländer holte sich Anfang des Jahres seine PDC Tour Card zurück. Bei den World Masters fehlte er und bei den UK Open kam er nicht über die zweite Runde hinaus. Kürzlich qualifizierte sich Van der Velde jedoch für die Darts-WM, das vorerst einzige Major, bei dem er in diesem Jahr noch antreten wird.
Knapp außerhalb der Top 90 steht Chris Landman auf Platz 92. „The Countryman“ konnte in diesem Jahr bei einem Major noch kein Spiel gewinnen und ist bislang auch für kein großes Fernsehturnier im Herbst qualifiziert.
Jeffrey Sparidaans gewann bei den UK Open noch zwei Spiele, scheiterte anschließend jedoch an Connor Scutt. Auch für ihn steht 2026 vorerst kein weiteres Major auf dem Programm.
Sietse Lap gewann Anfang des Jahres ebenfalls seine PDC Tour Card, konnte bei den großen Turnieren bislang jedoch kaum Akzente setzen. Seinen einzigen Majorsieg feierte er bei den UK Open gegen Ted Evetts. In der folgenden Runde verlor er mit 1:6 gegen Cristo Reyes. Auch Lap ist bislang für kein Major im Herbst qualifiziert.
Für Marvin van Velzen und Dennie Olde Kalter sieht die Lage ebenfalls nicht rosig aus. Keiner von beiden konnte in diesem Jahr ein Major-Spiel gewinnen, und auch für den Herbst sind sie bislang für kein Turnier qualifiziert. Ohne einen starken Schlussspurt droht beiden Niederländern daher der Verlust ihrer PDC Tour Card.
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