Kevin Doets hat erneut gezeigt, welche Schritte er in den vergangenen Jahren als Dartspieler gemacht hat. Nach einem holprigen Start in der Auftaktrunde der
European Darts Open kämpfte sich der Niederländer stark zurück und sicherte sich am Ende überzeugend den Sieg. Gerade die Art und Weise, wie er sich erholte, stimmte ihn im Anschluss vielleicht sogar am meisten zufrieden.
Schwieriger Start
Doets gewann letztlich mit 6:4 gegen Dominik Grüllich in der ersten Runde der
European Darts Open. „Der Start war sehr schwierig“, blickte Doets ehrlich zurück. „Ich musste meinen Weg in das Match finden. Aber als ich einmal in meinen Rhythmus kam, hatte ich das Gefühl, dass ich wirklich sehr gut spielte.“
Diese mentale Widerstandskraft ist bezeichnend für die Entwicklung, die Doets in den vergangenen anderthalb Jahren genommen hat. Hatte er in der Vergangenheit mitunter Probleme, sich nach einer schwachen Anfangsphase zu fangen, blieb er nun auffallend ruhig und vertraute seinem eigenen Spiel.
Doets erkannte sich in dieser Analyse vollständig wieder. „Dem stimme ich zu. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren unglaublich viel Bühnenerfahrung gesammelt. Das hilft enorm in solchen Partien.“
Laut dem Niederländer wäre eine vergleichbare Situation vor einigen Jahren wahrscheinlich ganz anders ausgegangen. „Vor drei Jahren hätte ich nach so einem Start den Kopf hängen lassen und vielleicht sogar die Hoffnung aufgegeben. Jetzt wusste ich, dass ich besser bin als das, was ich am Anfang zeigte. Ich blieb dran, legte eine Schippe drauf und schließlich gelang es mir, das Match doch noch auf meine Seite zu ziehen. Darüber bin ich sehr glücklich.“
Harte Herausforderung
Mit dem Sieg stellte sich Doets der nächsten harten Herausforderung. In der folgenden Runde wartet die deutsche Nummer eins Martin Schindler, der zudem vor heimischem Publikum antritt. Auf dem Papier wirkt das wie eine schwierige Aufgabe, doch Doets blickt dieser Begegnung mit Zuversicht entgegen.
Auffällig war, dass er sich in seinem ersten Match in Deutschland alles andere als ein klarer Auswärtsspieler fühlte. Obwohl er einem deutschen Gegner gegenüberstand, erhielt der Niederländer überraschend viel Unterstützung von den Rängen.
Kevin Doets trifft in der nächsten Runde auf Martin Schindler
„Ich spielte in Deutschland gegen einen Deutschen, aber es fühlte sich an, als stünde das Publikum hinter mir. Das war wirklich großartig. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Hoffentlich stehen sie morgen wieder auf meiner Seite. Natürlich verlasse ich mich nicht darauf, denn wir spielen immer noch in Deutschland, aber ich habe die Unterstützung heute enorm geschätzt. Dafür möchte ich den Fans wirklich danken.“
Die mitreißende Stimmung in der Halle sorgte sichtbar für ein Lächeln bei Doets. Selbst sein mittlerweile bekanntes Walk-on-Lied hallte nach dem Spiel noch durch die Arena, worauf auch der Interviewer mit einem Augenzwinkern anspielte. Doets konnte darüber nur lachen.
Die Leistung unterstreicht einmal mehr, dass der Niederländer auf der großen Bühne zunehmend gereift wirkt. Nicht nur seine Scoring-Power, sondern vor allem seine mentale Stärke scheint zu einem wichtigen Trumpf geworden zu sein. Wo er früher mitunter unter Rückschlägen einknickte, bleibt er heute geduldig, vertraut seinen eigenen Qualitäten und weiß Partien im Laufe des Spiels an sich zu ziehen.