Vorschau Poland Darts Open 2026 am Freitagnachmittag: Wie präsentiert sich Cameron Menzies beim ersten TV-Auftritt seit dem WM-Eklat?

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 20 Februar 2026 um 8:30
Cameron Menzies
Am heutigen Freitagnachmittag eröffnet die European Tour mit den Poland Darts Open in Krakau die neue Saison. Damit schlägt die PDC erstmals mit einem Euro-Tour-Event in Polen auf – und bringt direkt die ganz großen Stars mit.
Mit dabei sind unter anderem Luke Littler, Luke Humphries, Gian van Veen und Gerwyn Price. Sie alle greifen beim Auftakt der European Tour ins Geschehen ein und sorgen schon zum Start für ein hochkarätiges Line-up. Auch Michael van Gerwen steht im Teilnehmerfeld – ob der Niederländer nach seiner krankheitsbedingten Premier-League-Absage tatsächlich zu den Darts greifen kann, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Sie können die Poland Darts Open auch mithilfe unserer Live-Scores verfolgen!
Das Teilnehmerfeld umfasst insgesamt 48 Spieler. Die PDC schüttet ein Gesamtpreisgeld von 230.000 Pfund aus. Der Turniersieger nimmt davon 35.000 Pfund mit nach Hause. Gleichzeitig schreibt das Event Geschichte: Die European Tour feiert in Polen ihr Debüt. In den vergangenen Jahren trug die PDC in Krakau bereits das Poland Darts Masters im Rahmen der World Series aus. Nun folgt der nächste Schritt – erstmals zählt ein Event in Polen offiziell zur European Tour.
Am Freitagnachmittag stehen die ersten acht Partien auf dem Programm. Wer erwischt den optimalen Start in die neue European-Tour-Saison? Und wer nutzt die Bühne in Krakau, um früh ein Ausrufezeichen im ersten Titelrennen zu setzen?

Cameron Menzies vs. Ritchie Edhouse

Die Nachmittagssession eröffnet das Duell zwischen Cameron Menzies und Ritchie Edhouse. Für Menzies ist es der erste TV-Auftritt seit seinem aufsehenerregenden WM-Aus. „Cammy“ scheiterte dort in Runde eins am erst 20-jährigen Talent Charlie Manby – doch vor allem die Szenen nach dem Match brannten sich ins Gedächtnis ein.
Der Schotte verlor die Selbstbeherrschung, schlug mehrfach mit der Faust auf die Unterseite seines Tisches ein und verließ die Bühne mit blutender Hand. Menzies musste mehrere Tage im Krankenhaus bleiben und entschuldigte sich im Anschluss öffentlich für sein Verhalten.
Erster TV-Auftritt seit dem WM-Eklat: In welcher Verfassung präsentiert sich Cameron Menzies in Krakau?
Erster TV-Auftritt seit dem WM-Eklat: In welcher Verfassung präsentiert sich Cameron Menzies in Krakau?
Edhouse erlebte nach seinem EM-Titel Ende 2024 ein enttäuschendes Jahr 2025. Auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft blieb der Engländer hinter den Erwartungen zurück und verlor direkt in Runde eins mit 0:3 gegen den Neuseeländer Jonny Tata. „Madhouse“ qualifizierte sich für die Poland Darts Open über den ersten Tour Card Holder Qualifier, wo er es unter die letzten zehn schaffte. Auf dem Weg dorthin besiegte er Stephen Burton, Stefan Bellmont und Niall Culleton.
Im vergangenen Jahr trafen Edhouse und Menzies bereits einmal auf der European Tour aufeinander – damals setzte sich der Schotte durch.

William O’Connor vs. Andreas Harrysson

Anschließend stehen sich William O'Connor und Andreas Harrysson gegenüber. Harrysson hinterließ bei der letzten Weltmeisterschaft einen starken Eindruck und erreichte die Runde der letzten 16, nachdem er Ross Smith, Motomu Sakai sowie Ricardo Pietreczko bezwungen hatte. Im Achtelfinale unterlag der Schwede dann knapp mit 2:4 in Sätzen gegen Jonny Clayton.
Nach diesem Auftritt galt „Dirty Harry“ als einer der großen Favoriten auf eine Tour Card bei der Q-School, verpasste diese jedoch hauchdünn über das Legverhältnis. Für das Eröffnungsturnier an diesem Wochenende qualifizierte er sich schließlich über den European Tour Nordic and Baltic Qualifier.
O’Connor absolvierte 2025 neun der insgesamt 14 European-Tour-Events. Sein bestes Ergebnis erzielte der Ire beim siebten Turnier mit dem Einzug ins Viertelfinale. Bei der WM hatte er Pech und traf bereits in Runde zwei auf Michael van Gerwen, was das frühe Aus bedeutete. Zudem wusste O’Connor zum Jahresende zu überzeugen, als er bei den letzten beiden Pro-Tour-Turnieren jeweils das Halbfinale erreichte.
Auf dem Papier bewegen sich beide Akteure auf Augenhöhe. Direkte Vergleiche fehlen allerdings – es ist das erste Aufeinandertreffen zwischen Harrysson und O’Connor, was Prognosen zusätzlich erschwert.

Ryan Joyce vs. Boris Krcmar

In der dritten Partie des Nachmittags treffen Ryan Joyce und Boris Krcmar aufeinander. Joyce ließ im vergangenen Jahr nur zwei European-Tour-Events aus und erreichte sogar zweimal das Halbfinale. Bei der Weltmeisterschaft lief es für den Engländer jedoch nicht nach Plan: Bereits in Runde zwei scheiterte er am Polen Krzysztof Ratajski.
Krcmar löste sein Ticket über das osteuropäische Qualifikationsturnier für die Poland Darts Open. Im Finale setzte er sich in einem Entscheidungsleg mit 6:5 gegen den Ungarn Andras Borbely durch. Auch der Kroate stand im vergangenen Dezember bei der PDC-WM auf der Bühne, musste sich dort jedoch bereits in Runde eins Luke Woodhouse geschlagen geben.
Auf dem Papier geht Joyce als Favorit in dieses Duell – auch wenn der direkte Vergleich mit 2:2 ausgeglichen ist. Betrachtet man ausschließlich die European Tour, trafen beide bislang einmal aufeinander. Damals gewann Krcmar mit 6:4.

Luke Woodhouse vs. Carl Sneyd

Anschließend betritt Luke Woodhouse selbst die Bühne. Er bekommt es mit Carl Sneyd zu tun. Woodhouse überzeugte bei der vergangenen Weltmeisterschaft und spielte sich bis ins Achtelfinale. Auf dem Weg dorthin besiegte er Boris Krcmar, Max Hopp und Andrew Gilding. In Runde vier unterlag er dann mit 2:4 gegen Krzysztof Ratajski.
„Woody“ arbeitet sich seit Jahren kontinuierlich in der Order of Merit nach oben und steht mittlerweile auf Rang 21 der Weltrangliste. Die Top-16 rücken damit immer näher. Zudem erreichte Woodhouse beim vorletzten Euro-Tour-Turnier das Finale, musste sich dort jedoch Stephen Bunting geschlagen geben.
Sneyd zählt innerhalb der PDC noch zu den eher unbekannten Namen. Der Engländer sicherte sich im Januar erstmals seine PDC Tour Card am zweiten Tag der Finalphase. Nun qualifizierte er sich über den European Tour Card Holder Qualifier direkt für das erste European-Tour-Event 2026. Darüber hinaus erreichte er in der vergangenen Woche bei Players Championship 2 das Viertelfinale, wo er dem späteren Tagessieger Wessel Nijman unterlag.
Trotz Sneyeds jüngster Erfolge spricht die Erfahrung klar für Woodhouse, der als Favorit in diese Begegnung geht.

Niels Zonneveld vs. Piotr Maciejczak

Im fünften Match des Nachmittags trifft Niels Zonneveld auf den Polen Piotr Maciejczak.
Zonneveld zeigte bei der vergangenen Weltmeisterschaft starke Leistungen. Er besiegte sowohl Haupai Puha als auch Michael Smith. In der Runde der letzten 32 traf er auf Jonny Clayton. Mit einem Average von nahezu 100 Punkten hielt er die Partie lange offen, musste sich letztlich jedoch im entscheidenden Satz geschlagen geben. „Triple Z“ nahm im vergangenen Jahr an sechs der vierzehn European-Tour-Events teil und erreichte dabei zweimal das Achtelfinale.
Maciejczak zählt zu den vier Host Nation Qualifiers, die sich am Donnerstagnachmittag ihr Ticket sicherten. Der Pole gewann zunächst gegen Radek Szaganski (6:4), anschließend gegen Sebastian Steyer (6:5) und Jakub Pietrzyk (6:0). In seinem entscheidenden Match war er mit 6:2 zu stark für Jakub Janaszkiewicz. Für Maciejczak markiert das den ersten Auftritt bei einem PDC-Event.
Entsprechend geht Zonneveld als klarer Favorit in dieses Duell und dürfte beste Chancen haben, die zweite Runde zu erreichen.

Andrew Gilding vs. Jeffrey de Graaf

Im Anschluss betreten Andrew Gilding und Jeffrey de Graaf die Bühne. De Graaf qualifizierte sich über den European Tour Card Holder Qualifier für das erste Event des Jahres.
Bei der Weltmeisterschaft erlebte der niederländische Schwede noch eine Enttäuschung, als er bereits in Runde eins gegen die Darts-Legende Paul Lim verlor. Im Qualifier zeigte er jedoch eine starke Reaktion und schlug unter anderem Gabriel Clemens sowie Mervyn King – zwei etablierte Namen auf der Tour.
Gilding war für die ersten beiden European-Tour-Turniere gesetzt, was „Goldfinger“ entgegenkommt. Bei der WM hinterließ er in seinen ersten beiden Partien noch einen guten Eindruck, verlor dann jedoch in der Runde der letzten 32 relativ deutlich mit 1:4 Sätzen gegen Luke Woodhouse.
Auch der Start in die Players-Championship-Saison 2026 verlief holprig. Dreimal schied Gilding früh aus – unter anderem gegen Jurjen van der Velde, Derek Coulson und Cor Dekker. Zudem verpasste er die Qualifikation für ET 3 und ET 4. In Polen will er deshalb dringend Preisgeld sammeln, um seine Position in der Order of Merit zu stabilisieren. Der direkte Vergleich spricht allerdings für De Graaf, der zwei der drei bisherigen Duelle gewann.

Jermaine Wattimena vs. Miroslaw Grudziecki

Jermaine Wattimena trifft zum Start der neuen European-Tour-Saison auf Host Nation Qualifier Miroslaw Grudziecki.
Wattimena erreichte bei der vergangenen Weltmeisterschaft ebenfalls die dritte Runde. Zuvor rang er Dominik Gruellich und Scott Williams nieder. In der Runde der letzten 32 lieferte er sich dann ein enges Duell mit dem späteren Halbfinalisten Gary Anderson, das er im Entscheidungs­satz knapp mit 3:4 verlor. „The Machine Gun“ nahm im vergangenen Jahr an allen European-Tour-Events teil. Seine besten Resultate waren zwei Viertelfinals – beim elften sowie beim letzten Turnier der Saison.
Grudziecki gehörte zu den vier polnischen Qualifiern vom Donnerstag. Er besiegte Mariusz Krasnowski (6:3), Maciej Luczak (6:1) und Pawel Styczynski (6:2). Es ist allerdings nicht sein Debüt auf der Euro Tour. Bereits im Juli vergangenen Jahres absolvierte er sein erstes Event, verlor dort jedoch sein Auftaktmatch mit 3:6 gegen Mickey Mansell.

Dave Chisnall vs. Darryl Pilgrim

Den Abschluss des Nachmittags bildet das Duell zwischen Dave Chisnall und Darryl Pilgrim.
Chisnall steht vor einem richtungsweisenden Jahr. Nach einem enttäuschenden 2025 gerät „Chizzy“ zunehmend unter Druck. In den Jahren zuvor glänzte er besonders auf der European Tour, doch 2025 erreichte er in 14 Anläufen nur zweimal das Viertelfinale. Achtmal schied er sogar bereits in Runde eins aus. Auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft enttäuschte er und verlor in Runde zwei gegen den Deutschen Ricardo Pietreczko. Mittlerweile ist Chisnall auf Platz 22 der Order of Merit abgerutscht. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung droht ihm sogar der Sturz aus den Top-32.
Pilgrim kehrt erstmals seit Juni 2025 auf die Bühne der European Tour zurück. Damals unterlag er in Runde zwei Peter Wright. Dieses Mal qualifizierte er sich über den European Tour Card Holder Qualifier, in dem er Tavis Dudeney, Arno Merk und Kim Huybrechts besiegte.
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