„Wenn du vor deinem Match fünfmal erbrechen musst, ist das alles andere als ideal“ – Danny Noppert erlebte eine turbulente Vorbereitung auf die UK Open

PDC
Sonntag, 08 März 2026 um 13:00
Danny Noppert (2)
Für Danny Noppert wurde es ein Abend, den er bei der UK Open so schnell nicht vergessen wird. Der Niederländer feierte einen beeindruckenden Sieg über die Nummer zwei der Welt, Luke Humphries, und sicherte sich damit einen Platz am Finaltag des prestigeträchtigen Turniers in Minehead.
Nach seinem 10:6-Erfolg gegen Humphries im Achtelfinale der UK Open blieb Noppert gelassen, aber sichtlich zufrieden mit seiner Leistung. Der Schlüssel zum Sieg? Laut dem Friesen lag er vor allem auf die Doppel. „Es fühlt sich natürlich großartig an, dieses Match zu gewinnen“, sagte Noppert. „Ich denke, die Doppel waren heute entscheidend. Er hat ein paar Chancen liegen lassen und ich habe zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen. Jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit hatte, ein Leg zu holen, war ich da.“

Erster großer Bühnensieg gegen Humphries

Auffällig ist, dass Noppert vor dieser Partie noch nie bei einem großen TV-Turnier gegen Humphries gewonnen hatte. Dieses Bewusstsein hatte er selbst allerdings gar nicht. „Das wusste ich eigentlich nicht“, gab er ehrlich zu. „Aber es war einfach ein gutes Spiel zum richtigen Zeitpunkt.“
Danny Noppert in Aktion
Danny Noppert trifft im Viertelfinale auf Luke Littler
Für Noppert bedeutete der Sieg vor allem, dass er erneut am Finaltag der UK Open steht – etwas, worauf er sich sichtbar freut. „Die UK Open am Finaltag sind immer etwas Besonderes. Ich freue mich wirklich auf morgen.“

Von krank bis zum Sieg

Dass der Erfolg besonders viel bedeutete, lag an den Umständen, unter denen Noppert zuvor im Turnier spielen musste. Nur einen Tag zuvor war der Niederländer nämlich ziemlich krank. „Es war wirklich ein schlechter Tag“, erzählte er. „Wenn du vor deinem Match fünfmal erbrechen musst, ist das alles andere als ideal.“
Trotzdem trat er ans Oche und schaffte sogar einen außergewöhnlichen Moment: einen Neundarter. Das machte die Leistung umso bemerkenswerter. Laut Noppert hatte er in diesem Spiel eigentlich nur ein Ziel: so schnell wie möglich gewinnen. „Das Einzige, woran ich in dem Moment dachte, war, das Match so schnell wie möglich zu gewinnen“, sagte er. „Ich konnte nicht einmal richtig feiern, denn dann fühlte ich sofort, dass ich wieder brechen musste.“
Hinter der Bühne stand sogar ein Mülleimer für den Notfall bereit. „Es war wirklich so schlimm“, erzählte er im Nachhinein lachend.
Zum Glück fühlte sich Noppert einen Tag später schon deutlich besser. Seine Erholung begann vorsichtig, mit einem einfachen Test für den Magen. „Heute Morgen bin ich aufgewacht und habe erst einmal eine Banane gegessen, um zu sehen, wie mein Magen reagiert“, erklärte er. „Das hat gut funktioniert.“
Danach folgte der zweite Schritt seines Erholungsplans. „Anschließend habe ich drei gekochte Eier gegessen. Nicht zu viel Fett“, scherzte er.

Erneut eine schwere Auslosung

Die Belohnung für seinen Sieg über Humphries ist allerdings alles andere als einfach. In der nächsten Runde wartet nämlich der amtierende Weltmeister und die Nummer eins der Welt: Luke Littler. Als Noppert erfuhr, wer sein nächster Gegner sein würde, blieb er erneut nüchtern. „So ist die UK Open nun einmal“, sagte er. „Hier kannst du jeden ziehen.“
Laut dem Niederländer gehört das zur Faszination des Turniers, das für seine offene Auslosung bekannt ist. „Ich akzeptiere das. Ich freue mich darauf, gegen ihn zu spielen.“
Auch gegen Littler hat Noppert im Fernsehen noch keinen Sieg gefeiert. „Ich habe ihn im TV auch noch nie geschlagen“, sagte er. „Vielleicht morgen.“
Der Aufstieg von Littler war in jüngster Zeit beeindruckend, und viele Spieler sehen den jungen Engländer inzwischen als Phänomen des Sports. Auch Noppert erkennt das an. „Ich denke, für alle wirkt er ein bisschen wie von einem anderen Planeten“, sagte er mit einem Lächeln.
Dennoch schließt er eine Überraschung nicht aus. „Hoffentlich komme ich morgen auch von einem anderen Planeten“, witzelte er. „Wenn ich gut spiele, kann ich ihn schlagen.“

Fokus trotz Krankheit

Eine interessante Frage nach seinem Sieg war, ob seine vorherige Erkrankung vielleicht auch einen unerwarteten Vorteil gebracht habe. Weil es ihm so schlecht ging, musste sich Noppert voll darauf konzentrieren, seine Spiele so schnell wie möglich zu gewinnen.
Er selbst sieht das jedoch nicht unbedingt so. „Krank zu sein ist natürlich nie schön“, sagte er. „Aber ich fühle mich jetzt deutlich besser und das ist für mich das Wichtigste.“

Premier League Darts

In dieser Saison fehlt Noppert in der Premier League Darts, worüber im Vorfeld viel gesprochen wurde. Für manche Spieler kann das eine Enttäuschung sein, doch Noppert sieht es gelassen. Der volle Terminkalender des Sports sorgt dafür, dass er die Zeit zu Hause umso mehr schätzt. „Es ist jede Woche voll“, erzählte er. „Ich genieße es auch sehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein.“
Wenn er die Chance bekommt, alle großen Turniere zu spielen, wird er sie selbstverständlich ergreifen. Doch die Unterstützung seiner Liebsten bleibt für ihn am wichtigsten. „Meine Familie steht immer hinter mir“, sagte er. „Das ist am Ende das Wichtigste.“
Dabei spielt seine Freundin eine große Rolle. „Sie unterstützt mich immer“, schloss Noppert. „Das bedeutet mir sehr viel.“
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