Der englische Darter
Justin Hood steht vor einem markanten Einschnitt in seiner Karriere. Der Publikumsliebling, bekannt für seine energiegeladenen und emotionalen Auftritte auf der Bühne, muss sich von seinem langjährigen Spitznamen „Happy Feet“ verabschieden. Hintergrund sind urheberrechtliche Probleme mit dem gleichnamigen Animationsfilm.
Der aus Glastonbury stammende Engländer erhielt den Spitznamen bereits früh in seiner Laufbahn –
nach einem kuriosen Vorfall bei einem County-Match. Damals hatte Hood seine eigenen Dartschuhe vergessen und musste kurzfristig ein deutlich zu großes Paar in Größe 12/13 ausleihen. Mit diesen Schuhen bestritt er die Partie – und trug fortan den Namen „Happy Feet“, da sich die Schuhspitzen am Oche nach oben bogen.
Neuer Spitzname in Arbeit
Nun ist diese Ära beendet. In einem Interview mit talkSPORT bestätigte Hood, dass der Abschied von seinem bisherigen Spitznamen unmittelbar bevorsteht. „Wir arbeiten hinter den Kulissen an meinem Spitznamen“, erklärte der Engländer. „‚Happy Feet‘ muss leider weg, deshalb sind wir eifrig dabei, einen neuen zu finden.“
Für viele Fans bedeutet das eine spürbare Veränderung, denn der Name passte perfekt zu Hoods verspielter und extrovertierter Bühnenpräsenz. Mit Grimassen, herausgestreckter Zunge und emotionalen Jubelszenen entwickelte sich der Engländer schnell zu einem der auffälligsten Entertainer auf der Tour.
Auch sportlich zeigt seine Formkurve zuletzt deutlich nach oben. Die aktuelle Nummer 53 der Welt sorgte bei seinem Debüt bei der Darts-Weltmeisterschaft für Aufsehen, als er direkt bis ins Viertelfinale vordrang. Erst dort wurde er vom erfahrenen Gary Anderson gestoppt. Dennoch galt sein Auftritt als klares Signal für seinen Durchbruch auf höchstem Niveau.
„Wenn ich es noch mal mache, folgt eine Geldstrafe“
Neben seinen Leistungen am Board sorgt Hood allerdings auch regelmäßig mit seinem Verhalten auf der Bühne für Gesprächsstoff. Besonders seine Angewohnheit, nach Siegen sein Shirt hochzuziehen und dem Publikum seinen Bauch zu präsentieren, brachte ihm bereits mehrfach Kritik seitens der Professional Darts Corporation ein.
Nach seinem Match gegen Nick Kenny erhielt er zunächst eine Verwarnung. Als er dieselbe Geste in der Partie gegen Danny Noppert erneut zeigte, verschärfte sich der Ton deutlich. „Sie haben mir unmissverständlich klargemacht, dass ich aufpassen muss“, berichtete Hood. „Wenn ich es noch einmal mache, folgt eine Geldstrafe – und keine kleine.“
Justin Hood nach seinem WM-Sieg gegen Nick Kenny
Großen Einfluss auf seine Bühnenpräsenz scheint das jedoch nicht zu haben. Mit einem Augenzwinkern deutete Hood an, dass er seine emotionale Art nicht grundsätzlich ändern wolle. „Ich spiele mit Emotion, und das Publikum liebt das. Wenn ich ins Finale komme, mache ich vielleicht etwas, worüber sie wirklich nicht erfreut sein werden“, witzelte er.
Mit dem Abschied von „Happy Feet“ verliert die Dartswelt einen ihrer markantesten Spitznamen. Gleichzeitig eröffnet sich für Hood die Chance auf einen neuen Beinamen, der ebenso gut zu seiner Persönlichkeit passt. Gemeinsam mit seinem Team arbeitet er derzeit intensiv an einer passenden Alternative.
Vorerst bleibt deshalb vor allem eine Frage offen: Welcher Spitzname kann an die Bekanntheit von „Happy Feet“ anknüpfen? Klar ist nur: Ruhig dürfte es um Justin Hood auch künftig nicht werden.